Archive for July, 2010

I
m Sommer 1191 AD empfing unser guter König eine Abordnung des russischen Hofs. Die Begegnung war als freundliche Unterredung und konstruktiver Gedankenaustausch geplant. Wladyslaw ging davon aus, dass die Russen in Kürze seine Hilfe erbeten würden, standen sie doch im militärischen Konflikt mit der mongolischen Invasionsarmee. Doch es kam ganz anders.

Anstatt mit Polen über militärische Hilfe zu verhandeln, kam der russische Chefdiplomat direkt zum Punkt. Polen solle an Russland Tribut entrichten. Tribut! An Russland! Totenstille… im geschäftigen Thronsaal des guten Königs herrschte für einen kurzen Moment bittere, eisige Kälte.

Der Chef der Leibwache war der erste, der sich fing. Er überlegte, wo er das schottische Claymore-Schwert des Königs abgelegt hatte – offenbar war es an der Zeit, einige Anwesende auf eine neue Bewusstseinsebene zu transzendieren.

Da erhob sich der gute König Wladyslaw und richtete sein wohlfeilen Worte an die Russen: “Vor Ihro Kayserliche Majestät, dem Zaren, hab ich, wie immer schuldigen Respect. Er aber, sags ihm, er kann mich am Arsche lecken.”

Der König verließ mit schnellen Schritten den Thronsaal, um sich mit seinen Strategen eine angemessene Reaktion auf das Begehren der Russen zu überlegen. Leider stand noch immer eine gestrandete Armee der englischen Kreuzfahrer in Polen und auch dänische und teutonische Truppen durchquerten sein Reich. All dies band Zeit und Soldaten, die er gerne den Russen gewidmet hätte. Was also könnte eine angemessene Reaktion sein? Der gute König grübelte vor sich hin…

U
nverhofft plötzlich endete der heilige Kreuzzug.  Was blieb war ein rastloser Bohemund mit seinen vollaufgerüsteten Heeren für die Sache. Nicht das der Kreuzzug schon alleine Kopfzerbrechen bereitetet hatte aufgrund der langen Wegstrecke – nein – jetzt kamen auch noch die aktuellen Zahlen vom Schatzmeister, die Bohemund zum Hinsetzen nötigten. Über 15.000 Kröten kostete seine Reichsarmee pro Jahr. Zuviel für jeglich wirtschaftliche Vernunft. Er befahl sofort die Spreu vom Weizen zu trennen und mistete erst einmal kräftig aus. Dennoch war die aktuelle Lage sehr schwierig. Der Spagat zwischen dem Weiterkommen im Kampf gegen das  immer noch starke türkische Restreich bzw. Gerüchte einer baldigen Invasion durch die Mongolei und einem zumindest ausgeglichen Finanzhaushalt, erschien alles andere als einfach. Zumal fast schon sicher war, dass die Mongolei eine noch nie in diesem Außmaß gesehene Truppeninvasion auf die Hauptstadt Antiochia plante. Bohemund war zum Siegen verflucht. Er musste jetzt schnell handeln und die noch starken türkischen Gefahren beseitigen um Geld in die Kassen fließen zu lassen und um sich voll und ganz auf den großen Angriff der Mongolei konzentrieren zu können.

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#8230; und ein bisschen Freude im Königshaus Mailand.

Zuerst über die willkommene Entlohnung des Königs von Polen und anschließend über den Waffenstillstand mit Byzanz bei dem als Gegenleistung die Festung Korinth übernommen werden konnte. Jetzt gilt es die zwei ehemaligen byzantinschen Stützpunkte zu festigen und dann weiter nach Byzanz vorzudringen.

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önig Wladyslaw ging Clärchens Lied durch den Kopf… “himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt”. Ihm war zum jauchzen, denn der König von Mailand hatte als sein Stellvertreter wahrlich ganze Arbeit geleistet. Der Kreuzzug war beendet, die Schatzkammer gefüllt und die Lithauer kuschten vor Polen. Eine fantastische Arbeit, für die sich der gute König umgehend fürstlich bedanken würde.

Weit weniger wohl war ihm bei dem Gedanken, dass die Mongolen im Osten gesichtet wurden. Mit zwei schweren Heeren standen sie vor den Russen… und waren somit nur noch einen Landstrich von Polens Ostburg entfernt, der Grenzmark des Königreichs.

Da passt es ins Bild, dass Gelehrte und Agenten allesamt bestätigten, dass die Mongolen eine militärische und finanzielle Großmacht seien – etwa 4 Mal größer als Polen. All das wollte König Wladyslaw nicht gefallen.

“Sendet einen Boten nach Antiochia”, flüsterte der König seinem Schreiber zu. Die hohen Herren dort sollen aufpassen, dass die schlitzäugigen Pferdenarren sie nicht überraschen. Wenn sie das Schwarze Meer im südosten umgehen, könnten sie Antiochia gefährlich nah kommen.”

Der König dachte weiter. Ein Gutteil seiner Verbündeten konnte ihm gegen die Mongolen nicht helfen, viele waren schlichtweg nicht betroffen. Er musste sich selber helfen – und mit allen sprechen, die ebenfalls von den Pferdekriegern bedroht wurden. “Sendet Kunde an Mieszko Marosz, unseren Chefdiplomaten. Er soll sich sofort zu den Dänen begeben und sie auf die Gefahr aus dem Osten ansprechen. Und richtet ihm aus, dass ich Resultate erwarte!”

S
ehr veehrter König Wladyslaw,

gerne sind wir unserem treuen Verbündeten in diesem Delikaten anliegen entgegen gekommen und möchten Euch mitteilen, dass es hiermit als erledigt anzusehen ist.

Richtet bitte einen Gruß des Königshauses von Mailand an Eure hochgeschätze Tochter Prinzessin Agnes.

PS: Auch der unbeliebte Bischof Mandyvas wird Euer Volk nicht weiter belästigen.

K
önig Wladyslaw befand sich auf der Rückreise aus seinem Erholungsurlaub, als ihn die freudige Nachricht der Beendigung des Kreuzzugs erreichte. Er war froh, dass die Kämpfe endlich ein Ende hatten. Zugleich musste er jedoch feststellen, dass sich noch immer jede Menge Armeen fremder Nationen in seinem Land aufhalten. Dazu zählen die Franzosen, die Engländer und die Teutonen, sowie die Litauer, die sich nach dem Waffenstillstandsvertrag aber erkennbar auf dem Rückweg in die Heimat befinden. Auch die Norweger haben eine kleine Armee in der Nähe von Turku postiert.

Bei der Menge Armeen war es auch nicht verwunderlich, dass der König selbst mit seiner kleinen Armee auf der Rückreise einige Rebellen angreifen musste.

Prinz Boleslaw adoptierte unterdessen Pawol of Krolewlec.

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reuzzug gegen Litauen beendet

In Abwesenheit von König Wladislaw konnte Prinz Zbigniew von Polen unter Befehl des ehrenwerten Königs von Mailand die Stadt Vilnius von Litauern erobern und damit den Kreuzzug beenden. Dabei machte sich der Prinz seine hervoragende Kampferfahrung zu nutze und wartete bis in die Nacht um einen Überraschungsangriff gegen die litauische Übermacht durchzuführen. Der Angriff gelang und nach kurzer Schlacht war die Stadt in polnischer Hand.

Seeschlacht zwischen Venedig und Byzanz

Nach den überraschenden Angriffen des Königreichs Venedig auf die byzantinischen Häfen setzen sich die Byzantiner jetzt zur Wehr. Bei einem Gegenangriff konnte Admiral Panagiotes mit seinen sechs Schiffen drei Schiffe des Gegners aus dem byzantinischen Hoheitsgebiet zurückdrängen.

Ägypten startet Angriff auf Jerusalem

Eine fast viermal stärkere Armee hat heute die Armee um Captain Hugh angegriffen und vernichtend geschlagen. Bei einem ersten Angriffsversuch konnte sich Captain Hugh mit seinen Mannen noch zurückziehen, doch die Armee um Captain Hakki setzte nach und lockte sie in einen Hinterhalt.

Frieden zwischen Polen und Litauen

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns noch eine wichtige Mitteilung aus Polen. König Wladyslaw hat das Waffenstillstandsangebot eines litauischen Diplomaten gegen die Zahlung von 19500 Florin über drei Jahre verteilt angenommen.

F
ast 5 Jahre ist es nun her, dass sich Andriet, seines Zeichen der “Iron-Man” unter den Diplomaten Antiochias, auf den Weg gemacht hat um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Sonnenjahre von Antiochia entfernt, dringt Andriet in Galaxien (ähmmm Königreiche) vor, die nie ein Mensch (pfeif – Wüstenmensch) zuvor gesehen hat.  Wie auch immer die Devise lauten mochte. Andriet hatte es wieder einmal geschafft. Er stand vor den prunkvollen, mediteranen Toren Venedigs und klopfte zum Empfang für den Dogen. Im Gepäck hatte er ein unmißverständliches aber nicht unmoralisches Angebot seines Führers Bohemund.

Geehrtes Volk Venedigs!

Antiochia wünscht sich ein würziges Bündnis zwischen unseren Völkern. Lasst uns den Sandwich bilden zwischen der Delikatesse Byzanz, den ihr von Nordwesten und wir von Südosten kulinarisch verspeisen zu vermögen. Profitieren können wir auch vom Austausch exotischer Handelsgüter. Bleibt mir noch noch eine Frage, werter Doge – Habt Ihr wohl ein Mittel gegen Kreuzschmerzen entdeckt?”
Hochachtungsvoll
Prinz Bohemund

E
s ist nun gut ein halbes Jahr her, dass Duke Gorgio nicht mehr unter den Lebenden weilt. Indes führt sein Sohn die Pläne des Vaters fort und so konnte die byzantinische Stadt Kerkyra im Handumdrehen erobert werden. Von 540 Mailänder Soldaten liesen nur 15 ihr Leben in der Schlacht, wohingegen 272 Byzantiner den Tod fanden, insbesondere da der grausame byzantische Herrscher nicht bereit war ein Lösegeld für die Gefangenen zu bezahlen.

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er Krieg gegen Lithauen lief schlecht.

General Przemysl, der mit seinen Mannen aus Ostburg gen Norden gerittet war, musste eine schwere Niederlage verkraften. Keine hundert Mann waren aus seinem stolzen Kreuzfahrertrupp verschont worden, der Rest lag tot vor und in Vilnius. Auf Geheiß von Prinz Zbigniew, dem Thronfolger Wladyslaws, hatte Przemysl seine Leute in den sicheren Tod geführt – einzig nur um Vilnius zu schwächen.

Immerhin: nachdem Przemysl die Lithauer geschwächt hatte, konnte der junge Prinz der Polen einen heroischen Sieg gegen die Ungläubigen einfahren. Es war zwar nur eine Feldschlacht, aber sie ging zugunsten der guten Polen aus. Das anschließend Lithauen mit einem gut tausend Mann starkem Heer nachsetzte und den Prinzen zum Rückzug zwang, entging der Aufmerksamkeit des guten König Wladyslaws – offenbar dem vorangegangenem Siegestaumel geschuldet.

Da verwundert es den aufmerksamen Beobachter auch nicht, dass am Hofe im friedlichen Danzig unser General Boleslaw endlich das heilige Sakrament der Ehe der Freifrau Katarziny Wos spendete. Bei Wein und Gesang feierte der Hof, während im hohen Norden Europas Polens Söhne für das Kreuz marschierten.

Es waren keine schönen Tage, damals, im Norden Europas.

D
a haben wir uns auf ein Abenteuer eingelassen, dachte sich Guiot und auch der Reichesführer Bohemund hatte keinen wirklichen Spaß seinen Tross voranzuführen. Hunderte Tagesmärsche lagen noch vor ihnen und zu allem Übel war noch immer ungeklärt, wie man das große byzantinische Reich durchqueren sollte ohne königlichen Beistand dafür zu haben. Die Situation war schwierig. Aus der Not machten unsere beiden Heeresführer dennoch eine Tugend und eroberten nach zähem Kampf zwei weitere türkische Behausungen.  Iconium und Tbilisi konnte Antiochien von der TO-DO Liste zumindest als kleinen Wege-Trost streichen.

D
as Leben im Norden Europas hatte wenig göttlich-erlösendes. Die Kreuzfahrer der Polen waren nun schon seit zwei Jahren im Einsatz, ohne das sie ihrem Ziel nahegekommen waren. Vilnius, die Hauptstadt der ketzerischen Lithauer, lag immer noch weit entfernt und gut bewacht von den Fremdgläubigen.

Fast schien es, als hätte Gott persönlich sich gegen seine treuen Diener gerichtet. Das große, mächtige Heer vor den Toren von Vilnius war verschwunden. Hatte auf Agnes’ Hochzeit der Deutsche Kaiser noch mit dem bevorstehenden Sieg seiner Mannen geprahlt, war nun nichts von alledem mehr zu sehen. Selbst drei Agenten Polens, die der gute König Wladyslaw auf die Reise geschickt hatte, vermochten das Heer der Deutschen nicht mehr zu entdecken. War es vernichtend geschlagen worden?

Zu allem Übel richteten in der polnischen Hafenstadt Riga die Kreuzfahrer ihrer Waffen auch noch gegeneinander. Die Zerwürfnisse ob des langsamen Vormarsches waren groß und der polnische Thronfolger hatte alle Mühe, die Meute unter Kontrolle zu halten.

Nein, es waren wahrlich keine göttlichen Tage. Diese Tage im Norden Europas.