Archive for August, 2010

D
as Jahr begann nicht gut für Duke Bernardo den König Mailands. Zuerst wurde Gewissheit, was er schon im letzten Halbjahr vorausgeahnt hatte, denn Cagliari wird von den Mauren belagert. Dann bekam er noch eine völlig unerwartete Nachricht von seinen Freunden aus Venedig. Die hinterlistigen Sizilianer hatten überraschend Venedig den Krieg erklärt und so musste sich der König entscheiden auf welcher Seite er stehen würde. Natürlich brauchte er nicht lange zu überlegen und erneuerte das Bündnis mit seinen Freunden in Venedig. Kurz darauf bekam er Nachricht von seiner Flotte. Es war schlimmer als angenommen. Die Sizilianer belagerten die venedische Festung mit einer starken Armee, doch in den Schiffen vor der Küsten befanden sich mindestens nochmal soviele Einheiten.

Möge Gott Venedig und Mailand beistehen.

N
ein, es waren wahrlich keine einfachen Zeiten im Sommer 1194 AD. Der gute König Wladyslaw sah sich großem innenpolitischen Druck ausgesetzt. Immer wieder nörgelten seine Strategen, dass die Unterstützung Antiochias und der Schutzwall gegen die Mongolen Unsummen verschlang. Stattdessen solle sich der König lieber auf die Eroberung Norwegens konzentrieren, so flüsterten es ihm die Hofbonzen ins Ohr.

Der gute König kam sich dabei sehr alt vor. Keine 10 Jahre zuvor hätte er dererlei Gesocks noch eigenhändig mit seinem schottischen Claymore den Kopf vom Hals getrennt. Aber diese Zeiten waren vorbei. “Das Leben bei Hof macht weich”, dachte sich der Herr der Polen im Stillen.

Überhaupt nicht weich waren die harten Fakten des Geheimdienstes, der die Leistungsfähigkeit des Königreichs Polen mit der der Mongolen und Mauren verglich. Militärisch, Finanziell und sogar bei der Produktivität waren die Polen unterlegen.

Ebenfalls alles andere als weich ging es an der russischen Grenze zur Sache. Die Mongolen waren ernsthaft dabei, ein riesiges russisches Heer auszuhungern. Keine 3 Halbjahre mehr würde Novgorod dem Pferdeherren standhalten. Wladyslaw hoffte auf einen Ausfall der Russen, hatte aber wenig Hoffnung auf einen Sieg.

Aber es gab auch Hoffnung. Der eisenharte Prinz Zbigniew, Sohn des Wladyslaw, brach mit Wladys Enkel Leszek endlich auf um Lithuanias Hauptstadt dem Königreich einzuverleiben. Die Operation “Grenzsicherung”, bei der auch Polens Außenminister Miszko Marosz vor Ort war, würde binnen eines Halbjahres abgeschlossen sein – so die Planung.

P
lötzlich und unerwartet standen die ungläubigen aus dem Maurenlande vor den Toren von Cagliari. Nicht nur eine riesige Flotte hatten sie zusammengestellt, nein auch eine schlagkräftige Armee hatten sie vor den Toren postiert. Sicherlich würde es nicht mehr lange bis zu einem Angriff dauern. Trotz geringer Einnahmen befahl der König sofort neue Einheiten zu Rekrutieren. Doch die neuen Rekruten alleine würden die Angreifer nicht aufhalten können und so wurde in Genua ein neues Schiff in Auftrag gegeben und weitere Einheiten aus Mailand Richtung Genua verlegt…

Vor einigen Tagen erreichte das Königshaus eine Bitte König Bohemunds. Auf Befehl aus dem Königshaus begaben sich zwei ausgebildete Spezialkräfte auf ein Schiff, dass sie in Richtung Osten bringen soll …

E
s war ein Bote der Teutonen, der aus Königsberg kommend König Wladyslaw um eine Audienz bat. Er habe wichtige Nachrichten, ließ er die Wachen am prächtigen Königspalast wissen. Keine Stunde später zerbrach Nordeuropa – besiegelt im Thronsaal der Polen.

“Wir werden in den Krieg gegen Norwegen ziehen”, ließ Ordensmarshall Maximillian dem guten König Wladyslaw ausrichten. “Norwegen ist schwach und wir brauchen den Lebensraum im Westen”, wetterte der Diplomat der Teutonen weiter.

Wladyslaw wusste, dass er eine Entscheidung treffen musste. Er konnte nicht mit Norwegen und Teutonia gleichzeitig alliiert sein, zumindest nicht wenn sich beide im Krieg miteinander befänden. Lange wog unser guter König die Gründe für und Wider einer Allianz mit den Teutonen ab, die ja immerhin als Aggressor in diesem Konflikt auftraten. Letztlich entschied er sich gegen Norwegen.

Mit Aufkündigung des Bündnisses zu Norwegen war Polen zwar längst nicht im Krieg mit diesem Volk angekommen, aber dennoch machte die Abkühlung der diplomatischen Beziehungen einen Wechsel der polnischen Militärdoktrin notwendig. In einem ersten Schritt befahl der König die völlige Blockade der Ostsee zwischen Stetin und Lund, außerdem ließ er schwere Truppen für die Westgrenze produzieren. Ein Mehrfrontenkrieg war im Anmarsch – und das passte unserem König ganz und gar nicht.

Im südosten Polens sammelte derweil Prinz Andrew von Ungarn seine Truppen. Andrew, seines Zeichens Gemahl der höchstpopulären Agnes von Polen, hatte von König Wladyslaw den Auftrag bekommen, sobald als möglich zum Schwarzen Meer zu reisen, es der Breite nach zu durchqueren und im äußersten Osten der See anzulanden.

Andrews Marschbefehl sah vor, nördlich der türkischen Stadt Yerevan anzulanden und vor Ort die Gegebenheiten zu bewerten. Sollten die Mongolen bereits südlich der Anlandestelle sein, würden sich die Polen im Gebirge eingraben und zumindest Mongolias Nachschub unterbrechen. Falls die Mongolen noch nicht da sein sollten, sollte Andrew zusammen mit Antiochia die letzten Türken in der Region verjagen und schwere Grenzbefestigungen ausheben. Der tollkühne und überaus kostspielige Plan des guten Königs war unter den Strategen umstritten, aber letztlich nicht zu ändern. Der König hatte entschieden.

Um gegen die Mongolen effektiv antreten zu können, befahl Andrew sofort die Aushebung neuer Einheiten. Weit oben auf seiner Wunschliste standen die besonders effektiven Speerträger, die eine spezielle Ausbildung zur Bekämpfung von Reiterstaffeln erhalten hatten. Andrew überließ kein Detail dem Zufall.

Über seine ungarischen Verbindungen erfuhr Prinz Andrew aus zuverlässiger Quelle, dass er selbst ohne eigenen Hafen am Schwarzen Meer eine Passage erhalten würde. Seesöldner hatten auf seine Anfrage geantwortet und sich bereit erklärt, den Prinzen und sein Heer für stattliches Geld sicher durch das größte Binnengewässer der Region zu bringen.

Der polnische Militär- und Geheimdienstapparat lief auf Hochtouren, als aus Rom eine schlechte Nachricht kam. Noch immer war die Gesandte aus Antiochia nicht am verabredeten Sitz der fünf großen Nationen eingetreffen. Nur vier der fünf Mitglieder des “Club of Rome” weilten in der Ewigen Stadt. Da Wladyslaw um den Wert aktueller Karteninformationen wusste, hoffte er inständig, Antiochia würde seinen Teil zum Gelingen des Plans bald beitragen.

O
bwohl der Feind im Süden noch nicht geschlagen ist, ziehen seit Kurzem Truppen aus Jerusalem gen Norden. Auch ist der Geheimdienst mit seinen besten Leuten… nun, sagen wir besser: seinen besten “Problemlösern” aufgebrochen.

Gerüchten zufolge sollen sie alle auf dem Weg in den Norden Antiochias unterwegs sein, um dort die Grenze zusammen mit den Freunden aus Antiochia die Grenzen zu sichern.

Wir dürfen gespannt sein, was für ein Bild sich in der nächsten Zeit dort den Feldherren bietet…

A
ntiochia verhandelte wohl einen letzten Waffenstillstand mit den dezimierten Türken für jeweils 2000 Gold und das 4 Runden lang.  Bohemund willigte zustimmend ein um sich voll und ganz der neuen Gefahr durch die Mongolei zu widmen. An der nördlichsten Grenze wurde kräftig aufgerüstet.  “Schickt mir die besten Bogenschützen, gegen diese Pferdenarre!” – so hatte es der große Herr verlangt. Ein Wachturm wurde am Fuße des noch russisches Reiches erbaut sowie Spione, Auftragskiller und geistliche Abgesandte nahmen die Reise nach Norden zum Schutze des Reiches  auf sich. Es war einiges in Bewegung in diesen Tagen im Reiche Antiochias. Dennoch wusste Bohemund, dass es ein schreckliches Ende geben könnte, wenn er jetzt einen Fehler begehen würde. Jede Runde zählte von nun an.

D
ie Inquisitoren Roms haben sich auf ihrem Weg um die Welt auf die Insel Kerkyra verirrt. Das Königshaus hat seine Untertanen dazu aufgefordert alles zu tun, um die ungebetenen Gäste zu vertreiben.

Unbestätigten Meldungen zufolge gibt es in Mailand jetzt eine Meister-Assassinen-Gilde.

K
önig Wladyslaw war entsetzt. Der polnische Geheimdienst hatte zahlreiche neue Beweise vorgelegt, die auf mongolische Gräueltaten im russischen Hinterland schließen ließen.

Kiev, Tzernigov und Novgorod standen unter massiven Druck – und würden bald fallen. Als sei das nicht genug, hatten Wladyslaws Beamte auch noch ermittelt, dass Polen gerade mal 12% der mongolischen Finanzstärke und bescheidene 31% der monoglischen Militärmacht vorweisen konnte. Ein direkter Angriff gegen Mongolia war so nicht möglich.

Doch es kam noch schlimmer. Späher fanden heraus, dass die Mongolen bei der Belagerung von Städten absolut nichts dem Zufall überließen. Allein das Mongolenheer vor Novgorod führte 8 Rammböcke, 4 Einheiten Leiterträger und 4 Belagerungstürme mit sich. Das Novgorod nur einen Steinwurf vom polnischen Riga entfernt liegt, muss an dieser Stelle sicher nicht weiter erwähnt werden.

Als Konsequenz aus diesen Beobachtungen ließ unser guter König Polens Militärpräsenz an der Ostgrenze weiter gut sichtbar sein. Darüber hinaus sandte er ganze Heerscharen von Diplomaten, Spionen und kirchlichen Würdenträgern in die Tiefen Russlands.

Auf dem Weg zur “Ostfront” war auch der polnische Top-Diplomat und Außenminister Mieszko Marosz, von Kennern auch “der 10-Punkte-Mieszko” genannt. Während der Durchquerung des lächerlich kleinen Teutonen-Reiches rang er dem dortigen obersten Helmträger, Ordensmarshall Maximillian, einen mittelschweren vierstelligen Betrag für die beiderseitige Gewährung militärischer Durchmarschrechte ab. Tags darauf führte ihn sein Weg weiter Richtung Vilnius. Seine Mission ist gewagt, aber nicht minder wichtig: Er soll verhindern, dass die Mongolen über die letzte verbliebene lithauische Provinz weiter nach Westen vorrücken können. Zusammen mit Wladys Enkel Leszek und etwa 1.000 Soldaten will er diese Mission bewältigen.

Zu guter Letzt bleibt der Blick nach Antiochia, zur mächtigen Bergfeste Krak de Chevaliers. Das altehrwürdige Kalksteingemäuer im Fürstentum war erneut Schauplatz einer Begegnung von historischer Bedeutung. Die Sonne stand hoch am Himmel, als eine Abordnung des mongolischen Sultans durch das Tal hoch auf den Ausläufer des Alawitengebirges stieg und das mächtige Burgtor durchquerte.

Zur Überraschung Mongolias hatte Bohemund, der gute Herrscher der Christenritter, nur einen Truchsess in der Burg zurückgelassen. Kein Familienmitglied, kein General oder sonstiger Würdenträger stand bereit, um die schlitzäugigen Diplomaten zu empfangen. Außer sich vor Zorn ob dieser Missachtung ihres adligen Standes brachten die gelbstichigen kleinen Menschen ihre Forderung dem Truchsess vor. “Antiochia solle umgehend 220 Goldstücke zahlen oder die Mongolen würden ohne Gnade über die Christenritter herfallen.”

Der namenlose Truchsess wusste, was er zu tun hatte. Natürlich war die Summe von 220 Goldstücken eine Provokation! Wie konnte es sein, dass das mächtige Antiochia für ein Taschengeld vor der gelben Gefahr hätte bewahrt werden können? Nein, die Täuschung der Mongolen war zu leicht zu durchschauen. So antwortete der Truchsess mit fester Stimme: “Bestellt eurem hohen Herrn Sultan, dass unser König Bohemund ihn vor den Toren Krak de Chevaliers erwartet! Dort wird unser Herr sich vor euch tief bücken oder vielleicht sogar knien – denn so klein wie ihr seid ist es uns ja sonst kaum möglich, euch den Kopf abzuschlagen!”

Der rot erzürnte, schlitzäugige Mongolendiplomat stand noch eine ganze Weile verdattert im Audienzsaal, ehe er sich fasste und die Botschaft an seinen Herrn überbrachte. Oh Antiochia, sei stark.

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ange – Nein – zu lange hatte Bohemund auf diesen glorreichen Moment gewartet. Der Sand der Zeit war für das türkische Oberhaupt Seljuk Sultan nun endlich verronnen. Es war niemand geringeres als der Mann der ersten Stunde, der Herr von Reynold, Eroberer und Befreier von Damaskus, der dem türkischen Teufel (Kosename in Antiochien) sein zerklüftetes, altes Schwert in die Rippen rammte. Vor den Toren Malatyas begegnete der Sultan wohl seinem letztem Feind – dem Tod höchstpersönlich.

 Seine letzten Zuckungen waren unheimlich,  denn ein schämisches Lächeln und ein letzter Blick gen Norden, verhiesen nichts gutes. Die immer düstere Szenerie am nördlichen Horizont deutete Regent von Reynold, als kein gutes Omen.  Die Invasion durch das mongolische Reich, machte selbst einem gestanden Mann wie Reynold zu schaffen.  Gut, dass mit Malatya ein wichtiger Stützpfeiler nördlich der Hauptstadt erobert worden war.

Auch Bohemund hatte keine Schwierigkeiten, die Stadt Angora einzunehmen um damit die Grenze des Reiches nordwestlich zu erweitern. 

Und weil alle guten Dinge 3 sind, gab es noch eine Eroberung zu feiern.  1000 Türken verloren ihr Leben in einem blutigen Kampf um eine der letzten großen Städte der Türkei.  Bohemund konnte von nun an auch Caesarea für Antiochisches Staatsgebiet erklären.

Jetzt fehlten nur noch 2 verbleibende Bastionen des türkischen Reiches um selbiges dem Erdboden gleich zu machen. Es waren lange Jahre der Verzweiflung, Tyrannei und viele verbliebene, verwitwete Frauen sehnte den Moment der Rache entgegen…

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ladyslaw war müde von den Ereignissen dieser Tage. Er hatte viel geschafft, doch noch so viel lag vor ihm. Mit einem Glas Wein in der Hand sann er vor sich hin.

Da war zunächst die Hochzeit seines Enkels Leszek, den Sie, lieber Leser, bereits im ersten Absatz des ersten Beitrags der polnischen Geschichtsschreibung in diesem Blog kennengelernt haben. Eine wahrlich schöne Feier, eine wunderhübsche Braut und vor allem eine Festivität, die Wladyslaw nicht zu bezahlen brauchte. Auf der Feier hatte er auch erneut den Dogen von Venedig getroffen. Dieser Spaßvogel behauptete steif und fest, er wäre nicht auf der Hochzeit von Wladys Tochter Agnes gewesen – wahrscheinlich hatte der Alkohol seine Sinne vernebelt.

Weit weniger erfreulich war Wladyslaws Zeit mit den Mongolen. Nachdem sich der gute König ausgiebig beraten hatte, entschied er sich schweren Herzens für Bündnisverhandlungen mit den gelbhäutigen Schlitzaugen. Er wollte fair bleiben und schlug eine Allianz bei gegenseitigem Kartenaustausch vor. Die Mongolen willigten ein.

Kurze Zeit darauf erschien ein Bote des Khan und brachte das ersehnte Kartenmaterial. Wladyslaw staunte nicht schlecht, als er das fadenscheinige Stück künstlerisch fixierter Geographie sah. Mongolia bestand offenbar aus acht Provinzen, wobei viele von ihnen von besonders großer Ausdehnung waren. Außerdem wurde seine Vermutung bestätigt, dass die Schlitzaugen bereits östlich des Schwarzen Meeres vorgerückt waren. Damit war es offiziell: Antiochia wurde lediglich durch zwei türkische Provinzen vom mongolischen Reich getrennt. Das waren üble Neuigkeiten für seinen Freund Bohemund.

Als Reaktion auf die neue Bedrohungslage ordnete der gute König an, dass die Sicherung der Ostgrenze vorangetrieben werden sollte. Soldaten aus dem Kernland wurden verlegt und sogar ein befestigter Kommandoposten wurde an der Grenze zu Lithuania ausgehoben. Er wollte kein Risiko eingehen – auch wenn ihm seine neuen Alliierten tausendmal versichern würden, dass ihre Reiterstaffeln niemals auf polnischem Boden einträfen.

Zu allem Übel gab es neben den Mongolen auch ein – quasi – innenpolitisches Problem zu bewältigen. Auf polnischem Staatsgebiet hielten sich in diesen Tagen nahezu alle Völker Europas auf, jedes auf seine Art. Attentäter, Priester, Diplomaten, Generäle mit und ohne Heer und sogar ein paar exkommunizierte Schotten drehten ihre Runden um Danzig – der Hauptstadt des polnischen Königreichs. Diese Entwicklung missbilligte Wladyslaw, hatte er doch nur den Dänen erlaubt, sein Reich zu durchqueren. So war er auch hier gezwungen Truppen zu sammeln und außerdem noch eine Blockade der Ostsee anzuordnen. Er war damit nicht glücklich.

D
er König betrachtete den dunklen Himmel, es würde ein schweres Gewitter geben. Noch immer gab es keine Neuigkeiten aus Athen. Die Staatskasse war so leer, dass man nicht einmal mehr einen Staubkrümel darin finden konnte. Athen musste unbedingt erobert werden…

Zeitgleich betrachtete der General die Entwicklung vor Athen mit großer Sorge. Einige Kilometer entfernt bezog ein großes byzantinisches Herr Stellung um den Angriff auf Athen abzuwenden. Er erkannte sofort, dass er umgehend handeln musste und gab noch vor Sonnenaufgang das Signal zum Angriff. Wie man zuvor schon festgestellt hatte befand sich zu diesem Zeitpunkt nur der feindliche General mit seinen Leibwachen in der Stadt und so war die Eroberung eine Leichtigkeit. Die Eroberung Athens füllte die königliche Staatskasse mit 8700 Florin, von denen aber fast die Hälfte in dringend notwendige Instandsetzungsarbeiten gesteckt werden mussten.

Der König war hocherfreut über die Nachricht aus Athen. Aus Respekt vor den byzantinischen Armeen die vor Athen und Sofia aufmarschiert waren, beschloss er seinen Diplomaten den Befehl zu geben einen Friedensvertrag mit den Feinden auszuhandeln.

Nachdem ein erstes Friedensangebot von Byzanz noch abgelehnt wurde, besonnen sich die Byzantiner und sahen ein, dass ein Waffenstillstand besser wäre. Das zweite Angebot, ein Waffenstillstand gegen die Zahlung von 15000 Florin an Mailand  (über 3 Halbjahre), wurde daraufhin ohne zu zögern angenommen.

I
m östlichen Europa liegen die Nerven blank. Die Mongolen stehen im Norden und Süden Russlands, belagern Städte und Festungen unter hinterlassen eine Spur der Verwüstung.

Die asiatische Kampfmaschine läuft auf vollen Touren, sogar die russische Hauptstadt ist eingekreist und wird um ihre Zugehörigkeit bis aufs Blut kämpfen müssen. Die Militärstrategen des guten polnischen Königs beäugen die Entwicklung mit großer Skepsis. Die Fachleute rechnen zwar mit einer Verlangsamung des mongolischen Vormarschs, an einen Sieg der Russen glaubt niemand.

König Wladyslaw hat vorsorglich in diesen Tagen seine Allianz mit Dänemark gefestigt. Mit seinen Wikingerfreunden hat der gute König den vollständigen militärischen Zugang vereinbart. Dänische Truppen dürfen somit polnische Grafschaften durchqueren – zum Beispiel um Nachschub an ihre Ostgrenze (Richtung Mongolei) zu bringen.

Darüber hinaus ist Prinz Zbigniew, der polnische Thronfolger, mit einem mächtigen Heer an der Ostgrenze aufmarschiert. Er will Stärke demonstrieren und jedem Nachbarn klar machen: “seht her, wir sind bereit”. Dabei hat er mit einem Auge auch die letzte verbliebene Provinz der Lithauer im Blick. Sollten die Lithauer es wagen die Mongolen offiziell zu unterstützen, würde er nicht zögern die Versäumnisse des letzten Kreuzzeugs schnell und geräuschlos zu erledigen.

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ndriet, des Reiches Weltenbummler, erreichte seine nächste Etappe. Mittlerweile hatte sich selbst im tausende Kilometer entfernten Frankreich herumgesprochen, das Antiocha ein geschätzter Verbündeter im Kampf gegen die herannahenden Gefahren im Osten seien könnte.  Der Schatzmeister öffnete wohlwollend die Staatskasse um 500 französische Goldstücke, den frischen Vertragspakt sowie eine persönliche Grußkarte des französischen Königs an Bohemund, darin abzulegen.

Als Bohemund nach Wochen den Brief in seinen Händen hielt, erfreute er sich dieser ausgezeichneten Kunde und schickte als bald 2 seiner ältesten und wertvollsten Weinflaschen gen Frankreich. Selbst ein paar kuriose Volksnachrichten enthielt das Schreiben und zwar aus erster Hand.

 [INSIDER] So soll der polnische König Wladyslaw doch erst kürzlich den Beistand eines gewissen Pater Michaels abgelehnt haben und dessen Gefasel von Reichtum und Besitz unter den Armen aufzuteilen mit einer schamlosen Geste kommentiert haben. Auch die erneute Clubeinladung von der Silberloge der Dämmerung zweckentfremdete er zu einem schlitzäugigen Papierdrachen. Wahrscheinlich war er dieser Tage nicht gut zu sprechen aufgrund der Mongolen-Invasion. Wer mag es ihm verübeln, dachte sich Bohemund.[/INSIDER]

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ufgrund der leeren Staatskasse hat sich der König in der Hoffnung auf reiche Kriegsbeute dazu entschlossen, eine kleine Armee auf das schwach bewachte Athen marschieren zu lassen.

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ach dem unsanften Rausschmiss der russischen Delegation grübelte Wladyslaw ob einer angemessenen Reaktion auf die Brüskierung. Doch seine Strategen mahnten zur Besonnenheit, hatten sie doch Berichte über schwere Schlachten zwischen Russen und Mongolen gehört. In diesen Konflikt sollte Polen sich auf keinen Fall hinenziehen lassen.

Die Mongolen waren weit in den Westen Russlands vorgedrungen, schlugen große Feldschlachten und belagerten mindestens eine Stadt. Die im Norden Europas stationierten polnischen Truppen waren in heller Aufregung, denn sobald die Belagerung der Mongolen geglückt war, würde es eine gemeinsame Grenze zwischen den Schlitzaugen und Polen geben. Der Gedanke war alles andere als beruhigend für unseren guten König Wladyslaw.

Da verwunderte es nicht, dass der König eine Denkschrift an einige seiner Verbündeten sandte. Es war sein treuer Hofbarde Jutjub, der eine Nachricht ob der Allianz mit den Mongolen an Venedig und Jerusalem überbringen sollte. Der gute König war voller Sorge, die Mongolen könnten sich stark genug fühlen, einen Angriff auf Polen zu starten. Er hoffte, seine Verbündeten würden die Botschaft richtig zu deuten wissen.