Archive for September, 2010

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erevan, 1197 AD Winter
Endlich hatten sich Vater und Sohn wieder vereint um das harte Bollwerk von Yerevan zu knacken.
Der alte Haudegen Bohemund und sein Sohn Regent Reynald waren erfahren in Strategie und List und dieses in Kombination sollte einen Geniestreich seines Gleichen werden. Denn beiden waren sich einig, dass das mit fast 1000 Mann besetzte Yerevan eine der letzten und schwierigsten Bastionen des dezimierten türkischen Reiches darstellte.
In einer kühlen Winternacht wurde dann der Plan geschmiedet und der Zeitpunkt des Angriffs festgelegt.

Bohemund klopfte Reynald auf die Schulter und sagte zu ihm in überzeugender Manier:
“Mein Sohn – ich glaube an den Willen Antiochias. Die Überzeugung und Tatkräftigkeit macht unsere Sippe stark. Wir werden den Willen dieser elenden Schlächter unserer Kinder brechen. Lass uns gemeinsam das Schwert führen und den Tod nicht fürchten. Eines musst du mir versprechen – mein Junge. Lass uns niemals den Mut verlieren…”
Reynald´s Augen funkelten, weil er den unbändigen Willen seines Vaters schon immer schätzte und er zweifelte keinen Moment an der Glaubwürdigkeit, jener gesprochener Worte.

Schon in der darauffolgenden Nacht wurde zum Streiche ausgeholt. Bohemund und Reynald sahen schon von weitem die voll besetzten Zinnen der Stadtmauern. “Deckung, Männer!” – schrie Reynald als hunderte Pfeile gen seiner Mannen flogen und den sternenklaren Nachthimmel erhellten.

 

Im Osten brachten sich 4 Divisionen Bogenschützen in Stellung und verlagerten dadurch die Defensive der Türken, so dass das Tor für einen kurzen Moment unbesetzt war. Ein listiger Spion sorgte dafür, dass die Stadtmauern für Antiochia zum Empfang offen standen. Die Strategie der beiden Landesherren schien zu greifen. Beide schickte ihre schwersten Einheiten zum Angriff und begleiteten diese in einem Höllenritt. Schnell waren die Mauern erobert – jedoch mit einigen Verlusten, da der Feind seine besten Eliteneinheiten gegenüberstellte.
Es war ein regelrechtes Gemetzel und viele tapfere Männer verloren ihr Leben für ihr Land. Schließlich kämpfte man sich durch bis zum inneren Kern, der noch überwältigend bewacht war.  Dort lauerte auch der feige türkische General, der sich im Schutze seiner verbliebenen Männer versteckte.  Reynald erinnerte sich an die Worte seines Vaters und in ihm brodelte das unbeschreibliche Gefühl des Siegeswillen. Er ritt ohne zu zögern mit seiner verbliebenen Leibgarde auf den verängstigten türkischen Herresführer zu. Als bald er mit seinem Schwert den Kopf von dessen Schultern trennte, hörte er aus dem Hintergrund die Schreie seines Vaters.

“Reynald! Es ist eine Falle…Reynald – eine Falle…” Reynald spürte im selben Moment den dumpfen Einschlag eines Speeres, der seinen Panzer vollständig durchbohrte. Er fiel von seinem Ross und richtete mit letzter Kraft sein Haupt, schaute zu Bohemund um mit einer letzten Handbewegung am Boden zusammen zu brechen. Bohemund verstummte für einen Moment. Es war plötzlich ganz still. Bohemund stammelte immer wieder “…nicht Reynald….nicht Reynald…” als er den letzten türkischen Widerstand in Yerevan mit einer ohnmächtigen Professionalität weg fegte. Es war ein wichtiger Sieg für Antiochia – aber für welchen Preis?

 

Es war ein Tag des Sieges aber auch ein Tag der Trauer in Antiochia. Die Flaggen hingen auf Halbmast. Auch die guten Aussichten für die bevorstehende Eroberung der vorletzten türkischen Städte Tabriz sowie das Bündnis mit dem heiligen römischen Reiche, konnten Bohemund in diesen Tagen nicht glücklich stimmen.

 

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it Gottes Beistand konnte die Festung Ancona gehalten und die Eroberung durch die sizilianische Armee verhindert werden. Obwohl die Sizilianer mehr als doppelt soviele Männer in die Schlacht geschickt haben, ging Captain Baldassare aus einer blutigen Schlacht als Sieger hervor. Gerüchten zufolge soll er am Ende der Schlacht folgendes gesagt haben: “Beim Herrn! Unser Feind wurde richtig erniedrigt! Lasst uns alle dieses Tages gedenken als den Tag unseres ruhmreichsten Sieges.”

Unterdessen wurde in den Alpen nördlich von Mailand von der Aufklärung ein sizilianisches Familienmitglied gesichtet. Deo Prignano wird keinen Schritt weiter Richtung Sizilien marschieren… Außerdem brannte in Neapel eine Kirche nieder. Die mailandische Armee befindet sich weiter auf dem Weg in Richtung Sizilien.

Vor Cagliari war erneut ein Spähtrupp der Mauren gelandet. Dieser konnte vernichtend geschlagen werden, sodass die Mauren hier keine Truppen sammeln konnten.

Den lächerlichen Versuch eines Rebellentrupps sich vor Sofia in Position zu bringen konnte die Stadtwache in einer kurzen Schlacht erfolgreich unterbinden.

Weitere Nachrichten aus aller Welt:

  • Moskau wird von den Mongolen belagert.
  • Prinzessin Diana Rossi reist mit Keuschheitsgürtel durch Europa.

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m Sommer 1197 stand die Innenpolitik im Fokus der Aufmerksamkeit. Prinz Zbigniew, Thronfolger des guten Königs, führte diesmal die Amtsgeschäfte da sein Vater in Venedig verweilte.

Als eine der ersten Amtshandlungen des neuen Halbjahres lies der Prinz gegen einen religiöse Aufrührer “klare Kante” zeigen. Ohne wenn und aber griff die Kirche des guten Königs durch und reinigte das Land von den verderblichen Einflüssen der irregeleiteten Heretiker.

Kurz darauf rückte Zbigniew höchstpersönlich gegen drei große Rebellenheere aus. Mit über 700 Mann aus der polnischen Ostgruppe vernichtete er die Aufrührer im eigenen Land. Damit war kurzfristig Ruhe an der Ostfront geschaffen – die verbleibenden Mannen unter Waffen lies der Prinz an der Grenze zu Russland kampieren. 

Der Prinz fand schnell Geschmack am regieren. Er lies nach dem Obersten Finanzverwalter schicken und bestand darauf, dass dieser die monetären  “Key Performance Indikatoren” des Königreichs veröffentlichen mögen. Die Zahlen sollten anderen Herrschern als Orientierung dienen, ob bspw. deren Handelseinnahmen oder Militärkosten in einem vernünftigen Verhältnis zu den Zahlen der Polen stünden.

Am Midsommertag traf ein Bote von Andrew von Ungarn ein. Andrew war mit den ungarischen Seesöldnern etwa auf Höhe der Krim angekommen. Dort hatte er festgestellt, dass Mongolia nicht die komplette Krim besetzt hielt – so dass er für kommendes Halbjahr die Eroberung einer von Rebellen besetzen Festung einzuplanen gedachte. Weiterhin jedoch gilt der Zeitplan ob des Tripps nach Antiochia.

Des Weiteren formulierte der junge Herrscher einen Appell an die Führer des Allianzrates. Zbigniew schrieb: “Meine Herren, aufgrund unserer guten Verbindungen zum Heiligen Stuhl teile ich der Runde mit, dass der Hohe Herr von Rom erneut angeboten hat, einen Kreuzzug gegen die Ungläubigen zu starten. Das Erstzugriffsrecht liegt zwar diesmal nicht bei Polen, falls jedoch die anderen Herrschaftshäuser kein Interesse an einem Kreuzzug haben, wird Polen binnen vier Halbjahren handeln. Hochachtungsvoll, Prinz Zbigniew”

Während Zbigniew sich in Diplomatie übte, schuf Wladys Enkel Leszek an der Südost-Grenze Polens neue Fakten. Zusammen mit der örtlichen Grenzschutzgruppe überquerte er die Grenze zu Russland und hielt pfeilgerade auf Kiev zu. Was er wohl vor hat?

Zu guter Letzt wurden auf Zbigniews Geheiß Truppen der Kirche gen Novgorod gesandt. Ihre Aufgabe dort ist, durch die Verbreitung des christlichen Glaubens Zwietracht unter den mongolischen Besatzern zu säen. Bei dieser Aufgabe werden sie durch Spione in der Stadt unterstüzt. Ein Umsturz ist geplant, ein direkter Angriff gegen Mongolia steht hingegen noch nicht auf der polnischen Agenda. Es bleibt spannend.

I
m Sommer 1197 AD weilte der gute König Wladyslaw in Venedig. Höchstpersönlich überwachte er die Regierungsgeschäfte an der Adria, stand es in diesen Tagen doch nicht besonders rosig um das Reich des Dogen. Gemeinsam mit dem Generalstab Venedigs ging der König die Anliegen dieser Tages durch.

Top 1: Angriff Siziliens gegen Mailand
König Wladyslaw strich sich durch den ergrauten Bart. Der Papst hatte Venedig ausdrücklich ermahnt, jedweden Angriff auf Sizilien zu unterlassen. Militärischen Beistand konnte er Mailand nicht anbieten – ganz davon ab, dass dafür auch schlicht die Finanzmittel gefehlt hätten. So ließ der gute König die Truppen in den Kasernen, löste aber zumindest das Bündnis mit Sizilien auf.

Top 2: Angriff Antiochias gegen das Türkenreich
Der Übergriff kam nicht unerwartet, dennoch musste auch hier eine Entscheidung getroffen werden. Aufgrund der guten Beziehungen zu Antiochia und des gemeinsamen kulturellen Hintergrundes entschied Wladyslaw, in diesem Konflikt auf der Seite Antiochias stehen zu wollen. Das Bündnis mit den Turkmanen wurde aufgelöst.

Top 3: Die Lage in Byzanz
Das große Byzantinium hielt zahlreiche Truppen unter Waffen, sowohl an dessen Westgrenze zu Venedig als auch im Landesinneren. Da kam es Wladyslaw wie gerufen, dass Ungarn in die Offensive gegangen war und mit einem Vorauskommando bereits die byzantinische Hauptstadt belagerte.

Top 4: Tessla e.V. reloaded
Am Midsommertag feierte Councillor Christiano mit seinen Mannen die Neugründung des legendären Tessla e.V.
Die Vereinigung dient dem Zweck, die Stadt Tessaloniki zu erobern und zu halten. Die Truppen stehen an der Grenze zum Byzantinium und warten auf weitere Befehle.

Top 5: Handelsflotte
Der Oberste Buchhalter Venedigs konfrontierte Wladyslaw mit der Erkenntnis, dass Venedigs Einnahmen durch Händler gerade mal 137 Goldstücke pro Halbjahr betrugen. Schockiert ob dieser äußerst geringen Zahl, befahl Wladyslaw den Abzug zweier Händler und beorderte diese auf ein Schiff. Ihr Ziel ist Italien, wo allein diese beiden die regelmäßigen Handelseinnahmen verdoppeln sollen.

Top 6: Friede mit dem Byzantinium
Blasio de Negri, seines Zeichens venezianischer Top-Diplomat, verhandelte auf Geheiß des guten Königs nahe Kutais mit dem Byzantinern. Unmissverständlich machte er den ehemaligen Oströmern klar, dass ihre Position recht bedauerlich sei. Nahezu alle ihre Häfen waren durch Venedig blockiert, Ungarn belagerte die Hauptstadt und eine große Streitmacht des Dogen war auf dem Weg nach Tessaloniki. Die Argumente waren stichhaltig – und nach genau zwei Verhandlungsrunden stimmten die Byzantiner einem Friedensvertrag mit Venedig zu. Im Austausch für Frieden und Handelsrechte erhielt Venedig die einmalige Summe von 25.000 Goldstücken…

Top 7: Sonderausgaben
Wie so oft führte die unplanmäßige Einnahme sofort zu unplanmäßigen Ausgaben. Rund 15.000 Goldstücke lies der gute König Wladyslaw in drei dringend benötigte Stadtmauern sowie einen Handelshafen investieren. “Endlich, wir sind wieder schwarz” dachte sich der gute König, als er sich nach wohlverrichteter Arbeit in den Weinkeller des Dogen begab. Dieser Tag musste gefeiert werden.

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ie Kunst des Krieges beherrschte Bohemund, wie kein Zweiter. Und dieser Teufelskerl hatte es trotz harter 3 Jahre des Marsches geschafft, sich gen Norden durchzuschlagen um der
 entscheidenen Schlacht um Yerevan beizusteuern. Wie ein Magnetfeld zog sein Drang auch im hohen Alter für sein Reich Schlachten zu führen.

Und es war nicht irgendeine Schlacht – nein – im Gegenteil – es war eine sehr entscheidende Schlacht, denn Yerevan war eine der letzten Hochburgen der Türkei neben Baghdad. Bohemund wusste, dass es viele seiner Männer Leben kosten würde. Dennoch blieb seinem Reich aufgrund der finanziellen Situation und den herannahenden mongolischen Feinden keine Alternative. Yerevan musste erobert werden um jedes Preises Willen und so kam es auch schnell und unverzüglich zur Belagerung der voll besetzten Stadt.  “Der Herr schütze unseren Prinzen und gebe uns Kraft in den nächsten Stunden…” hörte man es in der Belagerungszenerie erklingen.

Währenddessen wurde mit Spanien ein weiterer Verbündeter für die Sache gewonnen.

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ieder einmal hatte es der sizilianische König gewagt einen Angriff auf Ancona zu Befehlen. Die Festung wurde erneut belagert und zwar von derselben Armee, die sich erst vor einiger Zeit hinter die eigene Grenze zurückgezogen hatte. Duke Bernardo sah, dass Ancona wohl nicht zu halten ist und befahl sofort den in Cagliari stationierten Einheiten Richtung Sizilien vorzustoßen. Die Sizilianer sollten mit einem Gegenangriff auf dem eigenen Land überrascht werden. Es wird sich zeigen ob dieser Plan gelingen kann. Die Verteidigung in Cagliari war nun auf ein Minimum reduziert und das obwohl die Gefahr eines Angriffs durch die Mauren noch nicht gebannt war…

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önig Wladyslaw war fertig. Mit sich und der Welt… und den Regierungsgeschäften von Jerusalem, Venedig und Polen. Ein Regierungsmarathon war geschafft.

Und das gab’s zu berichten:

Jerusalem: Wladyslaw sah und sieht die Möglichkeit, Byzanz zu überfallen. Da ein Angriff gegen Byzanz jedoch diplomatische Verwerfungen mit sich bringen würde, wollte er dem König vom Tempelberg nicht vorgreifen. Ein Schiff mit Angriffstruppen steht bereit – es kann nach Ägypten oder Byzantinium reisen.
So oder so – auf jeden Fall würden in Kürze Truppen nach Medina gesandt werden. Eine Angriffsstreitmacht wurde im Süden des Landes versammelt, sie wartet auf den Marschbefehl

Venedig: Der gute König war schockiert ob der präkeren finanziellen Situation des Adria-Stadtstaates. Trotz Sparmaßnahmen, Steuererhöhungen und Abrüstung kam Venedig “auf keinen grünen Zweig”. Und zu allem Überfluss lungerte weiterhin ein großes sizilianisches Heer direkt vor einer venezianischen Stadt. Der gute König beschloss, diesen Fall vor den Allianzrat zu bringen. Die Herrscherhäuser sollten sich – jedes nach seinem Gusto – an der Sanierung der Staatsfinanzen beteiligen. Seine Idee war, entweder mit Geldspenden den Haushalt aufzupäppeln oder einen Kreuzzug auszurufen, so dass die laufenden Kosten für das Heer dramatisch reduziert werden könnten. So oder so – ohne Hilfe bestünde jedenfalls Gefahr, dass eine wichtige Stütze im Mittelmeerraum ausfallen könnte.

Polen: Mit Sorge nahmen die Späher des Königs die ungehemmte Expansionslust Mongolias zur Kenntnis. Erneut waren die Russen Ziel der Pferdemenschen, doch es war nur eine Frage der Zeit bis sich ihre Gier nach Land gegen den guten König wenden würde.

Der Kronprinz von Polen, der zur Zeit an der Ostfront lagerte, befahl die Aushebung polnischer Elitetruppen. Mit ihnen plant er die Vertreibung zahlloser Rebellen Richtung Mongolia. Zeitgleich zur Aufrüstung im Osten vermeldete Prinz Andrew von Ungarn, dass er in Nordungarn Seesöldner anheuern konnte, die ihn nun über das Schwarze Meer Richtung Antiochia befördern. Mongolia – Polen kommt!

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n diesem Halbjahr war alles anders. Die Mongolen hielten sich vornehm zurück, die christlichen Fraktionen lagen nicht im Krieg miteinander und sogar die Mauren gaben offenbar Ruhe. Wäre zur selben Zeit nicht auch der Doge von Venedig spurlos verschwunden, wären die Tage in Europa perfekt gewesen. Aber so?

Wie es sein Freund der Doge gewünscht hatte, sandte Wladyslaw zu Beginn des Halbjahres seinen Obersten Landverweser als Statthalter nach Venedig. Hier der Bericht des polnischen Verwaltungsexperten:

Obwohl der Papst kriegerische Handlungen ausdrücklich untersagt hatte, lagerten weiterhin sizilianische Truppen in nicht unerheblicher Zahl vor den Toren Venezias. Diese Provokation ließ der Oberste Landverweser unbeantwortet, wusste er doch, dass der Papst jedweden Präventivschlag verurteilen würde.

Da die Außenpolitik dem Dogen vorbehalten sein sollte, konzentrierte sich der polnische Verwaltungsexperte auf die Abläufe im inneren der Adriarepublik. In einem Akt unerwarteter Härte wurden zwei besonders nutzlose Kompanien überteuerter Stadtwachen aus dem Dienst entlassen. Und außerdem wurde auch der Verwaltungshauptsitz aus der Stadt Venedig hin an die deutlich günstigere Adria-Ostküste verlegt. Bei den geringen Mieten auf dem Balkan konnte allein durch diese beiden Maßnahmen der monatliche Profit um über 700 Goldstücke gesteigert werden.

In Polen feierte Wladyslaw unterdessen in Visby die Errichtung des Hanse-Hauptquartiers. Das nordeuropäische Handelskartell hatte sich zu einem Investment entschlossen. Dank der besonders guten Infrastruktur und der günstigen Gewerbesteuer fiel die Wahl der Handelsmafia Händlergilde auf die polnische Insel Visby. Von dort aus steuert die Gilde fortan ihre maritimen Aktivitäten.

Prinz Andrew, seines Zeichens Gatte der Agnes von Polen, ließ über einen Boten ausrichten, dass er mit seinen Mannen wohlbehalten das Nordwest-Ufer des Schwarzen Meeres erreicht hat. Von hier aus will er im nächsten Halbjahr ein Söldnerschiff anwerben und zur Ostgrenze der Schwarzen See aufbrechen. Antiochia, halte durch!

Zu guter Letzt kam das Beratungsunternehmen des Schotten Old Mac Kinsey zu dem Schluss, dass auch in Polen der Verwaltungssitz nach Osten verlegt werden sollte. Gesagt, getan: die neue Hauptstadt des polnischen Königreiches ist ab sofort die malerische Memelstadt.

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ie angeforderte Verstärkung war in den letzten Tagen in Cagliari eingetroffen und die Vorbereitungen für einen Gegenangriff waren abgeschlossen. Kurz nach Sonnenaufgang marschierten die Truppen Mailands vor die Tore Cagliaris und starteten den Angriff auf die Mauren unter Führung des Generals Yazid al-Ifriqi die sich sofort in das Hinterland zurückzogen. Doch damit gab sich General Cristoforo Rossi nicht zufrieden und setzte nach. In einer kurzen Schlacht konnten die Mauren schließlich besiegt und von der Insel vertrieben werden.

In der Hauptstadt vernahm König Bernardo die freudigen Nachrichten aus Cagliari und Ancona. Die Freunde aus Venedig waren erneut eine Allianz mit den Sizilianern eingegangen und hatten sie so zum Rückzug gezwungen.

Die Diplomaten Mailands zeigten erneut ihr geschick und handelten bei den Byzanztiner eine Zahlung von 718 Florins und bei den Ungarn von 363 Florins heraus.

Am Ende des Jahres schrieb der König an seine Verbündeten und bat sie um Vorschläge für das Ziel eines zweiten Kreuzzuges. Er erwartet ihre Antworten baldmöglichst, damit über die verschieden Vorschläge in gemeinsamer Runde abgestimmt werden kann.

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erbittert nahm König Wladyslaw die Nachricht seiner Verbündeten hin. Kurzum: Mailand, Venedig und Jerusalem hatten ihm vornehm mitgeteilt, dass sei einen Kreuzzug gegen Mongolia nicht befürworten würden. Gründe dafür gab es zahlreiche, doch die waren letztlich egal. Der gute König musste sehen, wie er mit einem 240.000 Goldstücke schweren Gegner klarkommen konnte.

Noch tief in Gedanken versunken, erhielt er eine Depesche der Auslandsaufklärung. Die polnische Spionagetruppe hatte Novgorod erfolgreich infiltriert und erste Ergebnisse aus der Grenzstadt durchgegeben. Wie erwartet stand Mongolia mit einem Reiterheer vor Wladys Haustür.

Nicht nur militärisch, auch auf diplomatischem Terrain kam Mongolia in Bewegung. Unumwunden boten die schlitzäugigen Pferdekrieger Polens Top-Diplomaten Miszko Marosz eine große Summe Geld an, wenn Polen einen Angriff auf Russland durchführen würde. Auf diese List fiel natürlich niemand hinein, aber diese Vorgehensweise zeigte Wladyslaw nur einmal mehr, dass Mongolia besser nicht unterschätzt werden sollte.

Abseits aller mongolischen Umtriebe berichteten die polnischen Späher auch von einem teutonischen Truppenaufmarsch nahe Stockholm. Die Nachricht kam zur Unzeit, waren doch die polnischen Städte südlich von Stockholm derzeit nur mit Stadtwachen und leichten Infanteristen besetzt.

Es waren wahrlich keine leichten Zeiten, in denen Wladyslaw zu regieren hatte.

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ie unzähligen Schlachten, das Adrenalin, das Blut und das Sterben hatten Bohemund über die Jahre gezeichnet. Ihm sah man so langsam sein Alter von derweil 50 Jahren deutlichst an. Jedoch wollte er sich nicht seiner letzten Jahren ausruhen im wohlverdienten Ruhestand – nein – sein Plan war ein Anderer. Beinahe typisch für Bohemund machte er sich eines morgens auf und kehrte der verlassenen Gegend um Iconium den Rücken und zwar ganz alleine. Berater rieten ihm davon ab – aber er war nicht zu halten. Das Feuer in seinen Augen sprach eine andere Sprache. Er wollte höchstpersönlich Monogolia einen ersten Willkommensgruß vom Norden seines Reiches aus senden. Bis dahin war es aber noch ein langer und gefährlicher Weg.  Das er es schaffe würde, daran zweifelte zumindest keiner seiner Reichessoldaten. Zu hart und eisern war sein Wille und die gute Kunde bereitete Freude unter den im Norden stationierten Truppen. Ihr Herrscher würde sie auch in dieser entscheidenden Stunde nicht im Stich lassen.

Derweil war ein Angriff auf 2 letzte türkische Bastionen in 2 Jahren geplant. Zuvor schafften es aber listige Dipolmaten den Türken noch 2 x 4000 Florinis aus der maroden Staatskasse zu leiern. Eine wahrlich beachtliche Leistung. Auch die gemeinsamen stationären Pläne im Norden mit Polen schritten voran. So konnte schon ein Fort an der zentralen Nordgrenze errichtet werden und im nächsten Jahr würde ein weiteres an der rechten Flanke im Norden folgen.

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ie Duke Benardo es vor wenigen Wochen noch vorhergesehen hatte war es nun geschehen. Nicht nur mit den Mauren war man jetzt im Krieg, nein auch die Sizilianer hatten den Krieg erklärt und belagerten Ancona mit einer beträchtlichen Armee. Duke Bernardo hatte schleunigst einige Entscheidungen zu treffen. Zuerst beorderte er die zwei erfahrenen Mitglieder der Attentätergilder von ihrer Reise Richtung Antiochia zurück. Sie begaben sich direkt auf das sizilianische Festland und erledigten ihre Missionen in der Stadt Ban erfolgreich. Dabei lies ein sizilianisches Familienmitglied sein Leben und ein Gebäude brannte nieder.

Da in der Kürze der Zeit keine neuen Einheiten nach Ancona verlegt werden konnten, befahl Duke Bernado die Einheiten in Florenz zu verstärken. Leider ist Florenz nur eine kleine Stadt und so waren die Mittel dort eher begrenzt. Glücklicherweise ist die Armee aus dem HRE noch nicht weiter vorgerückt. Es bleibt abzuwarten was sie vorhaben.

Der Brief der Duke Bernardo aus dem Königreich Polen erreichte brachte ihn in Rage. Wie konnte Wladyslaw es in dieser Zeit wagen nach der Zustimmung für einen Kreuzzug gegen die Mongolen zu fragen. Sein Königreich lag mit niemandem im Krieg und zur Zeit bestand nicht mal eine Gefahr, da er mit den Mongolen ein Bündnis eingegangen war. Scheinbar wollte sich Wladyslaw bereichern… In Mailand hingegen bestand höchste Gefahr in zwei Städten, auch wenn in Cagliari inzwischen die Verstärkung eingetroffen war. Man hätte nicht mal die Möglichkeit eine kleine Armee für ein solches Unternehmen abzustellen, denn das Risiko eines Angriffs in der Heimat wäre viel zu groß. Der Duke ließ einen einen Schreiber kommen, um Wladyslaw seinen Unmut über diese Anfrage kundzutun. Statt sofort einen Kreuzzug gegen die Mongolen auszurufen sollte eher die weitere Entwicklung mit den Sizilianern und den Mauren beobachtet werden. Zur Zeit wäre ein Kreuzzug gegen die Sizilianer oder die Mauren sicher angebrachter…

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in friedliches Halbjahr neigte sich im beschaulichen Polen dem Ende entgegen. Zwei russische Provinzen waren erfolgreich integriert worden, zahllose Baumaßnahmen angestoßen und die Heeresgruppe um Prinz Andrew kam ihrem Ziel abermals näher. Oberflächlich betrachtet war alles gut.

Weit weniger gut stand es um das Reich des guten Königs Wladyslaw im Detail. Aus dem gotteslästerlichem Deutschen Reich drang ein ketzerischer Prediger nach Polen ein. Der örtliche Adept der Ekklesiarchie machte mit dem Fehlgeleitetem zwar “kurzen Prozess”, aber schon tags darauf wurde ein neuer Ketzer an der Landesgrenze gesichtet.

Geradezu schockierend waren die Berichte des polnischen Geheimdienstes ob der Finanzkraft Mongolias. Aus glaubwürdigen Quellen wurde berichtet, dass das Reich des Pferdeherren in Summe über 240.000(!) Goldstücke verfügen müsste. Für Polen bedeutet dies ein erhebliches Problem, zumal die eigene Finanzstärke in den letzten Halbjahren kontinuierlich gesunken ist. “Am besten wäre es wohl, der Allianzrat würde einen Kreuzzug gegen Mongolia ausrufen – und wir würden uns alle ein Stück vom Kuchen abschneiden”, dachte der gute König im Stillen bei sich. “Und wieso sind die überhaupt so reich?! Die müssen wohl etwas in ihren Genen haben…”.

Zu schlechter Letzt berichteten die Grenztruppen im Norden des Königreichs, dass mongolische und russische Truppen unerlaubt auf polnischem Gebiet lagerten. Sehenden Auges nahm Wladyslaw diese Provokation hin – ihm fehlten schlicht die ausreichenden Mittel zu einer angemessenen Antwort.

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as Jahr begann mit einer furchtbaren Schlacht vor den Toren Cagliaris. Die Mauren entschlossen sich kurz nach Sonnenaufgang zum Angriff. Gegenüber standen sich Captain Bindello mit seinen 352 tapferen mailänder Mannen und der maurische Captain Tamim mit seinen 673 Mann. Die Strategie Bindellos sah vor die Festung so lange wie möglich zu halten und den Mauren möglichst Hohe Verluste zuzufügen. Die Bogenschützen wurden links und rechts neben dem Tor postiert. Eine schnelle Eingreiftruppe von Schwertträgern befand sich neben dem Turm-Aufgang zur Mauer. Direkt hinter dem Tor wurde eine Einheit Speerträger postiert, in deren Rücken sich eine weitere Einheit Bogenschützen in Stellung brachte. Captain Bindello mit seiner Reiterstaffel ging dahinter in Position. Die Mauren stürmten in geschlossener Formation heran, links der Belagerungsturm, rechts die Leitern und in der Mitte der Rammbock, gefolgt von den restlichen Einheiten, immer unter Beschuss von den Bogenschützen. Die Leitern erreichten die Mauern zuerst, doch die Schwertträger konnten in kurzer Zeit alle Angreifer zurückschlagen. Dann ging es ganz schnell: der Belagerungsturm erreichte die Mauern und die Schwertträger übernahmen die Verteidigung, gleichzeitig konnten die Mauren das Tor aufbrechen. Die Speerträger stürmten hervor, um die Mauren am Eindringen zu hindern; auch Captain Bindello begab sich nun nach vorne in die Schlacht. Auch die im Innenhof postierten Bogenschützen eröffneten das Feuer. Auf der Mauer kehrte inzwischen wieder Ruhe ein und die verbliebenen Speerträger konnten am Tor weitere Unterstützung leisten. Mit einer solch heftigen Gegenwehr hatten die Mauren nicht gerechnet und zogen sich nach starken Verlusten aus der Schlacht zurück. Cagliari war vorerst gerettet.

Die verschiedenen Truppenaufmärsche bereiteten dem König Kopfzerbrechen. Auf Cagliari waren die Mauren gelandet, an der Grenze zu Ancona standen die Sizilianer mit einer großen Armee und das Heilige Römische Reich lies seine Truppen Richtung Mailand marschieren. Die Staatskasse musste dringend mit neuem Geld gefüllt werden, und so wurde nichts unversucht gelassen, an Geld zu kommen. Ein französischer und ein byzantinischer Händler mussten ihre Geschäfte aufgeben. Auch die Diplomaten leisteten ein wenig Arbeit bei der Sanierung der Staatskasse. Die Russen lehnten einen Austausch von Karteninformationen ab und kauften stattdessen die druckfrischen Karten  aus Mailand für einen niedrigen dreistelligen Betrag. Auch Byzanz hatte kein Interesse an aktuellen Karten, stattdessen spendenten sie 464 Goldstücke. Zwischendurch konnte noch ein Inquisitor in die Hölle geschickt werden.

Auch aus dem Norden erreichten den König Meldungen. Die Mauren Mongolen hatten vor Pskov ein kleines Heer zusammengezogen und Novgorod stand unter schwerer Belagerung.

Auch die Haltung des Paptes gefiehl König Bernardo überhaupt nicht, und so wurde eine Entscheidung getroffen, die dieses Problem lösen sollte. So kam es, dass einige Tage später Irland, Wales und Schottland nicht mehr als exkommuniziert galten.

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m Jahre 1194 AD stand Europa am Abgrund. Die katholischen Mächte Norwegen und Teutonia bekämpften sich ohne Gnade, Sizilien griff Venedig an, die Mauren standen vor Mailand, die Mongolen belagerten die Russen. Es war furchtbar.

Der höfischen Gesellschaft zu Danzig kam es in diesen Tagen gerade recht, dass Prinz Banaszak endlich eine passende Braut freite. Trotz Krieg und Verderbnis schalteten die Menschen in Polen für einige Tage um – und freuten sich über das junge Glück. Möge es lang und kinderreich sein.

Im Osten Polens hätte man gerne mitgefeiert, wenn nicht der Truchsess der Ostburg die oberste Alarmstufe ausgerufen hätte. Die Mongolen hatten mit einem Spähtrupp die Grenze Polens überquert, offenbar um sich ein Bild von den örtlichen Gegebenbeiten zu machen.

Zu allem Überfluss hatte sich Prinz Andrew just in diesem Moment mit einem Gutteil der Truppen der Ostburg zur Unterstützung Antiochias aufgemacht. So stand die Ostburg nahezu ohne Besatzung dar, als der Pferdeherr seine Späher kreisen lies.

Während man im Osten gebannt auf die Grenze starrte, vollzog Prinz Zbigniew, Thronfolger des guten Königs Wladyslaw, die Umgestaltung der polnischen Nordost-Grenze. Zusammen mit seinem Sohn Leszek, General Przemysl und über 2.000 Soldaten erstürmte er die letzte Feste des Großherzogs Vaisvilkas von Lithuania.

Der Angriff auf Lithuania erledigte zwei Probleme mit einem Streich. Zum einen war das Dauerärgernis Lithuania vom Tisch – immerhin lagen zahlreiche Nationen der zivilisierten Welt mit diesem Volk im Krieg. Darüber hinaus war ein Schwachpunkt im Kampf gegen die Mongolen beseitig – ein toter Herrscher konnte nicht mehr Vasall des Pferdeherren werden. Großherzog Vaisvilkas starb gemeinsam mit seinen Männern.

Im Gefecht um die Dominanz an der Nordostgrenze ließen viele Männer auf beiden Seiten ihr Leben. Polen büßte an disem Tage fast 1.000 tapfere Soldaten ein. Diejenigen, die überlebten, trugen Narben an Knochen und Seele davon. Es waren keine schönen Zeiten, damals, in Nordeuropa.

Als sich der Schlachtenlärm senkte und die polnischen Truppen mit der Sicherung des Schlachtfelds begannen, entdeckten die Soldaten die zerschundene Leiche des tapferen Generals Przemysl. Er war der Anführer der zweiten Heeresgruppe und gehörte zur ersten Welle, die in die schwer befestigte Burg Lithuanias eindrang. Prinz Zbigniew sprach zu seinen Männern und sagte ihnen, dass Polen nun für alle Zeit dieses Land verteidigen müsse damit General Przemysl nicht umsonst gefallen sei.

Wenige Tage darauf übernahmen die polnischen Beamten das Ruder in der vormals letzten Provinz Lithuanias. Das Steuer- und Justizwesen wurde übernommen, Infrastrukturmaßnahmen geplant, eine Kirche beauftragt, Truppen aufgestockt und vieles mehr. Der Bevölkerung wurde klar: Lithuania war vernichtet, Polen ist jetzt an der Macht.

“Bürger Russlands, seht auf diese Stadt” rief Polens Chefdiplomat Miszko Marosz nahe Smolensk dem dortigen Stadtrat zu – und zeigte am Horizont auf die Rauchsäulen der ehemals letzten Provinz Lithuanias. Der findige Außenminister des guten Königs Wladyslaws machte keinen Hehl aus der Gewaltbereitschaft des ponischen Thronfolgers… und außerdem erinnerte er die Russen daran, dass sie mit den Mongolen bereits genügend Probleme hätten. Die Russen wiederrum wollten Frieden mit Polen, hatten sie doch ohne Not vor 4 Halbjahren dem guten König wegen einer ausgebliebenen Schutzgeldforderung den Krieg erklärt. Wladyslaw willigte nach langen Verhandlungen ein, mit den Russen seinen Frieden zu machen. Er gab ihnen sogar Kartenmaterial und Bargeld mit – im Tausch gegen gerade einmal zwei Städte, die die Russen über kurz oder lang sowieso an die Mongolen verloren hätten.

Auf dem Fuße folgte die Friedenserklärung der Russen. Formal hatte Wladyslaw an der Ostgrenze nun Ruhe – war er doch weiterhin mit den Mongolen verbündet und mit den Russen zumindest nicht im Krieg. Er war schon sehr gespannt, wie lange die Ruhe halten würde.

Nach all den schrecklichen Ereignissen und Schlachten nahm Wladyslaw mit dem Papst Kontakt auf. Wlady wollte wissen, wie der Heilige Stuhl zu den Verfehlungen Siziliens und Teutonias stand. Zu seiner Überraschung stellte der gute König der Polen fest, dass der Papst das Verhalten dieser beiden Aggressoren billigte – was ein nahezu unfassbares Zugeständnis des Papstes war. Fast hätte Wladyslaw selbst mit dem Papst gebrochen, hätte dieser ihn nicht auch darauf hingewiesen, dass ab sofort wieder die Möglichkeit zum Ausrufen eines Kreuzzugs bestehen würde. Wladyslaw nahm sich vor, diese Information in Kürze mit dem hohen Allianzrat zu besprechen.