Posts Tagged ‘Antiochia’

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m Sommer 1226 AD kam König Leszek ans vorläufige Ende seiner Reise. Die 50. Siedlung wurde für Polen erobert, der Tatendrang war gestillt. Doch lest selbst…

Es geschah in Amerika

Das Expeditionsheer der Operation Overlord hatte endlich Südamerika erreicht. Obwohl Polen gemäß dem Manifestum Europa noch nicht alle Verpflichtungen in Nordeuropa erledigt hatte, erteilte der König trotzdem den Befehl zum Angriff – die 50. Siedlung sollte etwas Besonderes sein.

Wie die Borg

Der Widerstand in Amerika wurde rigeros unterdrückt, kein Erbarmen wurde den eingeborenen Kriegern zuteil. Das großherzige Polen wurde im Süden Amerikas als strenger Zuchtmeister bekannt gemacht.

Schottland – wir kommen

Die Generalität von Polen gibt bekannt, dass die Siedlungen nördlich von Dumfries in den nächsten Halbjahren verstärkt in den Fokus der polnischen Armee rücken. Handelsreisenden und Touristen wird empfohlen, dieses Gebiet weiträumig zu umfahren.

Freigekauft

“Heiliger Vater, wir wollen diese Exkommunikation loswerden. Wieviel kostet uns der Spaß?” fragte der polnische Botschafter nahe Rom den alten Mann an der Spitze der katholischen Kirche ganz direkt. Zu seiner Verwunderung bekam der Diplomat auch direkt eine Antwort: “19.450 Goldstücke”. Erstaunt ob dieser Direktheit fackelte der Pole nicht lange und zahlte direkt in bar.

All good things come to an end

Am Ende des Halbjahres war Polens Hof voll bestellt. Die Bonität war gut, das Volk satt, die Stimmung ausgelassen und die 50. Siedlung war erobert. Zeit für ein rauschendes Fest.

Antiochia putzt die Mauren weg

Am Ende des Halbjahres wurde außerdem noch eine Armee Antiochias von zwei maurischen Truppen überfallen. Der antiochische Feldheer lies jedoch keinen Zweifel daran, welche Armee auf dem Schlachtfeld die überlegenere war.

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m Jahre 1226 AD verstarb plötzlich und unerwartet König Thomas von Jerusalem. Er starb friedlich unter hinterließ keine Kinder, so dass die Königswürde auf einen anderen Zweig der Familie übersprang. Lang Lebe König Lawrence von Arabien!

Eine Armee Jerusalems unter der Führung von Barnaby Gilforde befindet sich derzeit auf antiochischem Gebiet und patroulliert zwischen Bagdad und Kerak. Es wird hiermit offiziell angefragt, ob Antiochia weiterhin diese militärische Unterstützung zur Unterdrückung von rebellischen Umtrieben wohl heißt oder ob die Mannen Jerusalems zurück in ihre Dörfer gehen sollen.

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er Ruf aus Antiochia verhallte nicht ungehört. Kurz & gut: Prinz Andrew verfügte Hilfe auf zweierlei Art. Zunächst mal wurde ein großes Heer ausgesandt, dass Antiochia von Süden her betreten und die dortigen Straßen von Rebellen säubern wird.

Darüber hinaus schloß sich Andrew der venezianischen Hilfe an und lies Bronisad ausrichten, dass Jerusalem zu denselben Konditionen ebenfalls 15.000 Goldstücke in die Waagschale werfen würde. Diese Summe entsprach zwar gut 2/3 der liquiden Mittel, aber die Situation auf dem Tempelberg schien deutlich entspannter denn in Antiochia. In harten Zeiten musste die Allianz eben zusammen stehen.

Andrew schloß seine Regierungsgeschäfte in diesem Halbjahr mit einer Depesche an den Rat der Allianz. In dem Schreiben informierte er die Mitglieder, dass der Kreuzzug gegen die Mauren endgültig vorbei sei und Spanien das Kreuzzugsziel erobert hatte. Andrew weist darauf hin, dass ein Krieg gegen die Spanier somit zum Risiko wird, da sie in Afrika nun ein sicheres Refugium haben und somit lange durchhalten könnten, ehe sie endgültig vernichtet würden. In dieser langen Zeit könnte jedem katholischen Angreifer eine Exkommunkation blühen…

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rinz Bronisad konnte langsam nachvollziehen, wieso sein Vater gelegentlich ausrastete, wenn er mit den Bürokraten bei Hofe sprach. “Hört mal”, schnautzte der junge Herr den Obersten Baumeister an, “ich weiß ja nicht wie das bei eurem König läuft, aber bei mir ist jetzt Schluss. Ich habe in den letzten drei Halbjahren in 16 von 27 Siedlungen Stadtmauern bauen lassen und ihr erzählt mir, dass schon wieder zwei Siedlungen reif für einen Ausbau wären? HABT IHR EINE AHNUNG, WAS DAS ALLES KOSTET?!”

Der Prinz schnaubte wie ein Kampfross und verließ wütend den Thronsaal. Auf dem Weg nach unten reichte ihm sein Finanzberater einen Darlehnsvertrag des Dogen von Venedig. Bronisad überflog die Konditionen und segnete das Dokument ab. Er hatte keine Wahl, Antiochia musste investieren – sonst würde es kein Wachstum mehr geben.

Als sich einige Tage später das Gemüt des Herren Bronisad beruhigt hatte, wandte er sich einer diplomatisch pikanten Aufgabe zu. Es ging um Spanien, also um das Land, in dem drei antiochische Armeen im nächsten Halbjahr anlanden würden. Eine Armee kam nahe Valencia an – und nun würde es Zeit, dem Manifestum Europa Geltung zu verschaffen. So nahm der junge Herrscher den Federkiel und fragte in Mailand an, zu wann die Stadt übergeben werden könnte.

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ein lieber Bronisad, ich habe heute lange mit deiner Mutter über deinen Hilferuf aus Antiochia gesprochen. So vernimm denn unsere Entscheidung: du bist ein Prinz Polens, ein Nachkomme des großen Wladyslaw, ein Enkel des Großkönigs Zbigniew. Du bist berufen und auserwählt – und daher wirst du deine Prüfung fortsetzen. Deine Order lautet: halte die Stellung in Antiochia, bis der rechtmäßige König wieder an Ort und Stelle ist. Bis dahin tue alles was nötig ist, um das Land vor dem Zerfall zu bewahren.

Zur Unterstützung deiner Mission habe ich dir Truppen aus Jerusalem und Kutais zusenden lassen. Sie werden in zwei Halbjahren auf antiochischem Territorium eintreffen und dich gegen die Rebellen unterstützen.

Zu dem Treffen in Sarkel werde ich nicht persönlich erscheinen, dennoch wird es stattfinden. Bitte habe aber im Hinterkopf, dass deine Eskapaden im Südosten von den ehrlichen Steuerzahlern in Polen finanziert werden müssen. Wir sind eine Allianz und keine Transferunion; ich erwarte einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Geld.

Dein dich liebender Vater
Leszek

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rinz Andrew von Ungarn verweilte mal wieder in Jerusalem, um dort die Geschicke des Landes zu verwalten. “Himmel”, dachte sich der alte Mann, als er eine Depesche seines Königs Leszek empfing. Er überflog die Zeilen rasch “… sende Hilfe nach Antiochia … Bronisad braucht dich … Rebellen allerorten … Kutais soll ebenfalls marschieren …”. Der polnische Herrscher hatte offenbar vor, Antiochia auf breiter Front militärisch zu unterstützen. “Na gut”, sprach Andrew zu seinen Generälen. “Wir sind hier die Allianz also stehen wir auch zusammen. Auf geht’s, von Kerak aus soll eine ordentliche Streitmacht dem jungen Bronisad und seinen Freunden in Antiochia zur Seite springen. Zack zack!”

In Gedanken verloren diktierte Andrew noch ein paar Depeschen. Ein Marschbefehl für Kutais, ein Dankschreiben an Mailand für die priesterliche Unterstützung in Tunis und eine Aktennotiz für den Allianzrat, dass ebenfalls in Tunis ein halbes Kreuzfahrerheer desertiert ist. Letzteres war keine schöne Sache, aber leider unvermeidlich. Andrew konnte keine Truppen aus Tunis abziehen ohne das die Stadt sofort rebellisch würde. Eine Zwickmühle war es, dieses Nest namens Tunis.

Zu guter Letzt legte Andrew dem Allianzrat noch ein Dokument mit dem neuesten Stand aus Sijilmasa, dem Ziel des laufenden Kreuzzugs, vor. Die Spanier haben offenkundig das maurische Städtchen erreicht und belagern es. Aufgrund der militärischen Übermacht mag es sein, dass der Kreuzzug in einem Halbjahr vorbei ist.

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ieber Vater, liebe Mutter, ich schreibe euch diese Zeilen in meiner dunkelsten Stunde. Ich habe erneut Stadtmauern gebaut und versucht, den Menschen ein gutes Vorbild zu sein. Auch habe ich die Geheimpolizei angewiesen, das Land endlich einmal gründlich zu durchleuchten. Zu meiner großen Bestürzung stellten die Aufklärer fest, dass allein im heute sichtbaren Teil Antiochias sage und schreibe sieben Rebellenheere ihr Unweisen treiben. Da meine gesamten Kampftruppen im Westen gen Spanien unterwegs sind, bleiben mir hier nur ein bewaffnete Bauern und ein paar alte Ritter.

Vater, Mutter, ich bitte euch höflichst, mich von diesem Posten abzuziehen. Dieses Land kann nur ein echter Herrscher verwalten, ich fühle mich dieser Aufgabe nicht gewachsen.

Euer Sohn
Bronisad

P.S. Liebe Mutter, ich reise stets mit meiner Leibgarde und nutze auch diesen lustigen Vorkoster
P.P.S. Lieber Vater, leider ist die Staatskasse schon wieder leer… könnten wir uns noch einmal in Sarkel treffen?

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ein lieber Sohn, deine Nachrichten aus Antiochia haben deine Frau Mutter und mich mit Bestürzung erfüllt. Bitte schreibe der Mutter beim nächsten Mal, dass du stets deine Leibwache mit auf Reisen nimmst und auch auf die Dienste des Vorkosters zurückgreifst, den du zum letzten Geburtstag erhieltest.

Leider muss ich dir heute auch mitteilen, dass deine Einschätzung ob des Rebellenheeres in Antiochia unvollständig ist. Unser Geheimdienst berichtet mir, dass ein weiteres Turkmenschen-Heer, geführt von einem Herrn Atilla, die Grenze überquert hat. Ich rate dir, während deines Praktikums noch ein paar Forts und Wachtürme bauen zu lassen.

Ebenso möchte ich dir sagen, dass die Zustände in Sarkel eines polnischen Heerschers unwürdig sind. Dieses kleine Nest in Sichtweite deines Heimatlandes rebelliert schon wieder – und ich kann dir auch sagen, woran das liegt. Dieser nichtsnutzige Guillemot Oudet ist ein illoyaler, pietätloser, möchtegern-Ritter, der sich am Tag mit Alkohol und des Nachts mit Mägden verlustiert. Dieser Mann wird dir kein Glück in Sarkel bringen.

Zum Abschluss lass mich dir noch sagen, wie stolz deine Mutter und ich auf dich und deine Taten sind. Ganz alleine in einem fremden Land regieren zu müssen ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Dein Urgroßonkel Andrew kann dir ein Lied davon singen. Zur Unterstützung deiner Pläne haben wir dir ein paar Kisten Goldmünzen zugesandt, die ein Diplomat bei Sarkel zu deinen Händen übergeben wird.

Pass gut auf dich auf!
Papa

P.S. Mama lässt ausrichten, dass du mit Skandinavien weiter machen kannst, wenn du in Antiochia fertig bist

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ein lieber Vater, wie Ihr mir geheißen habe ich mich auf den Weg nach Antiochia gemacht, um dort an des Königs stelle zu herrschen, damit dieser sich von seiner Hochzeit erholen kann.

Ein erster Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, die blauen Heere konnten problemlos das nahezu unbesetzte Algier einnehmen. Ein feindliches Heer steht zwar noch vor den Toren der Stadt, doch das werden wir schaffen.

Leider habe ich in diesen Tagen auch mit Rebellen zu kämpfen. Es sind ehemalige Turk-Truppen, die in Kleinasien ohne Vorwarnung erschienen sind. Leider sind die örtlichen Schutztruppen zu schwach, um dem Heer der Rebellen den Garaus zu machen. Doch ich bin guter Dinge, dass wir in vier Halbjahren genügend Truppen beisammen haben um das Lumpenpack zu vertreiben.

Doch nun zu meinem größten Problem, lieber Vater.  Die Antiochianer sind ein seltsames Volk, müsst Ihr wissen. Sie leben in viel zu kleinen Städten und wundern sich, dass ihr Wachstum eingeschränkt ist. Wohlan denn, Ihr batet mich Antiochia so zu regieren, wie ich es mit Polen dereinst zu machen gedächte. Dies habe ich getan – und allein in diesem Halbjahr 9 Stadtmauern in Auftrag gegeben. Leider ist mit dieser Order der Bedarf an Stadtmauern lange nicht gedeckt, doch zu allem Unglück ist die Staatskasse nun leer. Darum bitte ich euch inständig, lieber Vater, sendet mir etwas Geld damit ich diesem Land weiter Gutes tun kann.

Euer Sohn
Bronisad

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ronprinz Bronisad von Polen war in seinem Element. Die Schande von Sarkel steckte ihm zwar noch in den Knochen, doch sah er den Weg, den Jerusalem zu gehen hatte, nun umso klarer. Und insbesondere war ihm jetzt klar, dass das Königreich Jerusalem Hilfe brauchte.

Tunis braucht Priester

Prinz Laurence von Arabien, ein ausgewiesener Kenner der Region, hatte im Handstreich die nordafrikanische Stadt Tunis erobert. Im Hafen von Tunis konnte man den Flotten von Mailand, Venedig und Antiochia zuwinken. So kam es, dass sich die Botschaft aus Tunis schnell innerhalb der Allianz verbreitete. “Tunis und die angrenzenden Ländereien brauchen dringend christliche Priester, da sonst die legitime Machtbasis der Allianz dort nicht zu halten ist. Alle Mitglieder des Allianzrates werden förmlich um Beistand in dieser schweren Stunde gebeten. Hochachtungsvoll, LvA”

Der Osten ist hell

Das Königreich Jerusalem gibt im Allianzrat bekannt, dass der östliche Teil des Königreichs nahezu vollständig unter Beobachtung steht. Die Generalität hält es für ausgeschlossen, dass sich Rebellen oder anderes Gezücht unbemerkt nahe Jerusalems Ostgrenze verbergen kann.

Der Sultan ist tot

Zufall oder Vorsehung? Prinz Laurence hielt sich in direkter Nachbarschaft der Provinz Algier auf, als dort Truppen aus Antiochia den Sultan der Mauren erlegten. Als die Nachricht vom Tod des Großen Feindes in den Reihen der Christen umging, wurden diese recht unchristlich und feierten ausgiebig diesen Sieg. An die berauschende Feier erinnert sich der junge Prinz aus Jerusalem noch immer gerne.

httpv://www.youtube.com/watch?v=qnlK9VwhH3A

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önig Leszek war außer sich vor Zorn! Grad erst kurze Zeit war vergangen, als polnische Truppen Seite an Seite mit Antiochia die Verräter in Sarkel zur Strecke bringen sollten. Ein stattliches Heer brachte Polen binnen kürzester Zeit an die Front, doch in diesem Halbjahr brach der Kontakt zur Truppe ab. Lediglich fahrendes Volk und ein paar Händler berichteten davon, dass Sarkel von Antiochia eingenommen wurde. Was mit den Polen geschah geschweige denn ein Wort dazu, wie sich die Truppen Leszeks in der Schlacht schlugen, blieb von offizieller Seite unerwähnt. Leszek war darüber nicht amüsiert.

Rebecca soll gehen

Unser gemeinsamer Freund, der Papst, sprach in diesen Tagen in Polen vor und bat um eine ungewöhnliche Mission. Ein Weibsbild mit Namen Rebecca, wohnhaft im Lande Mailand, solle von der polnischen Geheimpolizei liquidiert werden. Da Polen über keine Aufklärungseinheiten so tief in Freundesland verfügt wird hiermit um Information darüber ersucht, wer diese Frau kennt und was es ihr vorzuwerfen gibt.

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in nahezu bedeutungsloses Halbjahr ward in Jerusalem zu vermelden, wäre da nicht die Hochzeit des Königs von Antiochia mit Freifrau Annika von Colonia gewesen. Im kleinen Kreis feierte der Held des Morgenlandes auf Wilhelms Turm und dem Schloss Rauischholzhausen nahe der endlosen Ebene vom Ebersdörfer Grund, kurz vor der Wüste. Stellvertretend für das Königreich Jerusalem – dessen Herrscher immer noch mit dem Umbau seines Palastes beschäftigt ist – grüßt der junge Kronprinz Bronisad vom Hofe Jerusalems aus seinen Nachbarn und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.

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erusalem im Jahre 1220 AD. Der Hohe Herr vom Tempelberg war noch immer mit der Gestaltung seiner neuen Residenz beschäftigt; und so ließ er nach Andrew von Ungarn schicken. Der engagierte polnische Nahost-Experte übernahm einmal mehr die Rolle des Obersten Landverwesers in Jerusalem.

Handel mit Antiochia

Die Beziehung Jerusalems zu Antiochia war in diesen Tagen “komplex”, dass konnte Andrew schnell feststellen. Ein offizielles Angebot Antiochias stand im Raum, was jedoch vom König in Jerusalem noch nicht beantwortet war. Allein das machte die Verwaltung schwer, wollte doch der Landverweser nicht in die globale Politik Jerusalems eingreifen. Nun jedoch stand eine Entscheidung an: Antiochia wollte die strategisch wichtige Siedlung Tarabulus abgeben und bat um Kompensation. Andrew ordnete an, dass man Antiochia 5.000 Goldstücken aus der Schatzkasse des Tempelbergs aushändigen solle.

Der Tempelberg ist schwarz

In Gedenken an seinen Schwiegervater, den großen Wladyslaw “McKinsey”, widmete sich der Landverweser auch diesmal den Einnahmen und Ausgaben des Reiches. Forts wurden errichtet, Einheiten verschoben und kleinere Truppen in Maßen hinzugekauft. Priorität hatte die wirtschaftliche Expansion, danach kam die Bedienung des Kreuzzugs und die sonstigen militärischen Verpflichtungen. Bereits im nächsten Halbjahr würde die Strategie Früchte tragen, die Einnahme einer Rebellensiedlung und die Übernahme Tarabulus sollten dem Reich zusätzlichen Wohlstand bescheiden.

Beziehungen zu Portugal und Antiochia

Prinzessin Deonisia Harfford sprach persönlich mit Portugiesen und Venezianern. Die Diplomaten der Gegenseite erlagen dem Charme der jungen Prinzessin augenscheinlich und rapportierten an ihre Königshäuser die besten Empfehlungen. Da verwundert es nicht, dass kurz darauf die Bestätigung ankam: Jerusalem wird geschätzt auf der internationalen Bühne.

 

 

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m Sommer 1219 AD war es abermals Andrew von Ungarn, der in Jerusalem auf dem Tempelberg die Regierungsgeschäfte des Königreichs führte. Und wie. “Hat hier schon mal jemand etwas von Vergleichszahlen gehört?!” giftete er die Hohen Finanzbeamten an, die ihm pausenlos erzählen wollten, dass doch alles in Ordnung sei. “Der Vater meiner Braut war niemand geringeres als der alte Wladyslaw, genannt McKinsey. Ihr werdet mich noch kennenlernen, dass wird hier ab sofort alles anders!” Gesagt, getan.

Ein Brief an die Allianz

“Werte Vertreter des Allianzrates, als Sprecher der Regierung Jerusalems sehe ich mich in der Pflicht, die Runde darauf hinzuweisen, dass das Königreich Jerusalem bedingt durch lange und aufreibende Schlachten gegen die Ungläubigen im Süden hohe Kosten zu tragen hatte. Das Schicksal hat es so gewollt, doch wir wollen uns diesem Schicksal nicht ergeben. So bitte ich euch fürdahin, unsere Notlage zu sehen und uns im besten Sinne brüderlich zu unterstützen.” Mit diesen Zeilen schloss Andrew sein Schreiben ab, in der Hoffnung, dass der Allianzrat ihm auf seinem Neuen Weg für Jerusalem unterstützen würde.

Brief an den Papst

Andrew fuhr fort, seinem Schreiben zu diktieren. “An den Papst in Rom… und so weiter… bedanken wir uns recht herzlich… und untertänigst… für eure Zustimmung, gegen die Ungläubigen im Südwesten einen Kreuzzug auszurufen. Jerusalem wird dem Ruf folgen und sein möglichstes Tun, auf dem Weg des Kreuzzugs möglichst viele maurische Städte zu erobern. Wir bedanken uns nochmals… habt dank…” Zufrieden lächelte Andrew vor sich hin. Dank des Kreuzzugs würden Jerusalems Truppen das riesige Nordafrika in doppelter Geschwindigkeit bei verringerten Kosten einnehmen können. Der gutherzige Pole war zufrieden.

Kondolenz am Tempelberg

In der großen Kirche auf dem Tempelberg wurde zum Beginn des Jahres die Frau des Königs beigesetzt. Frau Aldet Hafford entschlief friedlich zum Jahreswechsel 1218/1219. Die Trauerfeier fand im engsten Familienkreis statt, zu der auch Jerusalems Oberster Landverweser, Andrew von Ungarn, eingeladen war.

Ein Brief an Antiochia

“An den Erben Bohemunds”, so begann Andrew seinen Brief an den Herren von Antiochia. “Wir haben euren Vorschlag geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir keine Teilung Nordafrikas wollen. Spanien und Nordafrika sind gute Ziele für jeden von uns. Derjenige, der Spanien nimmt, soll fern bleiben aus Nordafrika – und umgekehrt. Wir selbst wollen Nordafrika an unser Land anschließen und kompensieren natürlich auch eure bisherigen Eroberungen dort. Gleichfalls würden wir aber auch nach Spanien ausweichen, so ihr es nicht selbst beansprucht. Spanien bietet mindestens neun gut entwickelte Provinzen, die allesamt ertragreicher und besser vernetzt sein dürften als die afrikanischen Wüstenstädte. Da wir uns außerdem nicht imstande sehen, einen Frieden mit Spanien zu erreichen, sind wir gewillt den Torreros eine gebührende Lektion zu erteilen.”

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ewaltige Heerscharen ziehen durch das Land, Kriegsschiffe patroullieren in der Ostsee, Polen zieht abermals in den Krieg. An gar vielen Fronten ist der gute Herrscher Zbigniew involviert, doch lest selbst.

Front im Westen – Operation Overlord ist gestartet

Von der Krim aus startete in diesem Halbjahr planmäßig eine Expedition gen Amerika. Die Führung der Truppe übernimmt Admiral zur See Radoslaw, die geschätzte Transportzeit beträgt ca. 22 Halbjahre. Die Generalität plant die Einnahme von bis zu vier Siedlungen mit den überführten Truppen. Der Trust wurde angewiesen, in den nächsten Jahren die Anzahl der gläubigen Christen in der Mitte Amerikas zu erhöhen. Die Mission wird geführt unter der Bezeichnung Operation Overlord.

Investor Relations in Iasi

Seit acht Jahren gilt das polnische Vorzeigeinvestment, das ehemalige ungarische Bergdorf Iasi, als “schwarz”. Doch es blieb nicht bei der schwarzen Null, nein: das Investment macht richtig Spaß. Das von Antiochia finanzierte und renditestark verzinste Entwicklungsprojekt unterstreicht einmal mehr das AAA+ Ranking der polnischen Staatskasse. Bei Interesse durch Investoren aus dem Allianzrat wird der Trust gerne erneut einen entsprechenden Fond auflegen. Anfragen bitte zu Händen der Staatskanzlei in Danzig.

Kehraus im polnisch-antiochischen Hinterland

Im tiefen Osten gingen in diesem Halbjahr polnische Truppen gegen vagabundierende Rebellen vor, die sich auf dem Weg nach Antiochia befanden. Angeführt von einem Captain aus Kutais marschierten die Truppen des Herren Zbigniew gegen das Rebellenpack und fegten sie vom Hof. Seither können die braven Bürger vom Ostrand des Schwarzen Meeres endlich wieder ruhig schlafen.

Polen kauft Nürnberg

Przebor Wojno, auch genannt “der Unaussprechliche”, ergriff in diesem Halbjahr die Chance seines Lebens. Er trat vor den Deutschen Kaiser Welf in Frankfurt und sagte ihm auf den Kopf zu, dass Polen die Stadt Nürnberg kaufen wolle. Volle acht Verhandlungsrunden, jede Menge Nerven und ein Abendessen bei Hofe wurden benötigt, bis sich beide Seiten auf einen Kaufpreis einigen konnten. Für 58.000 Goldstücke verteilt auf 10 Raten schloss Polen das Geschäft ab.

Angriff gegen Ungarn startet planmäßig

Der Bote aus Polen traf pünktlich um 12.00 Uhr am Dogenpalast in Venedig ein. “Mein Herr bringt Kunde”, schmetterte der engagierte Adlatus des Zbigniew dem Statthalter von Venedig entgegen. “Polen wird planmäßig in zwei Halbjahren vor den Toren Budas stehen. Ein Halbjahr danach soll Pest fallen.” Er machte eine bedächtige Pause und frug mit gesenkter Stimme: “wird Venedig dem Zeitplan treu bleiben und ebenfalls in zwei Halbjahren angreifen?”

Abschussprämie gegen das Deutsche Reich

Der Trust von Polen gibt folgende Ausschreibung bekannt: Sollte das Deutsche Reich binnen zehn Halbjahren aufgelöst werden, so soll dem Vernichter des Deutschen Reiches eine Siegprämie ausgezahlt werden. Die Prämie beträgt 50% des durch diesen Sieges eingesparten Tributes, den Polen an Deutschland ob des Ankaufs der Stadt Nürnberg zu zahlen hat.
Sodann gilt folgendes Beispiel: fällt das Reich im nächsten Halbjahr, spart Polen 58.000 Goldstücke – und zahlt 29.000 Goldstücke als Prämie aus. Fällt das Reich hingegen erst in fünf Halbjahren, zahlt Polen immerhin noch 14.500 Goldstücke an den Dominator des Reiches.

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m Winter 1215/1216 AD vernahm jedermann und jedefrau im Westen Polens große Geschäftigkeit. Vom ersten Schock ob Teutonias Stärke erholt, sammelte sich das Reich und bereitete den Totalen Krieg gegen Teutonia vor. Und das ward zu berichten…

Burgen zu Städten

Im Osten Polens, auf den Gebieten der ehemaligen Mongolei, wurden auf Geheiß des Königs die Burgen Christburg und Ryazan zu Städten umgebaut. Blühende Landschaften, Handel und Fröhlichkeit sollten das Bild vom “neuen Osten” prägen. Ein Hoch auf unseren Visionär, König Zbigniew!

Bohemunds Söhne, Polen braucht euch!

In der Hafenstadt Kutais, am ehemaligen polnischen Brückenkopf zu Mongolias Südgrenze, ersucht in diesem Halbjahr der örtliche Truchsess offiziell die Hilfe Antiochias. Er sandte einen Boten ins Fürstentum, um dort die missliche Lage zu verkünden. In Kutais kommen die Christen auf keinen grünen Zweig – und Polen vermag es nicht aus eigener Kraft, genügend Priester in die Stadt zu bringen. Würde Antiochia den Polen in dieser schweren Stunde beistehen und Bohemunds letzten Willen, einem starken Bündnis zwischen den beiden Staaten, einmal mehr zur Geltung verhelfen?

Wachstum außer Kontrolle

Pawol der Ehrenwerte, ein erfahrener und zutiefst loyaler Haudegen des Königreichs, meldete in diesem Halbjahr ebenfalls Probleme aus dem tiefen Osten Polens. In der Stadt Bulgar am Ostrand ist – wider erwarten – das Bevölkerungswachstum völlig außer Kontrolle geraten. Trotz hoher Steuern und sichtbaren Kriegsschäden wächst die Bevölkerung rapide. Ernährungs- und Hygieneprobleme bereiten der örtlichen Administration bereits große Sorge. Beten wir, dass nicht erst die Pest das Wachstum stoppt.

Spanien soll wieder in den Club

Das diplomatische Außenamt Polens musste in diesem Halbjahr Verhandlungen mit einer spanischen Prinzessin im polnischen Hohheitsgebiet abbrechen, da in der gegenwärtigen Situation keine sinnvollen diplomatischen Handel möglich erschienen. Das Außenamt empfiehlt, dass der Allianzrat seine Bündnisse einheitlich gestalten sollte.

Bekommt Jerusalem Stützpunkt in Nordeuropa?

“Warum können diese Leute vom Tempelberg ihre Verhältnisse nicht ordnen?” polterte König Zbigniew durch den Thronsaal, als er den Rapport des Außenamtsleiters empfing. “Mein Gott, ist es denn wirklich so schwer, die Allianz mit Teutonia zu kündigen?” Der aufs äußerste erregte König gab wenig auf seine Berater, die ihm glauben machen wollten, Jerusalem hätte schlichtweg keine Diplomaten vor Ort. Nicht in Paris, nicht in London, nichtmal in Frankfurt, Danzig oder sonstwo in Nordeuropa. Diese akute Unterrepräsentanz war einer Großmacht des Nahen Ostens unwürdig, befand der König. “So richtet denn dem Herrn vom Tempelberg aus: wenn er einen Stützpunkt in Nordeuropa sucht, wird Polen ihm eine Region im Tausch für eine gleichwertige Siedlung geben. Gesprochen und verkündet!”

Schlachthaus Marienburg

Die letzte teutonische Stadt auf Kontinentaleuropa ist die Festung Marienburg. Schätzungsweise 1.200 Hornhelmträger stehen hier hinter dicken Festungsmauern unter Waffen. Um Marienburg herum formiert Polen seinen Truppen – und plant den Angriff in zwei bis drei Halbjahren. Gut 3.200 Mann werden bis dahin vor Ort sein, angeführt von König Zbigniew höchstpersönlich. Sogar Kronprinz Leszek erwägt eine Teilnahme am Unternehmen “Fleischwolf”.

Kalmar in Gefahr

Im äußersten Nordwesten des polnischen Staatsgebiets holt unterdessen Teutonia zum Gegenschlag aus. Zwei schwer bewaffnete Heere sind auf dem Weg zu einer der größten Städte Polens, der Handelsstadt Kalmar. Kalmar ist eine große und reiche, aber leider auch militärisch unterentwickelte Stadt. Die örtliche Administration hat zwar jede Menge Truppen dort versammelt, jedoch zumeist nur einfache Speerträger oder Bogenschützen. Schwere Zeiten stehen bevor.

Der alte Mann in Rom soll weg

“So sendet denn dies an meinen Freund, den Dogen”, fuhr Zbigniew in Gedanken versunken fort:

  1. Die römische Autorität wird nicht länger von Polen befürwortet. Stattdessen wünschen wir uns, dass Mailand seine Truppen gegen Rom zu Felde ziehen lässt und die klerikale Knute in die Hände des Allianzrates legt.
  2. Polen regt an, dass Venedig den Vorstoß Mailands unterstützt. Im Gegenzug soll Mailand den Venezianern angemessene Unterstützung bei der Eroberung von Siedlungen des Deutschen Reiches leisten.
  3. Solange der Konflikt mit Rom und dem Deutschen Reiche besteht, wird Polen nicht auf einen Krieg gegen Ungarn drängen. Stattdessen soll es Venedig obliegen, den rechten Zeitpunkt zu benennen.
  4. Polen selbst wird innerhalb der nächsten sechs Halbjahre keinen Angriff gegen das Deutsche Reich unternehmen, da zunächst der Krieg gegen Teutonia und später eventuell noch die Befriedung Ungarns durchgeführt werden soll. Die militärischen Kapazitäten genügen für eine Sicherung der polnischen Grenzen zum Reich, nicht jedoch für einen Angriff in dieser Zeit.

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önig Zbigniew musste sich erst noch an den Titel gewöhnen, als er im Jahre 1202 erstmals offiziell am Hofe zu Smolensk eine köngliche Audienz gab. Aber er gewöhnte sich schnell…

Staatsterror gegen Novgorod

Die Stadt der Pferdemenschen stand weiterhin im Fokus des polnischen Interesses. Aufstände gab es dort schon seit mehreren Halbjahren und sieben polnische Spione trieben vor Ort ihr Unwesen. Seit diesem Jahr werden sie unterstützt von Attentätern des Protektorats Russland und der polnischen Geheimpolizei.

Runter mit den Steuern

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der positiven Konjunkturprognose verfügte der neue gute König, dass in sämtlichen Städten des Königreiches die Steuern auf “niedrig” zu senken seien.

Braucht Antiochia Hilfe?

Andrew von Ungarn hat nahe Kutais eine handvoll Rebellen ausgemacht, die sich bereits seit zwei Halbjahren ungehindert durch Antiochia bewegen. Andrew lässt Anfragen, ob der Herr des verwaisten Throns von Antiochia auf polnische Streitkräfte zurückgreifen möchte? Binnen zwei weiterer Halbjahre kann Polen am Ort des Geschehens sein.

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aum ein halbes Jahr ist es her, dass Herr Bohemund von Antiochia seinen Sohn Reynald in der Schlacht um Yerevan verlor. Reynald starb vor den Augen seines Vaters.

Agnes von Polen, ihres Zeichens Spitzendiplomatin im Ruhestand, nahm die Nachricht vom Fall des Reynald zunächst noch gefasst auf. In Polen zeigte sie distanzierte Trauer, bat jedoch gleichzeitig darum, in den Nahen Osten abrücken zu dürfen um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Wladyslaw gewährte und Agnes bezog Quartier in Jerusalem.

In Jerusalem war Agnes zunächst ganz Profi. Innerlich stand sie ob des Todes von Reynald noch unter Schock, nach außen hin blieb sie hart. Sie beriet die Regierung auf dem Tempelberg und empfahl sogar einen Angriff im Osten. Als alle Geschäfte getan war, zog sie mit einem kleinen Tross gen Antiochia um dort am Grabe des Prinzen Reynald um ihren Jugendfreund zu trauern.

In einer sternenklaren und ungemütlich-kalten Nacht trottete sie mit ihrer Leibgarde von Jerusalem aus gen Norden. Die Sterne wiesen ihr den Weg durch ein einsames Dorf an der Grenze. Während sie die Siedlung durchquerten, fiel ihr Blick in eine Taverne, in der junge Männer und Frauen ausgiebig lachten und fröhlich becherten. Eine Hochzeitsfeier einfacher Leute war im vollen Gange.

Da wurde es Agnes schwer ums Herz und sie begann zu weinen. Sie dachte an ihren Geliebten Andrew, der in Kürze gegen Mongolia in den Krieg ziehen musste. Sie dachte an ihren ungestümen Bruder Zbigniew, der das Königreich in den Krieg mit Russland führte. Und sie dachte an Reynald, der wegen ein paar Kilometer Land sein Leben lassen musste. Gott! Wie kurzsichtig die Männer doch waren und wie schlimm das Unglück, dass sie über ihre Familien brachten. Dieser Irrsinn musste aufhören. Sie würde handeln!

In Antiochia angekommen sparte sich Agnes den Weg zu Bohemund. “Wahrscheinlich erobert der greise alte Mann gerade mal wieder ein Türkendorf”, dachte sie bei sich. Egal! Sie hatte wichtigeres zu tun. Gemeinsam mit Reynalds engsten Freunden versammelte sie sich auf dem großen Martkplatz in Antiochia und rief zum Widerstand gegen die Expansionspläne von Polen, Jerusalem, Antiochia und den anderen Herrscherhäusern dieser Welt auf. Die Menge hatte Agnes bereits in Herz geschlossen, als die Prinzessin Polens erneut nach vorne trat. Sie ließ Wut und Trauer freien Lauf und erhob die Stimme…

Agnes war mit sich im Reinen, als die Stadtwache Antiochias den Marktplatz umstellte und die Versammlung aufzulösen versuchte. Es kam zu einer blutigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf einige Bürger Bohemunds ihr Leben verloren. Nach einigen Minuten beendete Agnes die Intervention und begab sich erhobenen Hauptes in den Gewahrsam der Staatsmacht Antiochias.

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s war ein Bote der Teutonen, der aus Königsberg kommend König Wladyslaw um eine Audienz bat. Er habe wichtige Nachrichten, ließ er die Wachen am prächtigen Königspalast wissen. Keine Stunde später zerbrach Nordeuropa – besiegelt im Thronsaal der Polen.

“Wir werden in den Krieg gegen Norwegen ziehen”, ließ Ordensmarshall Maximillian dem guten König Wladyslaw ausrichten. “Norwegen ist schwach und wir brauchen den Lebensraum im Westen”, wetterte der Diplomat der Teutonen weiter.

Wladyslaw wusste, dass er eine Entscheidung treffen musste. Er konnte nicht mit Norwegen und Teutonia gleichzeitig alliiert sein, zumindest nicht wenn sich beide im Krieg miteinander befänden. Lange wog unser guter König die Gründe für und Wider einer Allianz mit den Teutonen ab, die ja immerhin als Aggressor in diesem Konflikt auftraten. Letztlich entschied er sich gegen Norwegen.

Mit Aufkündigung des Bündnisses zu Norwegen war Polen zwar längst nicht im Krieg mit diesem Volk angekommen, aber dennoch machte die Abkühlung der diplomatischen Beziehungen einen Wechsel der polnischen Militärdoktrin notwendig. In einem ersten Schritt befahl der König die völlige Blockade der Ostsee zwischen Stetin und Lund, außerdem ließ er schwere Truppen für die Westgrenze produzieren. Ein Mehrfrontenkrieg war im Anmarsch – und das passte unserem König ganz und gar nicht.

Im südosten Polens sammelte derweil Prinz Andrew von Ungarn seine Truppen. Andrew, seines Zeichens Gemahl der höchstpopulären Agnes von Polen, hatte von König Wladyslaw den Auftrag bekommen, sobald als möglich zum Schwarzen Meer zu reisen, es der Breite nach zu durchqueren und im äußersten Osten der See anzulanden.

Andrews Marschbefehl sah vor, nördlich der türkischen Stadt Yerevan anzulanden und vor Ort die Gegebenheiten zu bewerten. Sollten die Mongolen bereits südlich der Anlandestelle sein, würden sich die Polen im Gebirge eingraben und zumindest Mongolias Nachschub unterbrechen. Falls die Mongolen noch nicht da sein sollten, sollte Andrew zusammen mit Antiochia die letzten Türken in der Region verjagen und schwere Grenzbefestigungen ausheben. Der tollkühne und überaus kostspielige Plan des guten Königs war unter den Strategen umstritten, aber letztlich nicht zu ändern. Der König hatte entschieden.

Um gegen die Mongolen effektiv antreten zu können, befahl Andrew sofort die Aushebung neuer Einheiten. Weit oben auf seiner Wunschliste standen die besonders effektiven Speerträger, die eine spezielle Ausbildung zur Bekämpfung von Reiterstaffeln erhalten hatten. Andrew überließ kein Detail dem Zufall.

Über seine ungarischen Verbindungen erfuhr Prinz Andrew aus zuverlässiger Quelle, dass er selbst ohne eigenen Hafen am Schwarzen Meer eine Passage erhalten würde. Seesöldner hatten auf seine Anfrage geantwortet und sich bereit erklärt, den Prinzen und sein Heer für stattliches Geld sicher durch das größte Binnengewässer der Region zu bringen.

Der polnische Militär- und Geheimdienstapparat lief auf Hochtouren, als aus Rom eine schlechte Nachricht kam. Noch immer war die Gesandte aus Antiochia nicht am verabredeten Sitz der fünf großen Nationen eingetreffen. Nur vier der fünf Mitglieder des “Club of Rome” weilten in der Ewigen Stadt. Da Wladyslaw um den Wert aktueller Karteninformationen wusste, hoffte er inständig, Antiochia würde seinen Teil zum Gelingen des Plans bald beitragen.

K
rieg! In Seinem gelobten Namen sollen sie ausziehen, die Ungläubigen zu richten und die Gläubigen zu prüfen. Niemand geringeres als Seine Heiligkeit der Papst verkündete heute, dass die ständigen Grenzscharmützel der Lithauer mit den armen teutonischen Hornhelmträgern ein Ende finden müssten. Die gläubigen Fürsten dieser Welt sind aufgerufen, sich dem Heiligen Kreuzzug der Christen gegen die gottlosen Lithauer anzuschließen.

Europas Nordmächte, allen voran der gute König Wladyslaw, signalisierten dem Heiligen Stuhl ihre Zustimmung. Polen sammelt Truppen in Krakau, Prömsel und der Ostburg, die in Kürze unter General Przemysl den Süden Litauens befrieden sollen. Unterdessen werden auch in Arensburg Truppen massiert, eine Befreiungsmission in Nordlithauen wird vom Thronfolger Polens persönlich kommandiert. Oh welch’ düstre Zeiten, die wir hier durchstehen müssen.

Während die Strategen Polens Aufmarschpläne verfassen, kam es in Ostburg zu einem diplomatischen Treffen der besonderen Art. Ein Abgesandter Antiochias, dem heiligen Staat der Kreuzfahrer, hatte die türkischen Truppen und die bösartigen Byzantiner ausgetrickst, Ungarn unbehelligt durchquert um schließlich im Reiche unseres guten Königs Wladyslaws anzukommen. Obwohl der Abgesandte und der König einander nie begegnet waren, umarmten sie sich wie gute Freunde, tranken Wein, sangen Lieder, lobten den Herrn und schmiedeten Pläne.

In den Geschichtsbüchern wird man in einigen Jahren zu diesem Treffen nachlesen, dass der Abgesandte Antiochias den König der Polen dazu inspirierte, einen Kreuzzug im Osten Europas zu unterstützen. Nicht lesen wird man hingegen, dass König Wladyslaw sich ob dieser guten Idee mit satten 1.000 Goldstücken bei dem Abgesandten bedankte. Ja, so war er, der gute König Wladyslaw.

A
ntiochia, Winter Anno Domini 1181

“Die Situation scheint sich zu entschärfen, meine Hoheit. Captain Ali und das türkische Volk mögen ein Spiel mit uns spielen wollen – denn sie gingen von dannen genauso rasch wie sie zu kommen gemocht haben.” Ein hämischer Applaus schallte im großen Ratesraume und Gelächter machte sich breit unter den Versammelten, als die Worte des Kundschafters ausgeprochen waren.

“Haltet ein und lasst eure Sinne nicht vernebeln von dem vielen Suff” schrie Bohemund.
“Unterschätzt niemals den Feind und seid wachsam an jedem Tag – es könnte gar eurer letzter sein. Wir müssen nun klaren Kopf bewahren und zunächst die Gefahr aus dem Osten eleminieren. Unsere Truppen habe den Weg frei gemacht und die Schlacht gegen lausiges Rebellenpack bei Edessa für sich entscheiden können. Das sollte uns Mut und Kraft geben um den Glauben selbst bis an die östlichste Grenze zu transportieren. Mögen wir unsere Kräfte sammeln um in Edessa eine Streitmacht zu stellen, die unseres Bestrebens gerecht werden soll.
Gleichwohl vergesst nicht den Willen unseres Volkes diplomatische Beziehungen mit den Volke der Ägypter aufzusuchen.”

Die Ratsmitglieder tösten Beifall und erhoben sich von den Stühlen. “So soll es sein, Hoheit” tönte es im Saal und die Worte wurden sogleich mit klirrenden Suffeskelchen besiegelt.

A
us gutem Hause muss Sie stammen, so soll es sein. Treuster Gefolgsmann unseres Herrschers Bohemund, der Herr Regent von Reynold, verfiel der bezaubernden Adelstochter Dete de Cléves, die mit ihren blutjungen 18 Jahren ihm gehörigst den Kopf verdrehte. So kam es wie es kommen musste.  Prunkvolle Hochzeitfeierlichkeiten, Weib, Gesang und Wein, so sollte jeder Tag sein, dachte sich Reynold. Aber schon alsbald sollte er sich nun mehr beweisen, als loyaler und tapferer Schlachtengeneral und das so eben frische Glück aufs Spiele setzen. Dete brach in Tränen aus als Bohemund zum Angriff und Eroberung der Stadt Damaskus eben seinen Trumpf auswählte – nämlich den frisch Vermählten. Mit dem einen Ziel Dete wieder in die Arme zu fallen, machte sich der Herr von Reynold auf dem Wunsch der Oberen gerecht zu werden.

Es regnete und die Mauern der voll besetzten Stadt ragten wie schier unschätzbar hoch dem Himmel empor. Hunderte Bogenschützen der Rebellen Schergen bereiteten dem Heere unter Reynold wahrlich keinen freundlichen Empfang. Mit einer List gelang es ihm jedoch die Bollwerke und Tore zu öffnen. Im Gedanken immer wieder bei der Liebsten trieb ihn ein scheinbar gar grausamer Siegeswille.

Der Todesstille folgte plötzlich der Jubel seiner heldenhaften Männer. Aus hunderten Kehlen ertönte sein Name und das glitzern in den Augen der Gefolgschaft war stolzer als der weisse Sandstein der beindruckenden Metropole.Die Schlacht um Damaskus war entschieden. Antiochia kam mit einem Sieg davon.

“Möge uns Gott weiter auf unserem Weg beistehen und uns den Mut und die Kraft geben,  für unserer Land Siegestaten zu vollbringen. Lasset uns jetzt aber feiern in den Armen unserer Liebsten. Es sei Euch gegönnt.”

Sieg über Damaskus