Archive for August, 2011

I
m Jahre 1226 AD verstarb plötzlich und unerwartet König Thomas von Jerusalem. Er starb friedlich unter hinterließ keine Kinder, so dass die Königswürde auf einen anderen Zweig der Familie übersprang. Lang Lebe König Lawrence von Arabien!

Eine Armee Jerusalems unter der Führung von Barnaby Gilforde befindet sich derzeit auf antiochischem Gebiet und patroulliert zwischen Bagdad und Kerak. Es wird hiermit offiziell angefragt, ob Antiochia weiterhin diese militärische Unterstützung zur Unterdrückung von rebellischen Umtrieben wohl heißt oder ob die Mannen Jerusalems zurück in ihre Dörfer gehen sollen.

A
ngers

In den letzten Monaten hatten die Franzosen einiges getan um die Verteidigung der Festung zu verbessern. Prinz Rolet und seine 700 Männer sicherten die Festung und weitere 555 Männer sicherten die Umgebung der Festung.

Doch Pietro de Livio und Baldassare de Treis hatten einen Plan. Kurz nach Sonnenaufgang begann Mailand mit dem Angriff auf die Verteidiger. Von dieser Aktion überrascht verlies Prinz Rolet mit seinen Mannen die Festung, um den unterlegenen Verteidigern außerhalb der Festung zur Unterstüzung zu kommen. Dies sollte sich als der entscheidende Fehler herausstellen, denn Mailand gewann in der Feldschlacht schließlich die Überhand und konnte fast alle Verteidiger besiegen. Nach dem Ende der Schlacht stand die Festung ohne Verteidiger da und konnte einfach in Besitz genommen werden.

Valencia

Überrascht nahm Herzog Puccio den Brief aus Antiochia zu Kenntnis. Er selbst hatte vor einigen Jahren schon die Festung Valencia als Brückenkopf angeboten, doch in Antiochia schien sich niemand für dieses Angebot zu interessieren. Da aber das Ziel der Allianz an oberster Stelle stand bat er sofort einen Schreiber zu sich und machte Antiochia das folgende Angebot:

K
önig Leszek saß in seinem Arbeitszimmer und grübelte. “Wie schnell doch alles vergeht. Der kleine Bronisad regiert in Antiochia, Agnes ist von uns gegangen, Zbigniew ist weg, Wladyslaw ist weg, herrje… wie lange will ich so noch weitermachen? Geld ist nicht mehr meine Sorge, Länder habe ich ebenfalls genug. Das Haus ist gebaut, der Baum ist gepflanzt, der Sohn ist gezeugt – ich bin fast fertig.”

Schwermütig in seinen Gedanken starrte der König auf die Karte der Welt. 47 Regionen nannte er nun sein Eigen, zwei weitere würden nächstes Halbjahr durch den Fall Norwegens hinzukommen. Bei 50 Ländern würde er sich zur Ruhe setzen.

D
ie Norweger waren von alleine von Frankfurt abgezogen, der Weg an die Nordsee war damit frei. Aus Generalstab hieß es dazu: “Damit sind wir einen Schritt weiter auf dem Weg nach Britannien.”

Rhodos

In Rhodos hat sich ein Priester, der bereits seit 56 Jahren für Gott gelebt hat, vom wahren Glauben abgewandt. Ein erster Versuch, ihn für seine Gotteslästerung zu verurteilen schlug fehl.

 

Spanien

Unsere Truppen in Spanien haben die Enklave von einer Truppe Rebellen befreit. “Wir wollen die Regionen so sicher wie möglich an unseren Verbündeten übergeben” hieß es dazu aus Córdoba.

 

Antiocha

Auch Venedig hat dem Statthalter in Antiocha das angekündigte Darlehen angeboten.

D
er Ruf aus Antiochia verhallte nicht ungehört. Kurz & gut: Prinz Andrew verfügte Hilfe auf zweierlei Art. Zunächst mal wurde ein großes Heer ausgesandt, dass Antiochia von Süden her betreten und die dortigen Straßen von Rebellen säubern wird.

Darüber hinaus schloß sich Andrew der venezianischen Hilfe an und lies Bronisad ausrichten, dass Jerusalem zu denselben Konditionen ebenfalls 15.000 Goldstücke in die Waagschale werfen würde. Diese Summe entsprach zwar gut 2/3 der liquiden Mittel, aber die Situation auf dem Tempelberg schien deutlich entspannter denn in Antiochia. In harten Zeiten musste die Allianz eben zusammen stehen.

Andrew schloß seine Regierungsgeschäfte in diesem Halbjahr mit einer Depesche an den Rat der Allianz. In dem Schreiben informierte er die Mitglieder, dass der Kreuzzug gegen die Mauren endgültig vorbei sei und Spanien das Kreuzzugsziel erobert hatte. Andrew weist darauf hin, dass ein Krieg gegen die Spanier somit zum Risiko wird, da sie in Afrika nun ein sicheres Refugium haben und somit lange durchhalten könnten, ehe sie endgültig vernichtet würden. In dieser langen Zeit könnte jedem katholischen Angreifer eine Exkommunkation blühen…

P
rinz Bronisad konnte langsam nachvollziehen, wieso sein Vater gelegentlich ausrastete, wenn er mit den Bürokraten bei Hofe sprach. “Hört mal”, schnautzte der junge Herr den Obersten Baumeister an, “ich weiß ja nicht wie das bei eurem König läuft, aber bei mir ist jetzt Schluss. Ich habe in den letzten drei Halbjahren in 16 von 27 Siedlungen Stadtmauern bauen lassen und ihr erzählt mir, dass schon wieder zwei Siedlungen reif für einen Ausbau wären? HABT IHR EINE AHNUNG, WAS DAS ALLES KOSTET?!”

Der Prinz schnaubte wie ein Kampfross und verließ wütend den Thronsaal. Auf dem Weg nach unten reichte ihm sein Finanzberater einen Darlehnsvertrag des Dogen von Venedig. Bronisad überflog die Konditionen und segnete das Dokument ab. Er hatte keine Wahl, Antiochia musste investieren – sonst würde es kein Wachstum mehr geben.

Als sich einige Tage später das Gemüt des Herren Bronisad beruhigt hatte, wandte er sich einer diplomatisch pikanten Aufgabe zu. Es ging um Spanien, also um das Land, in dem drei antiochische Armeen im nächsten Halbjahr anlanden würden. Eine Armee kam nahe Valencia an – und nun würde es Zeit, dem Manifestum Europa Geltung zu verschaffen. So nahm der junge Herrscher den Federkiel und fragte in Mailand an, zu wann die Stadt übergeben werden könnte.

D
er Kreuzzug war beendet und überall auf oder nahe dem Hoheitsgebiet Mailands standen nun Armeen aus diversen Ländern ohne ein klares Ziel. Die Norweger mit ihrem Prinzen unweit von Zaragossa, die Engländer kurz hinter der Grenze zu Pamplona und der derzeit größte Feind Mailands, die Franzosen mit ihrem König, in unmittelbarer Umgebung der Festung Valencia. Herzog Puccio war nicht erfreut über die derzeitige Situation, wollte aber derzeit auch keinen weiteren Krieg vom Zaun brechen.

Die Franzosen sind noch stark genug. Im Norden Frankreichs wurde dieser Tage die Belagerung der Festung Angers vorbereitet. Diese sollte im Verlauf des nächsten halben Jahres beginnen.

Wenigstens aus Metz kamen gute Nachrichten. Das Rebellenheer der Deutschen konnte in diesem Jahr endlich vernichtet werden.

M
ein lieber Bronisad, ich habe heute lange mit deiner Mutter über deinen Hilferuf aus Antiochia gesprochen. So vernimm denn unsere Entscheidung: du bist ein Prinz Polens, ein Nachkomme des großen Wladyslaw, ein Enkel des Großkönigs Zbigniew. Du bist berufen und auserwählt – und daher wirst du deine Prüfung fortsetzen. Deine Order lautet: halte die Stellung in Antiochia, bis der rechtmäßige König wieder an Ort und Stelle ist. Bis dahin tue alles was nötig ist, um das Land vor dem Zerfall zu bewahren.

Zur Unterstützung deiner Mission habe ich dir Truppen aus Jerusalem und Kutais zusenden lassen. Sie werden in zwei Halbjahren auf antiochischem Territorium eintreffen und dich gegen die Rebellen unterstützen.

Zu dem Treffen in Sarkel werde ich nicht persönlich erscheinen, dennoch wird es stattfinden. Bitte habe aber im Hinterkopf, dass deine Eskapaden im Südosten von den ehrlichen Steuerzahlern in Polen finanziert werden müssen. Wir sind eine Allianz und keine Transferunion; ich erwarte einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Geld.

Dein dich liebender Vater
Leszek

I
n diesem Halbjahr ist in Venedig wenig passiert. Die norwegischen Truppen vor Frankfurt wollten nicht weichen, ohne sich der Schlacht zu stellen. Also müssen weitere Truppen herangeführt werden, um im nächsten Halbjahr einen weitereren Versuch zu starten. Wir wünschen unseren polnischen Freunden viel Glück bei ihrem Vorgehen gegen die Norweger in naher Zukunft.

Ragusa

Zeitgleich wurde in Ragusa eine Hexenjagd veranstaltet, nachdem das Gerücht laut wurde, dass sich eine Hexe in der Stadt befindet. Ein Priester konnte sie vor den Toren der Stadt stellen und die Richter von ihrer Schuld überzeugen.

Antiocha

Da die Wirtschaft derzeit floriert, könnte Venedig Antiocha mit einem Darlehen oder auch mit Truppen gegen die Rebellen und zum Schutz der Ostgrenzen aushelfen. Derzeit besitzen wir jedoch kein Recht, was uns das Überschreiten der Grenzen zu unserem Nachbarn erlauben würde. Zudem müssten wir auf unseren General in der Region Bran warten, um die Moral der Truppen fern der Heimat aufrecht erhalten zu können.

Nottingham

Unser Geheimdienst berichtet, dass der englische König höchstselbst die Festung vor den irischen Belageren gerettet hat.

P
rinz Andrew von Ungarn verweilte mal wieder in Jerusalem, um dort die Geschicke des Landes zu verwalten. “Himmel”, dachte sich der alte Mann, als er eine Depesche seines Königs Leszek empfing. Er überflog die Zeilen rasch “… sende Hilfe nach Antiochia … Bronisad braucht dich … Rebellen allerorten … Kutais soll ebenfalls marschieren …”. Der polnische Herrscher hatte offenbar vor, Antiochia auf breiter Front militärisch zu unterstützen. “Na gut”, sprach Andrew zu seinen Generälen. “Wir sind hier die Allianz also stehen wir auch zusammen. Auf geht’s, von Kerak aus soll eine ordentliche Streitmacht dem jungen Bronisad und seinen Freunden in Antiochia zur Seite springen. Zack zack!”

In Gedanken verloren diktierte Andrew noch ein paar Depeschen. Ein Marschbefehl für Kutais, ein Dankschreiben an Mailand für die priesterliche Unterstützung in Tunis und eine Aktennotiz für den Allianzrat, dass ebenfalls in Tunis ein halbes Kreuzfahrerheer desertiert ist. Letzteres war keine schöne Sache, aber leider unvermeidlich. Andrew konnte keine Truppen aus Tunis abziehen ohne das die Stadt sofort rebellisch würde. Eine Zwickmühle war es, dieses Nest namens Tunis.

Zu guter Letzt legte Andrew dem Allianzrat noch ein Dokument mit dem neuesten Stand aus Sijilmasa, dem Ziel des laufenden Kreuzzugs, vor. Die Spanier haben offenkundig das maurische Städtchen erreicht und belagern es. Aufgrund der militärischen Übermacht mag es sein, dass der Kreuzzug in einem Halbjahr vorbei ist.

L
ieber Vater, liebe Mutter, ich schreibe euch diese Zeilen in meiner dunkelsten Stunde. Ich habe erneut Stadtmauern gebaut und versucht, den Menschen ein gutes Vorbild zu sein. Auch habe ich die Geheimpolizei angewiesen, das Land endlich einmal gründlich zu durchleuchten. Zu meiner großen Bestürzung stellten die Aufklärer fest, dass allein im heute sichtbaren Teil Antiochias sage und schreibe sieben Rebellenheere ihr Unweisen treiben. Da meine gesamten Kampftruppen im Westen gen Spanien unterwegs sind, bleiben mir hier nur ein bewaffnete Bauern und ein paar alte Ritter.

Vater, Mutter, ich bitte euch höflichst, mich von diesem Posten abzuziehen. Dieses Land kann nur ein echter Herrscher verwalten, ich fühle mich dieser Aufgabe nicht gewachsen.

Euer Sohn
Bronisad

P.S. Liebe Mutter, ich reise stets mit meiner Leibgarde und nutze auch diesen lustigen Vorkoster
P.P.S. Lieber Vater, leider ist die Staatskasse schon wieder leer… könnten wir uns noch einmal in Sarkel treffen?

R
om

Der alte Mann, der seinen Herrschersitz ehemals in Rom hatte, war immer noch sauer und Mailand daher weiterhin exkommuniziert. Es wurden zwei Geheimagenten in Richtung Rom auf die Reise geschickt, jedoch ist derzeit unklar ob sie aufgrund ihrer Unerfahrenheit etwas ausrichten können. Vielleicht erledigt sich das Problem aber auch von alleine, wer weiß…

Frankreich

Nahe Paris konnte der allein reisende Prinz Bertin ausgemacht und in einen Hinterhalt gelockt werden. Der französische König, der sich derzeit auf Kreuzzug befindet und in der Nähe von Zaragossa campiert, wird von der Nachricht nicht erfreut sein.

Bei Bordeaux konnte ein zusammengerotteter Haufen von französischen Einheiten geschlagen werden. Lediglich der Anführer konnte entkommen und wird durch seine Berichte hoffentlich dafür sorgen, dass die Moral der französischen Truppen sinkt.

Tunis

Wie versprochen hat Mailand sofort Diener Gottes zur Unterstützung Jerusalems nach Tunis gesandt. Dieses Jahr trafen ein Bischof und ein Priester dort ein.

M
ein lieber Sohn, deine Nachrichten aus Antiochia haben deine Frau Mutter und mich mit Bestürzung erfüllt. Bitte schreibe der Mutter beim nächsten Mal, dass du stets deine Leibwache mit auf Reisen nimmst und auch auf die Dienste des Vorkosters zurückgreifst, den du zum letzten Geburtstag erhieltest.

Leider muss ich dir heute auch mitteilen, dass deine Einschätzung ob des Rebellenheeres in Antiochia unvollständig ist. Unser Geheimdienst berichtet mir, dass ein weiteres Turkmenschen-Heer, geführt von einem Herrn Atilla, die Grenze überquert hat. Ich rate dir, während deines Praktikums noch ein paar Forts und Wachtürme bauen zu lassen.

Ebenso möchte ich dir sagen, dass die Zustände in Sarkel eines polnischen Heerschers unwürdig sind. Dieses kleine Nest in Sichtweite deines Heimatlandes rebelliert schon wieder – und ich kann dir auch sagen, woran das liegt. Dieser nichtsnutzige Guillemot Oudet ist ein illoyaler, pietätloser, möchtegern-Ritter, der sich am Tag mit Alkohol und des Nachts mit Mägden verlustiert. Dieser Mann wird dir kein Glück in Sarkel bringen.

Zum Abschluss lass mich dir noch sagen, wie stolz deine Mutter und ich auf dich und deine Taten sind. Ganz alleine in einem fremden Land regieren zu müssen ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Dein Urgroßonkel Andrew kann dir ein Lied davon singen. Zur Unterstützung deiner Pläne haben wir dir ein paar Kisten Goldmünzen zugesandt, die ein Diplomat bei Sarkel zu deinen Händen übergeben wird.

Pass gut auf dich auf!
Papa

P.S. Mama lässt ausrichten, dass du mit Skandinavien weiter machen kannst, wenn du in Antiochia fertig bist

U
nsere Agenten auf den britischen Inseln berichten beängstigendes. Noch immer halten die irren Iren eine riesige Militärparade vor Dublin ab, wie schon einige Jahre zuvor, gleichzeitig ist aber auch eine riesige Armee dabei, das nur schwach bestzte Nottingham zu belagern. Noch sind die Iren mit Venedig verbündet, aber es ist nicht klar, wie die Machtverhältnisse aussehen, wenn unsere Truppen den Kanal überqueren. Doch dazu müssen zunächst alle erforderlichen Truppen aus den Regionen Zagreb, Nürnberg und Frankfurt an die Nordseeküste verlegt werden, was sich derzeit schwieriger gestaltet, als es den Anschein hat, da Norwegen keinen Frieden mit Venedig will, der Papst aber gleichzeitig weiteres militärisches Vorgehen verboten hat. So befindet sich derzeit eine norwegische Armee direkt vor den Toren Frankfurts und hindert unsere Einheiten daran weiterzuziehen. Nächstes Halbjahr soll der Versuch gestartet werden, die Truppen zu vertreiben, ohne in eine Schlacht verwickelt zu werden.

Geheimdienstaktivität in Südspanien

Südlich von Córdoba konnte der Geheimdienst einen Erfolg bei der Sicherung der Grenze vermelden.

 

E
s war der alte Haudegen Andrew von Ungarn, seines Zeichens Nahost-Experte, Jerusalem-Kenner und trauernder Ehemann, der sich auf Geheiß des Herren Leszek nach Jerusalem aufmachte um dort abermals den König zu vertreten.

Als erstes stand die Akte “Arguin” auf der Agenda. Arguin war einst Jerusalem zugehörig, wurde rebellisch und anschließend maurisch. Kürzlich nun starteten die polnischen Kreuzfahrer vor Arguin eine Belagerung, um die Stadt für das Königreich Jerusalem zurückzugewinnen. Andrew höchstselbst beorderte einige Truppen unter dem Banner Jerusalems nach Arguin und lies diese dort mit den Polen gemeinsam angreifen. Kurzum: die Stadt wurde genommen und als warnendes Exempel wurde ein Exterminatus angeordnet. Eine Woche lang gingen die Schergen Jerusalems um und stachen jeden ab, der sich nicht zu Jerusalem bekennen wollte. Ein grausiges, aber dennoch notwendiges Vorgehen um die Region zu stabilisieren. Rund 70% der Einwohner wollten sich leider nicht mit der neuen Regierung arrangieren.

Andrew hoffte, dass das Exempel an Arguin die Rebellen in Tunis beeindrucken würde. Die dortigen Umtriebe machten dem polnischen Statthalter durchaus Sorgen, zumal auch schon erst Dessertationen im örtlichen Kreuzfahrerheer beobachtet wurden. Die Kreuzfahrer würden Tunis bald verlassen – und Andrew hoffte, dass die Stadt bis dahin wieder zur Ruhe kommen würde.

M
ein lieber Vater, wie Ihr mir geheißen habe ich mich auf den Weg nach Antiochia gemacht, um dort an des Königs stelle zu herrschen, damit dieser sich von seiner Hochzeit erholen kann.

Ein erster Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, die blauen Heere konnten problemlos das nahezu unbesetzte Algier einnehmen. Ein feindliches Heer steht zwar noch vor den Toren der Stadt, doch das werden wir schaffen.

Leider habe ich in diesen Tagen auch mit Rebellen zu kämpfen. Es sind ehemalige Turk-Truppen, die in Kleinasien ohne Vorwarnung erschienen sind. Leider sind die örtlichen Schutztruppen zu schwach, um dem Heer der Rebellen den Garaus zu machen. Doch ich bin guter Dinge, dass wir in vier Halbjahren genügend Truppen beisammen haben um das Lumpenpack zu vertreiben.

Doch nun zu meinem größten Problem, lieber Vater.  Die Antiochianer sind ein seltsames Volk, müsst Ihr wissen. Sie leben in viel zu kleinen Städten und wundern sich, dass ihr Wachstum eingeschränkt ist. Wohlan denn, Ihr batet mich Antiochia so zu regieren, wie ich es mit Polen dereinst zu machen gedächte. Dies habe ich getan – und allein in diesem Halbjahr 9 Stadtmauern in Auftrag gegeben. Leider ist mit dieser Order der Bedarf an Stadtmauern lange nicht gedeckt, doch zu allem Unglück ist die Staatskasse nun leer. Darum bitte ich euch inständig, lieber Vater, sendet mir etwas Geld damit ich diesem Land weiter Gutes tun kann.

Euer Sohn
Bronisad

A
ntwerpen

Die nordöstlichste Stadt Frankreichs war das nächste Ziel der Mailänder. In den letzten Monaten war die Armee einige Tagesmärsche vor der Stadt in Stellung gegangen. Die Situation in der Stadt wurde durch die Spionageeinheiten überwacht. Diese waren es auch, die zum Zeitpunkt des Angriffs dafür sorgten, dass die Tore der Stadt offen standen. In einer kurzen aber heftigen Schlacht konnte die Stadt schließlich erobert werden.

Die Überraschung kam anschließend, denn der aus Mailand stammende Papst verkündete die Exkommunikation. Mailand stehen schwere Zeiten bevor.

Z
um Jahreswechsel 1223/1224 verstarb sie, die Grande Dame der großen polnischen Nation. Agnes von Polen, die diplomatische Protagonistin des Königreichs, weilt nicht mehr unter uns. Sie war der letzte Nachkomme des großen Wladyslaw, jetzt ruht sie bei ihren Geschwistern Ziemowit Banaszak, Boleslaw und Zbigniew. Namen wie Donnerhall, eine Generation voller Macher, Polen trägt Trauer und verneigt sich vor diesen Heroen der Geschichte.

Gerüchteküche

Ob des Ablebens der polnischen Prinzessin ranken sich allerhand Gerüchte. In der Öffentlichkeit wird ein gewaltsamer Tod dementiert, der Verdacht einer Straftat bleibt jedoch weiter im Raume stehen.

Andrew von Ungarn, der Letzte der Alten Garde

Andrew ist zwar “nur” angeheiratet, ist aber nun der Letzte noch lebende polnische Führer, der direkt unter dem alten Wladyslaw gedient hat. Obwohl der Tod seiner Frau ihn schwer mitgenommen hat, ist er weiterhin bestrebt für Ruhe und Ordnung auf der Krim und im Osten zu sorgen.

Nachruf auf Agnes

In Gedenken an die große alte Dame der polnischen Nation hat Polens Hofbarde Nummer 1, der feine Herr Jutjub, eine Folklore verfasst.

httpv://www.youtube.com/watch?v=sxSMY_RT2NA

Unterstützung für Jerusalem

Trotz der traurigen Umstände lag die große Politik in Polen nicht brach. Polens Kreuzfahrerheer ging vor Arguin an Land und belagert nun die Stadt der Muslime. Ziel der Polen ist, die Stadt wieder zurück in den Schoß Jerusalems zu führen.

Die Akte Norwegen

Die Generalität teilt dem Dogen von Venedig mit, dass in vier Halbjahren ein vernichtender Schlag gegen die Norweger geführt werden wird. Zwar sind zwei von drei Siedlungen in direkter polnischer Nachbarschaft, die letzte Siedlung hingegen wird im Kanal zwischen England und der irischen Insel vermutet. Da Norwegen komplett in einer Angriffswelle fallen soll, bittet Polen seinen Verbündeten noch um etwas Geduld.

H
eute kann Venedig nur einen kurzen Bericht abgeben, über das, was derzeit alles passiert ist.

Frankfurt eingenommen

Da König Leszek und seine Diplomaten sich nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen Norwegen geäußert haben, machte sich Baldasera Zaretti auf den Weg nach Frankfurt und nutze die Gunst der Stunde, da die Spione die Tore öffnen konnten.

Priester für Tunis

Als Hilfe für Jerusalem wird Venedig zwei Priester nach Tunis schicken. Einer ist bereits auf dem Weg und wird in zwei Jahren am Ziel sein, ein Besucher des Priesterseminars, der kurz vor dem Abschluss steht, ist schon für die Reise eingeplant.

Britannien

Der Geheimdienst ist zur Zeit in England aktiv und konnte dort bereits letztes Halbjahr den englischen Thronfolger liquidieren. Dieses Halbjahr wurde der König entdeckt, jedoch war er zu schwer bewacht, sodass die Chance auf einen erfolgreichen Königsmord zu gering war.

K
ronprinz Bronisad von Polen war in seinem Element. Die Schande von Sarkel steckte ihm zwar noch in den Knochen, doch sah er den Weg, den Jerusalem zu gehen hatte, nun umso klarer. Und insbesondere war ihm jetzt klar, dass das Königreich Jerusalem Hilfe brauchte.

Tunis braucht Priester

Prinz Laurence von Arabien, ein ausgewiesener Kenner der Region, hatte im Handstreich die nordafrikanische Stadt Tunis erobert. Im Hafen von Tunis konnte man den Flotten von Mailand, Venedig und Antiochia zuwinken. So kam es, dass sich die Botschaft aus Tunis schnell innerhalb der Allianz verbreitete. “Tunis und die angrenzenden Ländereien brauchen dringend christliche Priester, da sonst die legitime Machtbasis der Allianz dort nicht zu halten ist. Alle Mitglieder des Allianzrates werden förmlich um Beistand in dieser schweren Stunde gebeten. Hochachtungsvoll, LvA”

Der Osten ist hell

Das Königreich Jerusalem gibt im Allianzrat bekannt, dass der östliche Teil des Königreichs nahezu vollständig unter Beobachtung steht. Die Generalität hält es für ausgeschlossen, dass sich Rebellen oder anderes Gezücht unbemerkt nahe Jerusalems Ostgrenze verbergen kann.

Der Sultan ist tot

Zufall oder Vorsehung? Prinz Laurence hielt sich in direkter Nachbarschaft der Provinz Algier auf, als dort Truppen aus Antiochia den Sultan der Mauren erlegten. Als die Nachricht vom Tod des Großen Feindes in den Reihen der Christen umging, wurden diese recht unchristlich und feierten ausgiebig diesen Sieg. An die berauschende Feier erinnert sich der junge Prinz aus Jerusalem noch immer gerne.

httpv://www.youtube.com/watch?v=qnlK9VwhH3A

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ie Messer waren gewetzt und die Mission keine leichte. Das Glück war Antiochia hold und so gelang es einem Assassinen das maurische Oberhaupt zu vergiften. Prince Roger erreichte die Nachricht über den plötzlichen Tod des Sultans in Windeseile. Das Schicksal scheint es gut mit uns zu meinen. Mit dieser Schwächung des Feindes und der baldigen großen Zusammenkunft aller Truppen sollte uns ein Triumph über Algiers möglich sein. Die Zuversicht blieb in diesen Tagen nicht verborgen.

  

B
ordeaux

Die Armeen Mailands belagerten die französische Festung schon einige Wochen und entschlossen sich nun zum Angriff überzugehen. Die Schlacht dauerte einige Stunden bis alle Festungsmauern überwunden waren, doch letztlich war die Festung in der Hand Mailands.

Rebecca

Unsere Freunde aus Polen baten um Auskunft wer die mysteriöse Person “Rebecca” sei. Dazu können wir mitteilen, dass es sich bei Rebecca erwiesener Maßen um eine Hexe handelte, die in diesen Tagen gerichtet wurde.

Norwegen

Ein Spion Mailands im Auslandseinsatz konnte in Frankfurt wichtige Erkenntnisse über die Verteidigung der Stadt erlangen und teilt diese gerne den Verbündeten mit. Auch eine Armee der Norweger auf Kreuzzug wurde nahe der Stadt Clermont ausgemacht.

 

G
enau wie Polen war Antiochia nach ausgedehnten Hochzeitsfeierlichkeiten verwundert über die Stärke und Überzeugungskunst des Rebellenpacks bei Sarkel. Nicht schlecht staunte man an jenem Morgen des Angriffs als die zugesagte Hilfe Polens sich plötzlich zur zusätzlichen Gegenwehr entwickelte. Die Rebellen Sarkels hatten wieder zugeschlagen und selbst die Weltmacht Polen konnte nicht auf Loyalität bauen.

 

Nun mussten man sich noch mehr Gegenwehr stellen und die gut befestigen Mauern Sarkels waren ohnehin schwer zu knacken. Es war klar, dass dieser Angriff vielen Männern das Leben kosten würde genau wie einst als zum ersten Mal die Mauern Sarkels fielen. In einer langen und zähen Schlacht gelang es Antiochias schließlich sich Sarkel wieder zu holen und dem Wunsch Francis gerecht zu werden. Die Köpfe der Rebellenanführer wurden von den Stadtmauern gepfählt als Exempel statuiert. Es standen dennoch harte Zeiten bevor. Unruhen und Revolten lagen in der Luft als ob die Stadt mit einem Fluch belegt wäre. Die nächsten Jahre sollte eine Prüfung werden.

     

Der Sultan trohnt in Algiers
Schreckensmeldungen kamen auch von der Front bei Algiers. Spione haben dort eine über 1000 Mann starke Truppe unter der Führung des stärksten Generals dem Sultan höchstpersönlich entdeckt. Dazu kommt noch eine unterstützende Truppe mit weitere 700 Mauren. Prince Roger musste sich nun für sein Land beweisen.

 

K
önig Leszek war außer sich vor Zorn! Grad erst kurze Zeit war vergangen, als polnische Truppen Seite an Seite mit Antiochia die Verräter in Sarkel zur Strecke bringen sollten. Ein stattliches Heer brachte Polen binnen kürzester Zeit an die Front, doch in diesem Halbjahr brach der Kontakt zur Truppe ab. Lediglich fahrendes Volk und ein paar Händler berichteten davon, dass Sarkel von Antiochia eingenommen wurde. Was mit den Polen geschah geschweige denn ein Wort dazu, wie sich die Truppen Leszeks in der Schlacht schlugen, blieb von offizieller Seite unerwähnt. Leszek war darüber nicht amüsiert.

Rebecca soll gehen

Unser gemeinsamer Freund, der Papst, sprach in diesen Tagen in Polen vor und bat um eine ungewöhnliche Mission. Ein Weibsbild mit Namen Rebecca, wohnhaft im Lande Mailand, solle von der polnischen Geheimpolizei liquidiert werden. Da Polen über keine Aufklärungseinheiten so tief in Freundesland verfügt wird hiermit um Information darüber ersucht, wer diese Frau kennt und was es ihr vorzuwerfen gibt.

E
in nahezu bedeutungsloses Halbjahr ward in Jerusalem zu vermelden, wäre da nicht die Hochzeit des Königs von Antiochia mit Freifrau Annika von Colonia gewesen. Im kleinen Kreis feierte der Held des Morgenlandes auf Wilhelms Turm und dem Schloss Rauischholzhausen nahe der endlosen Ebene vom Ebersdörfer Grund, kurz vor der Wüste. Stellvertretend für das Königreich Jerusalem – dessen Herrscher immer noch mit dem Umbau seines Palastes beschäftigt ist – grüßt der junge Kronprinz Bronisad vom Hofe Jerusalems aus seinen Nachbarn und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.