Archive for June, 2010

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ndlich ist es soweit, auch unser König Baldwin heiratet. Nachdem bereits im vergangenen Jahr Sibylla das Ja-Wort gegeben hat, feiert nun das gesamte Königreich Jerusalem und begrüßt die blutjunge Königin Estrelda.

Das ganze Königreich? Nicht ganz… in den Gebieten um Al Saways marschieren zwei große Armeen in die Länder von Jerusalem ein…

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s prasselten dutzende Pfeile auf das Regiment von Bohemund. Todesschreie und Blut erfüllten die Szenerie. Bohemund senkte instinktiv sein Haupt im Eifer der herannahenden Gefahr. Gotteswille war es wohl, dass ein Pfeil sein Augenlicht nur um einen Hauch verfehlte.

 Nun da er gezeichnet war von seinen Feinden und dem Tod nur knapp entkommen war, brauchte es nicht viel für einen Anführer wie Bohemund sich wieder seiner Taten zu besinnen – nämlich das was er am Besten konnte – Schlachten zu gewinnen. Schnell hatte er den Hinterhalt durchschaut und seine Einheiten zum Gegenschlag formiert. Es dauerte nur wenige Augenblicke und die beiden türkischen Heere waren dezimiert und vertrieben in deren letzten Zufluchtsstädte – die Stadt Iconium.
Bohemund und sein Gefolge belagerten diese seit den frühen Morgenstunden. Die Stunde der Rache für den Verlust seiner treuen Gefolgsleute stand unmittelbar bevor…

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ie schwierigen Verhandlungen zwischen der Delegation Mailands und der Delegation um die französische Prinzessin konnte letztlich ein Bündnis zwischen Mailand und Frankreich ausgehandelt werden. Die Franzosen zahlen an Mailand die lächerliche Summe von 700 Florinern und bekommen im Gegenzug aktuelle Karten.

Im Anschluss an die Verhandlungen ist die französche Prinzessin bei einer Messerstecherei ums Leben gekommen.

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olen im Sommer 1188

Es ist die Sensation des Jahres! Agnes von Polen, Chefdiplomatin und Tochter des guten Königs Wladyslaw, ist verheiratet. Die adrette Mitzwanzigerin heiratete nahe Krakau den vier Jahre jüngeren Ungar Andrew, seines Zeichens Mitglied der dortigen Herrscherfamilie und angesehener Feldherr.

Polen am Donnerstag berichtet exklusiv:
So feiert unser Hochadel – das schockierende VIDEODOKUMENT! 

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enedig greift anscheinend der Geschichte voraus:

war der ehrenwerte Doge noch in der letzten Runde im Krieg mit Byzanz, so stellte er beim frühmorgendlichen Zählen der Finanzen wie nebenbei fest, daß der Status zum großen östlichen Nachbarn sich auf neutral geändert hatte. Zudem waren Tributzahlungen in Höhe von 6000 Talern eingegangen, ohne daß er selbst etwas von Verhandlungen diesbezüglich wußte.

Daher ergeht folgender Erlass:

Sollte sich der Verbündete in unseren Reihen, der dies angeleiert hat, binnen fünf Runden melden, so sehen wir die Sache als erledigt an. Sollte bis dahin keine Information eingetroffen sein, sieht der Doge sich gezwungen, seine Anti-Korruptions-Assass… ähem -Agenten in die Welt zu schicken und jeden Diplomaten, egal welcher Herkunft, zu liquidieren.

Wir sehen dies als Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten an und verabscheuen Korruption!!!1ölf!

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it Wohlwollen empfing man den milanesischen Diplomaten Beltramino de Genoa in Krak de Chevalier und nahm das Angebot des gleichgesinnten Glaubenvolkes ohne einen Moment der Verzögerung an.

Mit auf die lange Heimreise gab man den Mailändern den Wink, dass sie eine wichtige Stütze im Kampf gegen die Ungläubligen wären. Besonders die vielen Gerüchte und das Geschwätz über das wohl mächtigste Reich der Mongolei und eine mögliche baldige Invasion bereite Antichoia schon seit Wochen Kopfzerbrechen.

Als man nur noch die Silhouette von de Genoa jeneits des imposanten Mauerwerks von Krak de Chevalier erblickte,
erinnerte man sich gerne an das als “Ja” zu deutende Nicken des Diplomaten und das Zugeständnis in schwierigen Zeiten.

Fernab der Mauern von Krak hielt der Kreuzzug, geführt von Bohemund höchstpersönlich, inne. Es erreichte ihn eine schreckliche Nachricht. Ein über 800-Mann starkes türkische Heer stand vor den gerade frisch eroberten Mauern von Adana und belagerte die unterbesetzte Festung. Bohemund zögerte keinen Moment, denn er hatte bewusst das Marschtempo gedrosselt um nicht länger als ein paar Tagesmärsche von Adana entfernt zu sein. Eine weise Entscheidung, wie sich nun herausstellte.

Er konnte General Mustafa so überraschen und Antiochia war plötzlich übermächtig und nahm das türkische Heer von zwei Seiten in die Mangel. 
Dennoch verlief diese Schlacht nicht unblutig. Bohemund verlor 300 Mannen, die er fest für die Glaubensmission eingeplant hatte.

Er befahl noch am gleichen Tag nach seinem Sieg, Adana mit mehr Einheiten aufzustocken. Denn in diesen Zeiten war er sicher, dass das Imperium der Türken jederzeit zurück schlagen würde. Erst eine Woche später als sich die Situation wieder entspannt zu haben schien, setze er die Reise Richtung Litauen fort…

….um sich dann wieder gegen ihm in den Weg stellende türkische Streitmächte beweisen zu müssen. Ein schier unendlicher Kampf um Leben und Tod. Zwar waren es scheinbar nicht viele Türken, die sich Bohemund diesmal in den Weg stellten, aber unterschätzen würde er die Situation nicht. Das tat er nie.

 Türkische Bogenschütze holten südwestlich zum Streich aus. “Vorsicht! Meine Hoheit. Die Pfeile kommen direkt auf euch zu….” Die Zeit schien still zu stehen…

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ach wochenlanger Seereise konnte der Diplomat Beltramino de Genoa vor einigen Tagen bei Tripolis an Land gehen. Von dort ging seine Reise weiter nach Krak de Chavaliers wo er sich mit den Diplomaten Antiochias traf. Die Verhandlungen dauerten nicht lange. Man war sich schnell einig ein Bündnis mit militärischem Zugang zu beschließen. Dazu kamen dann noch Handelsrechte und der Austausch aktueller Karten. Die Unterzeichnung der Verträge durch die diplomatische Vertretung Antiochias steht derzeit noch aus.

Unterdessen läuteten in Magdeburg die Kirchenglocken. Die Prinzessin Mailands Fiora Rossi heiratete den deutschen General Erhart von Magdeburg. In wenigen Tagen werden sie die Rückreise nach Mailand antreten, wo es nach der Ankunft ein großes Fest geben soll.

Zwischenzeitlich konnte an der Grenze zwischen Polen und Ungarn der teutonische Diplomat Saule abgefangen werden. Sein Ziel war es ein Bündnis zwischen den Teutonen und Ungarn auszuhandeln. Anschließend sollte das Bündnis mit Polen gebrochen werden. Nur durch das mutige Eingreifen des Mailanders Vaggio de Crenola konnte dieser hinterhältige Plan verhindert werden.

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gnes von Polen war erfreut, sie kicherte. Gerade hatte sie Kunde erhalten von einem Mitarbeiter der Projektgruppe “Neue Welt”. Bei der Durchführung der Geheimmission waren ihre Leute auf einen schottischen Diplomaten getroffen.

Anstatt den Schotten links liegen zu lassen, machte die Gesandtschaft halt, guckte furchtbar Grimmig und sandte dann ihren besten Mann an Land. Miszko Marosz, ein Name wie Donnerhall, betrat die Bühne. Der diplomatische Tausendsassa, der Copperfield unter den Botschaftern, sprach mit erhobenem Zeigefinger und sonorer Stimme zu dem verängstigten Highlander.

Nach gut einstündiger Verhandlung einigten sich die Parteien dann auf die Gewährung von Handelsrechten – verbunden mit der Bitte der Schotten, von einem Angriff auf ihr Land abzusehen.

“Wenn die Schotten wüssten, dass wir ihre Insel nicht mal geschenkt nehmen würden, hätten sie bestimmt nicht so gewinselt” dachte Agnes im Stillen bei sich. In Gedanken sah sie abermals Miszko Marosz vor sich… und stellt sich vor, wie er den Schottenbotschafter angeknurrt haben musste. Agnes lächelte.

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as einmal begonnen wurde, wird auch zu Ende gebracht:

Basta!

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eit acht Jahren liegen wir mit den Ägyptern im Krieg. Seit sechseinhalb Jahren (13 von 16 Runden, Anm. d. Red.) greifen sie mit mindestens einer Armee an. Unsere Soldaten werden permanent aufgerieben.

Unsere restlichen Grenzen müssen stabil bleiben. Wir können uns keine weitere instabile Flanke erlauben.

Brief von König Baldwin an Prinz Guy

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ie letzten 2500 türkischen Florinis für den heuchlerisch, erkauften Frieden prasselten mit einem klirrenden Geräusch in die Staatskassen Antiochias. Bohemund war ein Mann von Ehre. Ein Mann, der normalerweise zu seinem Wort stand. Gleichwohl war er aber auch ein Mann, den man nicht so schnell hinter das Licht führen konnte. Listig hatte er vorbeugend Späher in den Norden seines Landes ausgesandt um das Angebot der Türken und deren wirkliche Friedensabsichten auf die Prüfung zu stellen. Mit dem Wissen über die Ansammlung eines gewaltigen türkischen Heeres sowie  der bevorstehenden Invasion waren die türkischen Friedensbemühungen schnell entarnt. 

“Vertraut mir – Kämpfer und Verteidiger Antiochias – Wir werden erst Frieden mit den Türken erfahren, wenn wir dieses Problem komplett aus der Welt geschafft haben. Ihr Wort ist verbunden mit dunklen Absichten. Absichten, die den Tod unseres geheiligten Volkes, die Unterwerfung und Sklaverei herbeiführen sollen. Unter dem Deckmantel des Friedens bereiten Sie den den nächsten teuflischen Plan vor. Die Rechnung haben Sie jedoch ohne den Wirt gemacht…..”

Bohemund lies seinen Worten Taten folgen und erorberte die stolze türkische Trutzburg Adana, die sich nordwestlich seiner Hauptstadt befand.
“Auf dem Wege unserer Kreuzzuge Mission werden wir quer durch türkisches Gebiet marschieren und unseren neuen, alten Feinden lehren, was man mit Verrätern macht.”

Bohemund verlies Adana noch am selben Tag um keine Zeit für sein Vorhaben zu verlieren.

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gnes von Polen traf wieder einmal in Wien ein. Ein Zwischenstopp in Budapest hatte Sie aufgehalten, die Verhandlungen ob der neuen Allianz zwischen Polen und Ungarn wollte sie höchstselbst zu einem guten Erfolg führen. Und fürwahr, es war ihr gut gelungen.

Ob ihre nächste Mission ebenso erfolgreich enden würde, stand noch in den Sternen. Zu Mittag hatte Sie mit dem Deutschen Kaiser gespeist und ihm unmissverständlich klar gemacht, dass seine Truppen in Polen nicht erwünscht seien. “Wie würde es euch gefallen, wenn 2.000 Soldaten der Krakauer Landwehr vor Frankfurt lagerten, Herr Kaiser” hatte Sie dem dicken alten Mann aus Deutschland entgegengeschnaubt. Sie war in ihrem Element, der diplomatische Predator der Polen, die Allzweckwaffe des guten Königs Wladyslaws.

Zwischen Hauptgang und Nachspeise hatte der Deutsche Kaiser ihr geantwortet, dass Polen nicht in der Position sei um Forderungen zu stellen. “Wertes Fräulein Agnes”, hatte der bornierte dicke alte Mann gesagt, “wir Deutschen belieben zu gehen wie es uns gefällt. Und wenn euch das nicht passt, dann ist dies euer Problem.”

Kurzzeitig erwog Agnes ihren versteckten Dolch zu ziehen und dieser Kröte den Hals aufzuschlitzen, da traf ein Bote am Hofe des Kaisers ein. Seine Nachrichten verbreiteten sich wie ein Lauffeuer: der polnische Prinz Zbigniew hatte heroisches in Lithauen vollbracht. Die Burg Turku im hohen Norden und eine Stadt hatte ihr Bruder den Lithauern abgetrotzt, dazu noch ein großes Heer vernichtend geschlagen. Agnes war mächtig stolz auf ihren Bruder.

Diese Kunde im Gepäck trat Sie am Abend noch einmal vor den Deutschen Kaiser. Das Gespräch fand unter vier Augen hinter verschlossenen Türen statt. Tags darauf reiste Agnes aus Polen ab, gut eine Woche später verließen die deutschen Truppen Polen und setzten ihren Weg nach Osten fort. Sie hatte es wieder einmal geschafft.

Als nächstes würde sie sich den Dänen zuwenden. Im Westen Polens hatten etwa 200 Wikingerfreunde die Grenze passiert ohne das Banner des Herrn Jesu gehisst zu haben. Sie würde diese Situation bereinigen – oder auf die 150 Schweren Reiter warten, die bereits zu ihr auf dem Weg waren. Aber das wird eine andere Geschichte.

Während die junge Prinzessin in Wien einen Sieg feierte, warf sich der gute König Wladyslaw gerade in seinen feinsten Zwirn. Kunde aus Italien hatten ihn erreicht und sein Herz mit Sorge erfüllt. Es mussten neue Verhandlungen mit Venedig geführt werden, die Aufgabe war delikat und unumgänglich. Er würde dies selbst erledigen und aus der Welt schaffen müssen – und so machte sich unser guter König zum geheimen Verbindungsmann des Dogen in Krakau auf. Und auch das wird eine andere Geschichte.

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retina grande!

Ich frage mich ja ernsthaft, wie sinnvoll es ist, tatsächlich von einem gemeinsamen Vorgehen zu reden. Das, was in Teilen der ehrenwerten Mitspieler momentan verbal und in-game veranstaltet, läßt für mich nur den Schluß zu, daß einige König mittelalterlich herummenstruieren.

Der eine stiftet einen Kreuzzug an und beschwert sich dann über Armeen, die dem Aufruf auch folgen – beim Papst hingegen steht er ganz groß da, obgleich er selbst meint verlautbaren zu müssen, der päpstliche Hauptschleimer wäre jemand anderes. Zudem gibt er Tipps, warum Byzanz das bessere Ziel sei – zumindest im Vergleich zu HRE.

Was mich auch gleich zur nächsten königlichen Intelligenzbestie bringt – zumindest aus der Sicht des Zusammenspielens betrachtet. Byzanz sei ja ohnehin viel besser anzugreifen usw. usf. Selbst zieht er es hingegen vor, sich um jämmerliche Rebellenstädte zu kümmern. Daß es sich dabei eigentlich um den Raum handelt, den wir gemeinsam einnehmen wollten, ist egal. Warum auch nicht – da hat man dann eine prima Ausrede, keine Unterstützung leisten zu können, gleichwohl man alliiert ist.

Das war ein prächtiger Übergang – Allianz. Mir will es nicht in den Kopf, warum mein Angriff auf Byzanz dazu führt, daß jemand aus unserer Runde die Allianz zu mir löst.

Naja, ist ja auch egal. Spielt Ihr mal schön Euren Stiefel runter, ich werde dies auch tun.

Ansage: ich breche den Angriff auf Byzanz ab, mein nächster und eigentlicher Gegner wird Mailand sein. Da könnt Ihr Ihm ja alle schön helfen.

*rantoff*

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ohemund grübelte schon seit Stunden. Noch immer konnte er es kaum begreifen. So hat doch der türkische Erzfeind ihm und seinem Volk den Frieden angeboten und sich dieses Unterfangen gar 2 x 2500 Florinis kosten lassen. Lächend haben sie den Toren Antiochias den Rücken gekehrt als Bohemund schließlich einlenkte. Waren es wohlmöglich doch zuviele Opfer und Verluste in den letzten Wochen? Ist es gar ein Täuschungsmanöver von hinterhältigstem Ausmaße? Tausend Fragen gingen Bohemund durch den Kopf.
Nur eines war ihm klar – egal welch Plan hinter diesem Angebot stecken mochte – seine Mission und seinen Weg wollte er unbeirrt weitergehen.

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eute konnte der 18 Jahre junge General Puccio Rossi mit einem genialen Schachzug die Festung Ancona von den Rebellen erobern. Er nutzte mit seiner Truppe den Schutz der Dunkelheit und überraschte damit sowohl die in der Festung befindlichen Einheiten, als auch die auf einer Anhöhe vor der Festung auf das Tageslicht wartende Armee der Sizilianer.

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ladyslaw war wieder einmal außer sich vor Wut. Kaum ein halbes Jahr war vergangen, seit der Papst einen Kreuzzug gegen Lithauen ausgerufen hatte. Und jetzt das!

“Schreiber, zu mirrrr!” donnerte der gute König durch den großen Thronsaal. Schreibt dem Dogen von Venedig, dass sein verdammter Alliierter unsere Landesgrenze überquert hat. Unter dem Banner des Kreuzes schleust er Truppen durch unser geliebtes Vaterland… und es würde mich nicht wundern, wenn Posen und Danzig darunter zu leiden hätten.

So hatte sich unser guter König das nicht vorgestellt. Einen Kreuzzug zu befürworten ist das eine, das Heilige Römische Reich mit weit über 1.000 hochgerüsteten Soldaten im Land zu haben ist hingegen etwas völlig anderes. Hätte ihm sein Sohn in diesen Tagen nicht die Lithauer-Stadt Reval befreit, hätte er aus Frust vermutlich etwas unüberlegtes getan. So aber vertraute er darauf, dass sein Freund der Doge ein ernstes Wort mit dem Deutschen Kaiser reden würde.

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on seinem Krankenbett ließ der Doge verkünden: “Wir sind nun im Krieg mit Byzanz!”

Dann sank er wieder nieder … auf Genesung hoffend.

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ie Kunde von Andriet´s erfolgreicher Verhandlungsmission mit Polen sowie die Nachricht über den freundschaftlichen Empfang mit dem ehrenwerten König Wladyslaw, stimmte Bohemund äußerst glücklich. Das der weise König darüberhinaus noch für die Unterstützung im Kreuzuge gegen das frevlerische Litauen keine finanziellen Mühen scheute, empfand er als Bestätigung, dass das Bündnis von Polen und Antiochiens eine neue Ära einzuläuten vermochte.
So gleich lies er seine erfahrensten Schreiber dieses ergreifenden Ereignis exemplarisch im Manuskripte festhalten.

“Der König von Polen und unser oberst Heiligkeit haben den Ungläubigen den Krieg erklärt. Antiochia hält Wort und erklärt hiermit Litauen den Krieg!  Ich – Prinz Bohemund von Antiochia – werde unser Heer persönlich anführen und den Wille Gottes unseres Herren geschehen lassen.”

 Schon lange hatte Bohemund auf diese Gelegenheit gewartet. Sein Volk an erster Stelle zu vertreten, das war sein Bestreben und nun sollte er sich beweisen können.

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rieg! In Seinem gelobten Namen sollen sie ausziehen, die Ungläubigen zu richten und die Gläubigen zu prüfen. Niemand geringeres als Seine Heiligkeit der Papst verkündete heute, dass die ständigen Grenzscharmützel der Lithauer mit den armen teutonischen Hornhelmträgern ein Ende finden müssten. Die gläubigen Fürsten dieser Welt sind aufgerufen, sich dem Heiligen Kreuzzug der Christen gegen die gottlosen Lithauer anzuschließen.

Europas Nordmächte, allen voran der gute König Wladyslaw, signalisierten dem Heiligen Stuhl ihre Zustimmung. Polen sammelt Truppen in Krakau, Prömsel und der Ostburg, die in Kürze unter General Przemysl den Süden Litauens befrieden sollen. Unterdessen werden auch in Arensburg Truppen massiert, eine Befreiungsmission in Nordlithauen wird vom Thronfolger Polens persönlich kommandiert. Oh welch’ düstre Zeiten, die wir hier durchstehen müssen.

Während die Strategen Polens Aufmarschpläne verfassen, kam es in Ostburg zu einem diplomatischen Treffen der besonderen Art. Ein Abgesandter Antiochias, dem heiligen Staat der Kreuzfahrer, hatte die türkischen Truppen und die bösartigen Byzantiner ausgetrickst, Ungarn unbehelligt durchquert um schließlich im Reiche unseres guten Königs Wladyslaws anzukommen. Obwohl der Abgesandte und der König einander nie begegnet waren, umarmten sie sich wie gute Freunde, tranken Wein, sangen Lieder, lobten den Herrn und schmiedeten Pläne.

In den Geschichtsbüchern wird man in einigen Jahren zu diesem Treffen nachlesen, dass der Abgesandte Antiochias den König der Polen dazu inspirierte, einen Kreuzzug im Osten Europas zu unterstützen. Nicht lesen wird man hingegen, dass König Wladyslaw sich ob dieser guten Idee mit satten 1.000 Goldstücken bei dem Abgesandten bedankte. Ja, so war er, der gute König Wladyslaw.

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erehrte Schwester,

Ich möchte Euch mitteilen, dass es Deinen Brüdern und mir gut geht. Die Ägypter sind erneut mit zwei Armeen in unser Land eingefallen – aber Euer Bruder Baldwin hat erneut mit seinem militärisches Geschick unsere Gegner besiegen können. Wir werden in Kürze erneut diplomatische Gespräche mit Ägypten aufzunehmen versuchen. Hoffen wir das Beste.

Ich habe auch mit Freude vernommen, dass Ihr den sizilianischen König gesprochen, und unsere Beziehungen zu Sizilen verbessert habt. Ihr seid diplomatisch doch weitaus die Geschickteste unter uns.

Euer Bruder
Guy

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er ganze weite, beschwerliche Weg lag nun hinter dem Botschafter des Fürstentums Andriet. Es war eine Reise um Leben Tod. Nur zu oft schlich er sich geschickt um türkische Patrouillen und damit um den sicheren Tod herum und die berstende Hitze machte ihm genauso zu schaffen, wie die wunden Füße. Dennoch stand er nun vor den Pforten Polens und bat um eine Audienz mit dem König. Er wollte aus erster Hand die dramatischen Entwicklungen berichten.

Unsere Freunde Bohemund und Guiot konnten indes beflügelt von diesem Unterfangen, erste Gegenangriffe auf Antioch und auf Burg Mosul erfolgreich abwehren. Die ersten Blockade schien gebrochen. Am Horizont sah man aber rund um Antioch bereits viele weitere türkische Truppen im Anmarsch. Es war eine schwierige Zeit für das Fürstentum.
Ganz nach dem Motto – Angriff ist die beste Verteidigung machte sich Guiot auch deshalb auf nach Baghdad um an der östlichen Grenze die Gefahr einzudämmen und endlich für Ruhe zu sorgen. In 2 Runden sollte er die Mauern der Stadt erreicht haben.

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rensburg fiel im Morgengrauen, über 200 tapfere Polen ließen ihr Leben für die Freiheit dieser großartigen Stadt. Die Befriedung der Ostsee-Anrainer ist im vollen Gange, nur noch die Grenzfestung Turku will aus der Hand der Rebellen befreit werden.

Westlich von Arensburg, auf der großen Insel nördlich des Kontinents, haben sich Dänen, Norweger und Polen das Land aufgeteilt. Gemeinsam herrschen sie hier und Eintracht und Brüderlichkeit bestimmen ihr handeln.

Östlich von Arensburg, im Königreich Lithauen, wurde Frieden geschlossen zwischen den gottlosen Lithauern und den fanatischen Teutonenrittern. Man sagt, König Wladyslaw habe sich ob dieser Botschaft ins Kloster Posen zurückgezogen, um von unser aller Herr eine Weisung für die weiteren Schritte zu erbitten.

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ur noch das letzte Stück von der knusprig, braunen Sau, die ihren betörenden Geruch im ganzen Burghof von Mosul verbreitete, dachte sich Frederique de Graisseux – seines Zeichen Führer der Kanoniere der Grabeskirche. Guiot hatte nicht zuviel versprochen.

Die Schlacht um Mosul und damit der endgültige Sieg über General Kaikubad lag erst ein paar Stunden zurück. Dennoch waren die Wänste der hungrigen aber auch tapferen Männer schon bis zum Platzen voll.

Während die große Mehrheit noch genüsslich die Reste aus den Zähnen mit dem blutroten Wein zu spülen versuchte, war Guiot im Gedanken schon wieder tief in sich gekehrt.  Nur ein Prophet vermochte zu deuten, welche Stadt und zu welchem Streich er wohl zum nächsten Mal auszuholen gedachte. Wer ihn kannte, der wusste das es sich nur um die letzte östliche Stadt handeln konnte und zwar Baghdad.

Schnell wie der Wüstenwind erfuhr Fürst Bohemund von der frohen Kunde. Doch die aktuelle Situation in der sich seine geliebte Hauptstadt Antioch befand, konnte ihm kein Lächeln abgewinnen. Die letzten Nächte drückte er kein Auge zu, so dass schon seine engsten Vertrauten sich Sorgen um den Landesführer machten.

“Dieses elende Pack steckt einfach nicht auf. Von Süden haben sie ihre besten Elite-Einheiten positioniert und von Norden naht auch geballte Verstärkung. Ich rechne fest mit einem Angriff zum Jahreswechsel. Gut, dass wir ebenfalls vorausschauend unsere Einheiten aus den umliegenden Städte und Burgen mobilisiert haben. Damit dies jedem klar werde – Es wird ein blutiges neues Jahr, meine Freunde. Antioch wird Stand halten. Das schwöre ich auch wenn es mein letzter Atemzug seien sollte.”  Entschlossen blickte er zum südlichen Horizont und streckte sein Schwert gen Himmel, welches ein magisches Lichtspiel im Zusammenspiel mit der Sonne projezierte.

“Es wird damit zu rechnen sein, dass weitere Attacken und geballter Haß auf unser Fürstentum durch diese Ungläubligen schmettern wird. Schickt Boten zu all jenen gleichgesinnten Glaubensvölkern und schließt Bündnisse für die gute Sache.” Wie es der Rat bevorzugte so soll das Königreich Polen als mächtiger Verbündeter und Handelpartner gewonnen werden.

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n diesem Halbjahr hatte die MAZ nicht viel zu berichten. Zu den größten Schlagzeilen gehörten:

  • Prinzessin Rossi lehnt Heiratsantrag eines Mailänder Jünglings ab.
  • Rebellengeneral Helmut von Salzgitter stirbt unter mysteriösen Umständen.
  • Mailand mobilisiert die Armee und marschiert Richtung Ancona.

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olen stand vor einem Rätsel. Im Sommer 85, als die Lithauer die Stadt Arensburg hätten einnehmen sollen, zogen sie sich zurück. Späher fanden die Truppen im benachbarten Reval, doch warum sie Arensburg aufgaben, war nicht zu erkennen. So ergriff Polen seine einzige Chance und setzte zur Belagerung an.

Angriff auf Arensburg

Zeitgleich zur militärischen Offensive gegen die Rebellenstadt Arensburg reiste Prinzessin Agnes zu den Deutschrittern nach Königsberg. Die Teutonen standen unter Druck, wurden sie doch durch Lithauen und vermutlich auch Rebellen beständig angegriffen. Agnes sagte Unterstützung gegen die Rebellen zu – natürlich gegen eine kleine Entschädigung. Die Verhandlungen waren so hart, dass im Anschluss daran einige Delegetionsteilnehmer Prinzessin Agnes als “diplomatischen Predator” und “Herrin der Verneinung” titulierten.

Auch im Kampf um die Stadt Skara gab es positives zu vermelden. Die dänisch-polnische Allianz konnte die Rebellen verjagen und so für mehr Stabilität in der Region sorgen. Die Stadt steht bis auf weiteres unter dänischer Herrschaft.

In Danzig, dem Kriegshafen der polnischen Marine, treffen die Menschen Vorbereitungen für weitere Schlachten jenseits der See. Die Rebellenburg Turku im äußersten Norden der See steht aktuell neben Arensburg auf der Wunschliste der Admiralität. Und dann ist da noch der Angriffsplan gegen Lithauen, ein ungewisses Unterfangen mit hohen Risiken.