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assungslos schnaubt König Leszek im Thronsaal zu Danzig hin und her. “Kann mir mal einer erklären, was mein mailändischer Freund eigentlich will” fauchte der erregte König seinen Beratern entgegen. Wortloses Schweigen. “Herrje, wenn er Probleme mit dem alten Mann hat, soll er ihm Geld geben. Oder noch besser: soll er seinen Feldzug doch einfach ordentlich zu Ende führen anstatt ihn jahrelang hinzuziehen. Wenn man’s gleich richtig macht, muss man es nicht zwei Mal machen.”

Zu guter Letzt einigte man sich im Thronsaal darauf, die Empfehlung “es doch gleich richtig zu machen” nicht an den Herzog von Mailand zu übermitteln. Stattdessen lies Polen ausrichten, dass man den Mailändern finanziell gegen Rom in jedweder Höhe aushelfen würde, wenn es denn nötig werden sollte. So mancher in Polen fragte sich allerdings, was von der italienischen Politik ob dieses Briefes zu halten sei… und es verwunderte niemanden bei Hofe, dass das Volk auf seine Weise auf dieses Schreiben reagierte:

httpv://www.youtube.com/watch?v=JgwmLtfutj0

Zum Ende des Jahres bleibt außerdem noch festzustellen, dass die spanische Stadt Granada den Mauren entrissen und an Antiochia gefallen ist. Der Rat der Allianz beglückwunscht Antiochia zum erfolgreichen Eintritt auf die iberische Halbinsel.

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er Sommer 1220 AD war das Jahr der Rebellen. In einem unerhörten Ausmaß nahmen Aufstände im Königreich Polen und den angrenzenden Ländern zu. Im Westen brannten die Städte Deutschlands, in Russland marschierten graue Armeen und im Tiefen Osten war gar die Stadt Sarkel verloren gegangen. Es gab viel zu tun.

Prinzessin Jadwigi löst Bündnis zu Frankreich

“An den Herzog Puccio”, säuselte die junge Prinzessin ihrem Schreiber vor. “Ich, Tochter des Leszek, habe heute höchstpersönlich das polnische Bündnis mit Frankreich aufgekündigt. Hochachtungsvoll, Eure polnische Prinzessin.” Hach, die Kleine war so stolz auf sich. Ihr Vater, Kronprinz Leszek und ihr Großvater, König Zbigniew, hatten ihr erstmals freie Hand bei einer außenpolitischen Entscheidung gelassen. Aus Rücksichtnahme auf die Politik der Allianz hatte sie kurzerhand den Franzosen den Stuhl vor die Tür gesetzt. Sie sah sich schon als ungekrönte Nachfolgerin Ihrer Großtante Agnes von Polen.

Sarkel ist rebellisch

Andrew von Ungarn, seines Zeichens Nahost-Experte der Polen, war außer sich! “Schreiber, zu mir!” brüllte er durch den Saal, als er die Berichte der Geheimpolizei las. “Schnell, schickte rasch Kunde nach Antiochia. Die Rebellen haben Sarkel, nur ein paar wenige loyale Truppen Antiochias stehen noch vor den Toren der Stadt.” Andrew machte eine Pause, er wusste um die angespannte Situation in der Allianz ob des Manifestums. Doch in dieser Situation musste die Politik zurückstehen, hier hatten Krieger das Wort zu führen. “Richtet Bohemunds Erben außerdem aus, dass Polen zur Befreiung Sarkels Truppen senden kann. So gewünscht, halten wir uns in der Nähe auf und unterstützen einen Angriff Antiochias gegen die Stadt.”

Aufständische in Polen

In Zentralpolen, dem ehemaligen Lithuania und Russland, kamen an allen Ecken und Enden Rebellenheere zum Vorschein. Gut ein halbes Dutzend aufständische Truppen wurden sichtbar, sowohl an den entlegendsten Stellen der Tundra als auch nahe der Hauptstadt. Schlachten wurden geschlagen, Truppen verschoben, selbst die Reservetruppen aus den zahlreichen polnischen Forts kamen zum Einsatz. Die Sitatuion im Inland war und ist angespannt.

Landetruppen vor Königsberg und Danzig

“Schottische Schiffe mit Besatzungstruppen zwischen Danzig und Königsberg gesichtet, erwarte Instruktionen.” Die kurze und knappe Nachricht hätte dramatischer kaum sein können. Die Ostseestädte Polens sind nahezu ohne Verteidigung, die Beziehungen zu Schottland sind nicht besonders ausgeprägt. In aller Eile wurden daher Verteidigungstruppen und maritime Streitkräfte ausgehoben. Die Admiralität ist entschlossen, sowohl die Schotten als auch die in kleinerer Zahl gesichteten Iren notfalls mit Gewalt aus der Ostsee zu entfernen.

Rebellen vor Rom

Es war und ist das Jahr der Rebellen – und das ist wahrlich keine Übertreibung. Selbst vor der Heiligen Stadt stehen die Aufständischen mit einem großen Heer und bedrohen die Siedlung des Herzogs von Mailand. Die päpstlichen Truppen stehen ungerührt daneben und gucken zu, wie die Rebellen auf den ehemaligen Sitz des Pontifex zumarschieren. Sind die Rebellen am Ende die Strafe des Herren für den Frevel am Heiligen Stuhl?

Rebellen im ungarischen Hinterland

Czeslaw Ciesinski, der Statthalter in Pest, lässt Venedig ausrichten, dass ein polnisches Heer bereits auf dem Weg ist, die Rebellen an der gemeinsamen ungarischen Grenze auszumerzen. Weiterhin lässt der Statthalter an Jerusalem versichern, dass Prinzessin Matilda Pegler vom Tempelberg kein Leid geschehen wird. Der Statthalter verbürge sich persönlich für die Sicherheit der Prinzessin auf polnischem Boden, hieß es wörtlich in der Botschaft.

Angriffsziel Dänemark

Der König von Polen gibt bekannt, dass seine Priorität in den nächsten Halbjahren die Übernahme Dänemarks ist. Polen würde es sehr begrüßen, wenn die Vertreter der Allianz sich in Kürze von Dänemark lossagen würden, so sie es noch nicht getan haben. Die Einnahme Dänemarks erfolgt im Rahmen des Manifestum-Plans. Eine Übernahme des rebellischen Frankfurts wird vereinbarungsgemäß nicht durchgeführt, diese Länderei steht fortan Venedig zu.

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m Sommer 1219 AD war es abermals Andrew von Ungarn, der in Jerusalem auf dem Tempelberg die Regierungsgeschäfte des Königreichs führte. Und wie. “Hat hier schon mal jemand etwas von Vergleichszahlen gehört?!” giftete er die Hohen Finanzbeamten an, die ihm pausenlos erzählen wollten, dass doch alles in Ordnung sei. “Der Vater meiner Braut war niemand geringeres als der alte Wladyslaw, genannt McKinsey. Ihr werdet mich noch kennenlernen, dass wird hier ab sofort alles anders!” Gesagt, getan.

Ein Brief an die Allianz

“Werte Vertreter des Allianzrates, als Sprecher der Regierung Jerusalems sehe ich mich in der Pflicht, die Runde darauf hinzuweisen, dass das Königreich Jerusalem bedingt durch lange und aufreibende Schlachten gegen die Ungläubigen im Süden hohe Kosten zu tragen hatte. Das Schicksal hat es so gewollt, doch wir wollen uns diesem Schicksal nicht ergeben. So bitte ich euch fürdahin, unsere Notlage zu sehen und uns im besten Sinne brüderlich zu unterstützen.” Mit diesen Zeilen schloss Andrew sein Schreiben ab, in der Hoffnung, dass der Allianzrat ihm auf seinem Neuen Weg für Jerusalem unterstützen würde.

Brief an den Papst

Andrew fuhr fort, seinem Schreiben zu diktieren. “An den Papst in Rom… und so weiter… bedanken wir uns recht herzlich… und untertänigst… für eure Zustimmung, gegen die Ungläubigen im Südwesten einen Kreuzzug auszurufen. Jerusalem wird dem Ruf folgen und sein möglichstes Tun, auf dem Weg des Kreuzzugs möglichst viele maurische Städte zu erobern. Wir bedanken uns nochmals… habt dank…” Zufrieden lächelte Andrew vor sich hin. Dank des Kreuzzugs würden Jerusalems Truppen das riesige Nordafrika in doppelter Geschwindigkeit bei verringerten Kosten einnehmen können. Der gutherzige Pole war zufrieden.

Kondolenz am Tempelberg

In der großen Kirche auf dem Tempelberg wurde zum Beginn des Jahres die Frau des Königs beigesetzt. Frau Aldet Hafford entschlief friedlich zum Jahreswechsel 1218/1219. Die Trauerfeier fand im engsten Familienkreis statt, zu der auch Jerusalems Oberster Landverweser, Andrew von Ungarn, eingeladen war.

Ein Brief an Antiochia

“An den Erben Bohemunds”, so begann Andrew seinen Brief an den Herren von Antiochia. “Wir haben euren Vorschlag geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir keine Teilung Nordafrikas wollen. Spanien und Nordafrika sind gute Ziele für jeden von uns. Derjenige, der Spanien nimmt, soll fern bleiben aus Nordafrika – und umgekehrt. Wir selbst wollen Nordafrika an unser Land anschließen und kompensieren natürlich auch eure bisherigen Eroberungen dort. Gleichfalls würden wir aber auch nach Spanien ausweichen, so ihr es nicht selbst beansprucht. Spanien bietet mindestens neun gut entwickelte Provinzen, die allesamt ertragreicher und besser vernetzt sein dürften als die afrikanischen Wüstenstädte. Da wir uns außerdem nicht imstande sehen, einen Frieden mit Spanien zu erreichen, sind wir gewillt den Torreros eine gebührende Lektion zu erteilen.”

I
m Sommer 1218 AD verfasste König Zbigniew einen Brief an Antiochias großen Feldherren Francis. Die Depesche reiste im Verborgenen und wurde abseits der offiziellen diplomatischen Kanäle zugestellt. Und das stand geschrieben:

“Mein lieber Francis,

ich schreibe Euch in dieser schwerer Stunde, da sich die Allianz auf Messers Schneide befindet. Es war der Wunsch des Großen Herren Bohemund, dass Ihr eines Tages das geliebte Fürstentum führen solltet. Heute ist euer Lehensherr dabei, Euer Erbe zu entwerten und mit dem Fürstentum einen diplomatischen Irrweg zu beschreiten.”

König Zbigniew setzte die Feder ab und sann vor sich hin. Damals, mit Bohemund an seiner Seite, wäre eine solche Situation undenkbar gewesen. Mit dem alten Schlachtross verstand sich der gute König der Polen stets gut. Roger hingegen wurde nicht ohne Grund der Hinterlistige genannt, wohlgemerkt von seinem eigenen Umfeld. Es war eine Schande, dass dieser Mann vor Francis in der Erbfolge stand. Der König fuhr fort…

“Francis, die Ländereien Spaniens und Nordafrikas sind zu klein für das Wachstum von Jerusalem, Venedig und Antiochia. Eine der Mächte muss zum Wohle der anderen weichen. Ich bin der Ansicht, diese Rolle fällt Antiochia zu. Ihr seid militärisch stark, wirtschaftlich gut entwickelt und könnt im Ausgleich Kompensation von Venedig und Jerusalem fordern.”

Erneut machte Zbigniew eine Pause, er schaute angestrengt. Polen war in keiner Weise von den Streitigkeiten in Spanien oder Nordafrika betroffen, dennoch fühlte sich der König als Vertreter einer Großmacht dafür verantwortlich, dass die Allianz gemeinsam prosperieren konnte.

“Wenn Ihr Prinz Roger überzeugen könnt, statt Afrika gen Britannia zu ziehen, so will ich Antiochia mit besten Kräften unterstützen. Konkret biete ich euch an, dass Polen für Antiochia einen Brückenkopf in Europa schaffen wird. Ihr erhaltete von mir eine Siedlung in der Nähe Britannias, von wo aus Antiochia seine Expansion starten kann. Ähnliche Unterstützung könntet Ihr vielleicht auch durch Mailand erfahren, so es denn verhandelt wird. Für eine Übergangszeit würden Venedig und Jerusalem sicherlich auch Gelder an Antiochia abführen, um den Aufbau Antiochias in Europa zu unterstützen.”

Der Herr der Polen setzte den Federkiel ab und seufzte. Er konnte dem jungen Francis nur die Tür offen halten, durchgehen würde dieser selber müssen. Zbigniew hoffte, dass Roger ihm nicht im Wege stehen würde. Falls doch, würden die Herren der Lagune und die des Tempelberges mit Antiochia direkt verhandeln müssen – oder ein Windhundrennen um die besten Ländereien lostreten.

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s ward am späten Abend des Pfingstsonntages 1218 AD, als König Zbigniew im Kreise seiner engsten Angehörigen sinnierte. “Wir brauchen einen gemeinsamen Plan für Europa, meine Freunde. Die jüngsten Nachrichten aus dem Allianzrat lassen mich glauben, dass eine unkontrollierte und überhastete Expansion der fünf Großmächte zum Schaden aller ist. So hört euch denn den folgenden Plan an.”

Zbigniew machte eine bedächtige Pause, holte noch einmal tief Luft und erklärte sein Manifestum Europa: “Ziel des Manifestums ist, alle fünf Großmächte der Allianz in einer gemeinsamen Strategie zu vereinen. Alle Länder dieser Welt sollen unter den Großen 5 aufgeteilt werden. Zunächst sind das die Länder Europas, anschließend die des amerikanischen Kontinents. Gehen wir es der Reihe nach durch.”

Das Fürstentum Antiochia

  • Antiochia erhält im tiefen Osten die Siedlungen Azov und Kutais kostenfrei überantwortet
  • Gleichzeitig übergibt Antiochia seine nordafrikanischen Besitztümer ohne Gegenforderung an Jerusalem
  • Anschließend erhält Antiochia die Insel Irland sowie den größten Teil der Insel England, gemeint ist Mittelengland, als sein Lehen

Die Republik Venedig

  • Venedig überantwortet Azov kostenfrei an Antiochia
  • Venedig übernimmt die Osthälfte Ungarns, gem. Absprache mit Polen
  • Venedig erhält die iberische Halbinsel als Lehen und soll fürdahin die einzige Macht auf der Insel sein

Das Königreich Jerusalem

  • Jerusalem erhält von Antiochia kostenfrei dessen Ländereien in Nordafrika
  • Jerusalem erhält den nordafrikanischen Kontinent als Lehen
  • Jerusalem erhält die Aufgabe, die maurische Gefahr ein für allemal zu bannen

Das Herzogtum Mailand

  • Mailand übernimmt Rom und entledigt Europa des Heiligen Stuhls
  • Weiterhin befriedet Mailand die Ländereien Frankreichs
  • Es übernimmt den südlichen Teil des Heiligen Römischen Reiches
  • Und erhält die englischen Ländereien auf dem Kontinent sowie die Länder Südenglands als Lehen

Das Königreich Polen

  • Übergibt die Siedlung Kutais kostenfrei an Antiochia
  • Befriedet die dänischen, norwegischen und teutonischen Ländereien Skandinaviens
  • Übernimmt den Nordteil des Heiligen Römischen Reiches
  • Und erhält außerdem die Nordspitze Englands als Lehen

Das freie Amerika

  • Jedem Mitglied der Allianz ist ein militärischer Eingriff in Amerika erst dann gestattet, wenn es seinen Verpflichtungen aus diesem Manifest vollständig nachgekommen ist
  • Der Zugriff auf Amerika selbst ist darüber hinaus nicht limitiert, ein jeder möge ob seiner Fähigkeiten dort nach eigenem Gusto agieren

“Der tiefere Sinn dieses Manifests, ist die geregelte Expansion aller fünf Allianzmächte. Natürlich mag es noch Gesprächsbedarf geben und vielleicht muss auch ein Grenzverlauf neu gezogen werden, doch darum geht es nicht. Es geht um eine gemeinsame Strategie, um eine Vision dafür, wie Europa in 20 Halbjahren auszusehen vermag. Dass, meine Herren, ist der tiefere Sinn dieses Manifests.”

Bis in die späte Nacht hinein berieten sich Zbigniew und seine Getreuen, ehe Boten zu sehr später Stunde aufbrachen um die Nachricht im Allianzrat zu verbreiten. Wie wohl würden die Verbündeten reagieren, König Zbigniew war gespannt.

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ewaltige Heerscharen ziehen durch das Land, Kriegsschiffe patroullieren in der Ostsee, Polen zieht abermals in den Krieg. An gar vielen Fronten ist der gute Herrscher Zbigniew involviert, doch lest selbst.

Front im Westen – Operation Overlord ist gestartet

Von der Krim aus startete in diesem Halbjahr planmäßig eine Expedition gen Amerika. Die Führung der Truppe übernimmt Admiral zur See Radoslaw, die geschätzte Transportzeit beträgt ca. 22 Halbjahre. Die Generalität plant die Einnahme von bis zu vier Siedlungen mit den überführten Truppen. Der Trust wurde angewiesen, in den nächsten Jahren die Anzahl der gläubigen Christen in der Mitte Amerikas zu erhöhen. Die Mission wird geführt unter der Bezeichnung Operation Overlord.

Investor Relations in Iasi

Seit acht Jahren gilt das polnische Vorzeigeinvestment, das ehemalige ungarische Bergdorf Iasi, als “schwarz”. Doch es blieb nicht bei der schwarzen Null, nein: das Investment macht richtig Spaß. Das von Antiochia finanzierte und renditestark verzinste Entwicklungsprojekt unterstreicht einmal mehr das AAA+ Ranking der polnischen Staatskasse. Bei Interesse durch Investoren aus dem Allianzrat wird der Trust gerne erneut einen entsprechenden Fond auflegen. Anfragen bitte zu Händen der Staatskanzlei in Danzig.

Kehraus im polnisch-antiochischen Hinterland

Im tiefen Osten gingen in diesem Halbjahr polnische Truppen gegen vagabundierende Rebellen vor, die sich auf dem Weg nach Antiochia befanden. Angeführt von einem Captain aus Kutais marschierten die Truppen des Herren Zbigniew gegen das Rebellenpack und fegten sie vom Hof. Seither können die braven Bürger vom Ostrand des Schwarzen Meeres endlich wieder ruhig schlafen.

Polen kauft Nürnberg

Przebor Wojno, auch genannt “der Unaussprechliche”, ergriff in diesem Halbjahr die Chance seines Lebens. Er trat vor den Deutschen Kaiser Welf in Frankfurt und sagte ihm auf den Kopf zu, dass Polen die Stadt Nürnberg kaufen wolle. Volle acht Verhandlungsrunden, jede Menge Nerven und ein Abendessen bei Hofe wurden benötigt, bis sich beide Seiten auf einen Kaufpreis einigen konnten. Für 58.000 Goldstücke verteilt auf 10 Raten schloss Polen das Geschäft ab.

Angriff gegen Ungarn startet planmäßig

Der Bote aus Polen traf pünktlich um 12.00 Uhr am Dogenpalast in Venedig ein. “Mein Herr bringt Kunde”, schmetterte der engagierte Adlatus des Zbigniew dem Statthalter von Venedig entgegen. “Polen wird planmäßig in zwei Halbjahren vor den Toren Budas stehen. Ein Halbjahr danach soll Pest fallen.” Er machte eine bedächtige Pause und frug mit gesenkter Stimme: “wird Venedig dem Zeitplan treu bleiben und ebenfalls in zwei Halbjahren angreifen?”

Abschussprämie gegen das Deutsche Reich

Der Trust von Polen gibt folgende Ausschreibung bekannt: Sollte das Deutsche Reich binnen zehn Halbjahren aufgelöst werden, so soll dem Vernichter des Deutschen Reiches eine Siegprämie ausgezahlt werden. Die Prämie beträgt 50% des durch diesen Sieges eingesparten Tributes, den Polen an Deutschland ob des Ankaufs der Stadt Nürnberg zu zahlen hat.
Sodann gilt folgendes Beispiel: fällt das Reich im nächsten Halbjahr, spart Polen 58.000 Goldstücke – und zahlt 29.000 Goldstücke als Prämie aus. Fällt das Reich hingegen erst in fünf Halbjahren, zahlt Polen immerhin noch 14.500 Goldstücke an den Dominator des Reiches.

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as Wort ist mächtiger als das Schwert, wussten schon die alten Engländer zu berichten. Diesen Rat machte sich das Königreich Polen zu nutze – und befriedete kurzerhand die beiden zentralen Konflikte zwischen den Christen in Europa. Und das war geschehen…

Friede mit Teutonia

Die Teutonen belagerten noch immer die polische Stadt Kalmar, als König Zbigniew eine diplomatische Offensive befahl. Ein Waffenstillstandsabkommen sollte her, Zeit musste gewonnen werden. Gesagt, getan: nahe Oslo, der letzten teutonischen Stadt, handelten seine Diplomaten in aller Stille ein Abkommen auf. Tags darauf war die Belagerung passé.

Bündnis mit dem Heiligen Römischen Reich

Die Bedrohung Venedigs durch das Deutsche Reich, der unnötige Kriegszustand zwischen dem Reich und Antiochia und die übrigen schwelenden Grenzkonflikte waren Zbigniew ein Dorn im Auge. “Schafft mir etwas Ruhe an der Grenze”, rief er seinem Außenamtschef zu, während ihn seine Diener in eine schwere Reiterrüstung einkleideten. “Ich will mich auf Oslo konzentrieren und brauche keinen Ärger an meiner Westgrenze, also sorgt bitte für Stabilität.” Gesagt, getan: Kurz nach Aushandlung einer Allianz von Deutschland und Polen legte das Reich mit sämtlichen kriegsführenden Mächten seine Differenzen bei. Der Friede in Europa ward gesichert – zumindest für den Moment.

Das Bulgar-Syndrom

“Die Situation ist völlig außer Kontrolle”, ließ der Statthalter der ehemals mongolischen Stadt Bulgar berichten. “Wir verlangen hier extrem hohe Steuern doch die Leute sind alle Glücklich und vermehren sich wie die Karnickel. Wenn dieses Wachstum so weitergeht, haben wir hier bald die Pest am Leib.” Von Seiten der königlichen Administration war zu den Vorfällen in Bulgar keine Stellungnahme zu erhalten.

Sarkel – das neue Rom?

Rom, die Ewige Stadt, wird schon seit geraumer Zeit von Antiochia und Jerusalem gemieden. Das ehemals diplomatische Zentrum der Welt wird lediglich von Venedig, Mailand und Polen genutzt – obwohl gerade diese Mächte auch zahlreiche andere diplomatische Kanäle haben. Wer stattdessen mit den Herren aus dem Nahen Osten sprechen will, muss nach Sarkel kommen. Dort residieren die Botschafter der beiden Mächte und lassen es sich gut gehen.

Gerüchteküche: Expeditionsarmee gegen Oslo

Ein paar Spinner im Danziger Hafen behaupten, dass die Prätorianer des Königs auf einem Schiff zugestiegen seien. Weiterhin wollen sie rund 1.000 Mannen gesehen haben, die die königliche Truppe begleitet haben. Die Schiffe sollen Richtung Oslo aufgebrochen sein. Spinner!

 

S
ieg! Der große Kreuzzug gegen die Pferdemenschen war vollendet. Die Söhne Polens konnte nach Hause zurückkehren. Eine Zeit des Abschieds, eine Zeit der Kündigungen stand bevor.

Außenminister Mieszko Marosz wirft hin

Der Chefdiplomat Polens, die Allzweckwaffe der Diplomatie, ist im Alter von 61 Jahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Der Top-Diplomat setzte sich nahe Hamburg zur Ruhe, wo er sang und klanglos von der Bildfläche verschwand.

Polen steht zu Antiochia

Es war noch früh am Morgen, als ein Bote des Heiligen Römischen Reiches am Hofe zu Danzig erschien. Voller Zorn ließ er König Zbigniew wissen, dass “der Brudermörder Francis von Antiochia” die deutsche Stadt Sarkel belagern würde. Das Reich forderte Polen auf, Stellung zu beziehen – was kurzerhand geschah. Dem Boten wurde bedeutet, dass Polen nichts von den Plänen Deutschlands hält, Lebensraum im Fernen Osten zu erschließen. Die Allianz zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Polen ist somit beendet.

Teutonen fristgerechet gekündigt

“Wir sind die vertrauenswürdigste und zuverlässigste Nation auf dieser Welt”, polterte König Zbigniew der Generalität entgegen. “Ich bestehe auf einer ordentlichen Kündigung der Allianz zu Teutonia, ehe wir den Hornhelmträgern militärisch in den Hintern treten. Los! Sendet einen Boten und kündigt an, dass wir Teutonia binnen zwei Halbjahren vom europäischen Festland werfen wollen!”

Randnotizen aus den Provinzen:

  • Im Fernen Osten beginnt auf polnischem Territorium der Umbau des ehemaligen Mongolias. Soldaten werden entlassen, die Festung Ryazan wird zur Stadt umgebaut und entlang der großen Handelsstraßen schießen Wachtürme und Forts aus dem Boden. Die Zivilisation hält Einzug.
  • Das Königreich Polen gibt bekannt, dass die Maxime “Handeln und handeln lassen” die polnische Position gut wiedergibt. Es gibt derzeit keinen Anlass, etwas an den Aufenthaltsrechten fremdländischer Händler zu ändern.
  • Die Generalität Polens gibt bekannt, dass Polen in 4 Halbjahren zum Angriff gegen die ungarischen Städte Buda und Pest bereit ist.
  • Ein Angriff gegen das Heilige Römische Reich steht hingegen weiter nicht auf der polnischen Agenda.

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s ward Winter 1211 AD. Der Kreuzzug gegen Mongolia ist im vollen Gange. Marodierende Truppen durchstreifen Polen, düstere Gestalten bevölkern die Wälder des ehemaligen Russlands und überall Soldaten. Es war kein schöner Winter.

Rebellen vor Polens Hauptstadt

Ein Herr abtrünniger Rebellen nebst Feldheer tauchte unvermittelt vor den Toren der Hauptstadt auf. Zu allem Unglück waren die besten Mannen bereits an der Ostfront gegen Mongolia im Einsatz – so dass die Stadtwachen aus zwei Siedlungen für Ordnung sorgen mussten. Glück im Unglück, trotz 20% Verlustrate konnte die Schlacht gewonnen werden.

Polen steht an Venezias Seite

Nördlich der venezianischen Stadt Azov hat der polnische Geheimdienst 6 mongolische Heeresgruppen ausfindig gemacht. Fünf Gruppen sind nahezu voll besetzt. Zur Unterstützung Venezias hat Polen die Kreuzritter der Krim direkt neben Azov stationiert. Für den Sieg, für die Allianz!

Rebellen und Mongolia in Polen

In den weitläufigen Wäldern des ehemaligen Russlands entdeckte die Geheimpolizei eine mongolische Heeresgruppe sowie ein paar Rebellen. Die Truppen sind so massiert, dass ein Eingreifen der Trans-Sibirischen-Straßenkonstabler nicht möglich war. Eine Lösung für das Problem ist derzeit nicht in Sicht.

Trust besiedelt Amerika

Trotz der militärischen Probleme konnte zumindest der Trust Erfolge vorweisen. Die Besiedlung Amerikas durch Händler, Geheimpolizisten und Priester schreitet planmäßig voran. Die polnische Flotte wird in 7 Halbjahren zurück in Danzig erwartet.

Polen kauft Wien

Einer Absprache mit dem venezianischem Dogen folgend, übernahm Polen in diesem Jahr die deutsche Stadt Wien. Es war niemand geringeres als Polens Chefdiplomat Mieszko Marosz, der den Kaufpreis von gigantischen 60.000 Goldstücken auf überschaubere 20.000 Goldstücke herunterhandelte. Lebe lang und erfolgreich, Mieszko Marosz.

Pest in Kiev

Ein schwerer Schlag traf die Südostgrenze Polens. Die Metropole Kiev ist derzeit von der Pest betroffen. Gut 8% der Bevölkerung sterben pro Halbjahr, über 2.000 Menschen haben bereits den Tod gefunden. Die finanziellen Schäden lassen sich noch nicht beziffern.

Bündnis mit Portugal

Aus einem Akt der Barmherzigkeit heraus hat Prinzessin Rassia in diesen Tagen ein Bündnis mit Portugal herbeigeführt. Der Zwergstaat am Westrand Europas muss sich derzeit mit zwei Siedlungen und einer handvoll Stadtwachen begnügen – und das in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Mauren. Polen hofft, mit dem Bündnis die Region im Westen etwas zu stabilisieren.

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m Sommer 1197 AD weilte der gute König Wladyslaw in Venedig. Höchstpersönlich überwachte er die Regierungsgeschäfte an der Adria, stand es in diesen Tagen doch nicht besonders rosig um das Reich des Dogen. Gemeinsam mit dem Generalstab Venedigs ging der König die Anliegen dieser Tages durch.

Top 1: Angriff Siziliens gegen Mailand
König Wladyslaw strich sich durch den ergrauten Bart. Der Papst hatte Venedig ausdrücklich ermahnt, jedweden Angriff auf Sizilien zu unterlassen. Militärischen Beistand konnte er Mailand nicht anbieten – ganz davon ab, dass dafür auch schlicht die Finanzmittel gefehlt hätten. So ließ der gute König die Truppen in den Kasernen, löste aber zumindest das Bündnis mit Sizilien auf.

Top 2: Angriff Antiochias gegen das Türkenreich
Der Übergriff kam nicht unerwartet, dennoch musste auch hier eine Entscheidung getroffen werden. Aufgrund der guten Beziehungen zu Antiochia und des gemeinsamen kulturellen Hintergrundes entschied Wladyslaw, in diesem Konflikt auf der Seite Antiochias stehen zu wollen. Das Bündnis mit den Turkmanen wurde aufgelöst.

Top 3: Die Lage in Byzanz
Das große Byzantinium hielt zahlreiche Truppen unter Waffen, sowohl an dessen Westgrenze zu Venedig als auch im Landesinneren. Da kam es Wladyslaw wie gerufen, dass Ungarn in die Offensive gegangen war und mit einem Vorauskommando bereits die byzantinische Hauptstadt belagerte.

Top 4: Tessla e.V. reloaded
Am Midsommertag feierte Councillor Christiano mit seinen Mannen die Neugründung des legendären Tessla e.V.
Die Vereinigung dient dem Zweck, die Stadt Tessaloniki zu erobern und zu halten. Die Truppen stehen an der Grenze zum Byzantinium und warten auf weitere Befehle.

Top 5: Handelsflotte
Der Oberste Buchhalter Venedigs konfrontierte Wladyslaw mit der Erkenntnis, dass Venedigs Einnahmen durch Händler gerade mal 137 Goldstücke pro Halbjahr betrugen. Schockiert ob dieser äußerst geringen Zahl, befahl Wladyslaw den Abzug zweier Händler und beorderte diese auf ein Schiff. Ihr Ziel ist Italien, wo allein diese beiden die regelmäßigen Handelseinnahmen verdoppeln sollen.

Top 6: Friede mit dem Byzantinium
Blasio de Negri, seines Zeichens venezianischer Top-Diplomat, verhandelte auf Geheiß des guten Königs nahe Kutais mit dem Byzantinern. Unmissverständlich machte er den ehemaligen Oströmern klar, dass ihre Position recht bedauerlich sei. Nahezu alle ihre Häfen waren durch Venedig blockiert, Ungarn belagerte die Hauptstadt und eine große Streitmacht des Dogen war auf dem Weg nach Tessaloniki. Die Argumente waren stichhaltig – und nach genau zwei Verhandlungsrunden stimmten die Byzantiner einem Friedensvertrag mit Venedig zu. Im Austausch für Frieden und Handelsrechte erhielt Venedig die einmalige Summe von 25.000 Goldstücken…

Top 7: Sonderausgaben
Wie so oft führte die unplanmäßige Einnahme sofort zu unplanmäßigen Ausgaben. Rund 15.000 Goldstücke lies der gute König Wladyslaw in drei dringend benötigte Stadtmauern sowie einen Handelshafen investieren. “Endlich, wir sind wieder schwarz” dachte sich der gute König, als er sich nach wohlverrichteter Arbeit in den Weinkeller des Dogen begab. Dieser Tag musste gefeiert werden.

I
m Jahre 1194 AD stand Europa am Abgrund. Die katholischen Mächte Norwegen und Teutonia bekämpften sich ohne Gnade, Sizilien griff Venedig an, die Mauren standen vor Mailand, die Mongolen belagerten die Russen. Es war furchtbar.

Der höfischen Gesellschaft zu Danzig kam es in diesen Tagen gerade recht, dass Prinz Banaszak endlich eine passende Braut freite. Trotz Krieg und Verderbnis schalteten die Menschen in Polen für einige Tage um – und freuten sich über das junge Glück. Möge es lang und kinderreich sein.

Im Osten Polens hätte man gerne mitgefeiert, wenn nicht der Truchsess der Ostburg die oberste Alarmstufe ausgerufen hätte. Die Mongolen hatten mit einem Spähtrupp die Grenze Polens überquert, offenbar um sich ein Bild von den örtlichen Gegebenbeiten zu machen.

Zu allem Überfluss hatte sich Prinz Andrew just in diesem Moment mit einem Gutteil der Truppen der Ostburg zur Unterstützung Antiochias aufgemacht. So stand die Ostburg nahezu ohne Besatzung dar, als der Pferdeherr seine Späher kreisen lies.

Während man im Osten gebannt auf die Grenze starrte, vollzog Prinz Zbigniew, Thronfolger des guten Königs Wladyslaw, die Umgestaltung der polnischen Nordost-Grenze. Zusammen mit seinem Sohn Leszek, General Przemysl und über 2.000 Soldaten erstürmte er die letzte Feste des Großherzogs Vaisvilkas von Lithuania.

Der Angriff auf Lithuania erledigte zwei Probleme mit einem Streich. Zum einen war das Dauerärgernis Lithuania vom Tisch – immerhin lagen zahlreiche Nationen der zivilisierten Welt mit diesem Volk im Krieg. Darüber hinaus war ein Schwachpunkt im Kampf gegen die Mongolen beseitig – ein toter Herrscher konnte nicht mehr Vasall des Pferdeherren werden. Großherzog Vaisvilkas starb gemeinsam mit seinen Männern.

Im Gefecht um die Dominanz an der Nordostgrenze ließen viele Männer auf beiden Seiten ihr Leben. Polen büßte an disem Tage fast 1.000 tapfere Soldaten ein. Diejenigen, die überlebten, trugen Narben an Knochen und Seele davon. Es waren keine schönen Zeiten, damals, in Nordeuropa.

Als sich der Schlachtenlärm senkte und die polnischen Truppen mit der Sicherung des Schlachtfelds begannen, entdeckten die Soldaten die zerschundene Leiche des tapferen Generals Przemysl. Er war der Anführer der zweiten Heeresgruppe und gehörte zur ersten Welle, die in die schwer befestigte Burg Lithuanias eindrang. Prinz Zbigniew sprach zu seinen Männern und sagte ihnen, dass Polen nun für alle Zeit dieses Land verteidigen müsse damit General Przemysl nicht umsonst gefallen sei.

Wenige Tage darauf übernahmen die polnischen Beamten das Ruder in der vormals letzten Provinz Lithuanias. Das Steuer- und Justizwesen wurde übernommen, Infrastrukturmaßnahmen geplant, eine Kirche beauftragt, Truppen aufgestockt und vieles mehr. Der Bevölkerung wurde klar: Lithuania war vernichtet, Polen ist jetzt an der Macht.

“Bürger Russlands, seht auf diese Stadt” rief Polens Chefdiplomat Miszko Marosz nahe Smolensk dem dortigen Stadtrat zu – und zeigte am Horizont auf die Rauchsäulen der ehemals letzten Provinz Lithuanias. Der findige Außenminister des guten Königs Wladyslaws machte keinen Hehl aus der Gewaltbereitschaft des ponischen Thronfolgers… und außerdem erinnerte er die Russen daran, dass sie mit den Mongolen bereits genügend Probleme hätten. Die Russen wiederrum wollten Frieden mit Polen, hatten sie doch ohne Not vor 4 Halbjahren dem guten König wegen einer ausgebliebenen Schutzgeldforderung den Krieg erklärt. Wladyslaw willigte nach langen Verhandlungen ein, mit den Russen seinen Frieden zu machen. Er gab ihnen sogar Kartenmaterial und Bargeld mit – im Tausch gegen gerade einmal zwei Städte, die die Russen über kurz oder lang sowieso an die Mongolen verloren hätten.

Auf dem Fuße folgte die Friedenserklärung der Russen. Formal hatte Wladyslaw an der Ostgrenze nun Ruhe – war er doch weiterhin mit den Mongolen verbündet und mit den Russen zumindest nicht im Krieg. Er war schon sehr gespannt, wie lange die Ruhe halten würde.

Nach all den schrecklichen Ereignissen und Schlachten nahm Wladyslaw mit dem Papst Kontakt auf. Wlady wollte wissen, wie der Heilige Stuhl zu den Verfehlungen Siziliens und Teutonias stand. Zu seiner Überraschung stellte der gute König der Polen fest, dass der Papst das Verhalten dieser beiden Aggressoren billigte – was ein nahezu unfassbares Zugeständnis des Papstes war. Fast hätte Wladyslaw selbst mit dem Papst gebrochen, hätte dieser ihn nicht auch darauf hingewiesen, dass ab sofort wieder die Möglichkeit zum Ausrufen eines Kreuzzugs bestehen würde. Wladyslaw nahm sich vor, diese Information in Kürze mit dem hohen Allianzrat zu besprechen.

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önig Wladyslaw ging Clärchens Lied durch den Kopf… “himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt”. Ihm war zum jauchzen, denn der König von Mailand hatte als sein Stellvertreter wahrlich ganze Arbeit geleistet. Der Kreuzzug war beendet, die Schatzkammer gefüllt und die Lithauer kuschten vor Polen. Eine fantastische Arbeit, für die sich der gute König umgehend fürstlich bedanken würde.

Weit weniger wohl war ihm bei dem Gedanken, dass die Mongolen im Osten gesichtet wurden. Mit zwei schweren Heeren standen sie vor den Russen… und waren somit nur noch einen Landstrich von Polens Ostburg entfernt, der Grenzmark des Königreichs.

Da passt es ins Bild, dass Gelehrte und Agenten allesamt bestätigten, dass die Mongolen eine militärische und finanzielle Großmacht seien – etwa 4 Mal größer als Polen. All das wollte König Wladyslaw nicht gefallen.

“Sendet einen Boten nach Antiochia”, flüsterte der König seinem Schreiber zu. Die hohen Herren dort sollen aufpassen, dass die schlitzäugigen Pferdenarren sie nicht überraschen. Wenn sie das Schwarze Meer im südosten umgehen, könnten sie Antiochia gefährlich nah kommen.”

Der König dachte weiter. Ein Gutteil seiner Verbündeten konnte ihm gegen die Mongolen nicht helfen, viele waren schlichtweg nicht betroffen. Er musste sich selber helfen – und mit allen sprechen, die ebenfalls von den Pferdekriegern bedroht wurden. “Sendet Kunde an Mieszko Marosz, unseren Chefdiplomaten. Er soll sich sofort zu den Dänen begeben und sie auf die Gefahr aus dem Osten ansprechen. Und richtet ihm aus, dass ich Resultate erwarte!”