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ls Schlacht von Wolf 359 geht am Anfang des Jahres 1230 die erste große direkte See-Konfrontation zwischen der polnischen Marine und den Borg Schotten in die Geschichte ein. Sie findet bei Wolf 359 statt, nur etwa vier Halbjahre von Polens Hauptstadt Danzig entfernt.
 
Die polnische Marine wird durch das plötzliche Auftauchen des gefährlichen und nahezu unerforschten Feinds völlig überrumpelt: Obwohl schon länger vermutet worden ist, dass die Schotten eines Tages im Alpha-Quadranten in der Nordsee auftauchen würden, rechnet man nicht so schnell mit einer Konfrontation. Nach dem Erstkontakt durch Mieszko Marosz im Jahr 1187 wurden zwar neue Waffentechnologien entwickelt, allerdings sind sie bislang nur graue Theorie. Um nun den Borg-Kubus die schottische Marine aufzuhalten, dessen erklärtes Ziel Danzig in Sektor 001 ist, beauftragt König Leszek die eilige Zusammenstellung einer Flotte im Umfang von 15 Flotillen, die die Schotten abfangen und aufbringen soll.

Die schottischen Schiffe erweisen sich in der folgenden Begegnung als ein wesentlich stärkerer Gegner als angenommen. Durch die unterlegene Technologie der polnischen Schiffe übersteht die Schotten-Flotille den Konflikt ohne nennenswerte Schäden, während zahlreiche Schiffe und Mannen der Verteidigungsflotte zerstört oder zumindest schwer beschädigt werden.

König Leszek hat bereits mitgeteilt, dass er selbst mit den Besten der Besten aus Danzig ausrücken wird, um die Schotten zu Wasser und zu Land in ihre Schranken zu weisen.

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ieg! Der große Kreuzzug gegen die Pferdemenschen war vollendet. Die Söhne Polens konnte nach Hause zurückkehren. Eine Zeit des Abschieds, eine Zeit der Kündigungen stand bevor.

Außenminister Mieszko Marosz wirft hin

Der Chefdiplomat Polens, die Allzweckwaffe der Diplomatie, ist im Alter von 61 Jahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Der Top-Diplomat setzte sich nahe Hamburg zur Ruhe, wo er sang und klanglos von der Bildfläche verschwand.

Polen steht zu Antiochia

Es war noch früh am Morgen, als ein Bote des Heiligen Römischen Reiches am Hofe zu Danzig erschien. Voller Zorn ließ er König Zbigniew wissen, dass “der Brudermörder Francis von Antiochia” die deutsche Stadt Sarkel belagern würde. Das Reich forderte Polen auf, Stellung zu beziehen – was kurzerhand geschah. Dem Boten wurde bedeutet, dass Polen nichts von den Plänen Deutschlands hält, Lebensraum im Fernen Osten zu erschließen. Die Allianz zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Polen ist somit beendet.

Teutonen fristgerechet gekündigt

“Wir sind die vertrauenswürdigste und zuverlässigste Nation auf dieser Welt”, polterte König Zbigniew der Generalität entgegen. “Ich bestehe auf einer ordentlichen Kündigung der Allianz zu Teutonia, ehe wir den Hornhelmträgern militärisch in den Hintern treten. Los! Sendet einen Boten und kündigt an, dass wir Teutonia binnen zwei Halbjahren vom europäischen Festland werfen wollen!”

Randnotizen aus den Provinzen:

  • Im Fernen Osten beginnt auf polnischem Territorium der Umbau des ehemaligen Mongolias. Soldaten werden entlassen, die Festung Ryazan wird zur Stadt umgebaut und entlang der großen Handelsstraßen schießen Wachtürme und Forts aus dem Boden. Die Zivilisation hält Einzug.
  • Das Königreich Polen gibt bekannt, dass die Maxime “Handeln und handeln lassen” die polnische Position gut wiedergibt. Es gibt derzeit keinen Anlass, etwas an den Aufenthaltsrechten fremdländischer Händler zu ändern.
  • Die Generalität Polens gibt bekannt, dass Polen in 4 Halbjahren zum Angriff gegen die ungarischen Städte Buda und Pest bereit ist.
  • Ein Angriff gegen das Heilige Römische Reich steht hingegen weiter nicht auf der polnischen Agenda.

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s ward Winter 1211 AD. Der Kreuzzug gegen Mongolia ist im vollen Gange. Marodierende Truppen durchstreifen Polen, düstere Gestalten bevölkern die Wälder des ehemaligen Russlands und überall Soldaten. Es war kein schöner Winter.

Rebellen vor Polens Hauptstadt

Ein Herr abtrünniger Rebellen nebst Feldheer tauchte unvermittelt vor den Toren der Hauptstadt auf. Zu allem Unglück waren die besten Mannen bereits an der Ostfront gegen Mongolia im Einsatz – so dass die Stadtwachen aus zwei Siedlungen für Ordnung sorgen mussten. Glück im Unglück, trotz 20% Verlustrate konnte die Schlacht gewonnen werden.

Polen steht an Venezias Seite

Nördlich der venezianischen Stadt Azov hat der polnische Geheimdienst 6 mongolische Heeresgruppen ausfindig gemacht. Fünf Gruppen sind nahezu voll besetzt. Zur Unterstützung Venezias hat Polen die Kreuzritter der Krim direkt neben Azov stationiert. Für den Sieg, für die Allianz!

Rebellen und Mongolia in Polen

In den weitläufigen Wäldern des ehemaligen Russlands entdeckte die Geheimpolizei eine mongolische Heeresgruppe sowie ein paar Rebellen. Die Truppen sind so massiert, dass ein Eingreifen der Trans-Sibirischen-Straßenkonstabler nicht möglich war. Eine Lösung für das Problem ist derzeit nicht in Sicht.

Trust besiedelt Amerika

Trotz der militärischen Probleme konnte zumindest der Trust Erfolge vorweisen. Die Besiedlung Amerikas durch Händler, Geheimpolizisten und Priester schreitet planmäßig voran. Die polnische Flotte wird in 7 Halbjahren zurück in Danzig erwartet.

Polen kauft Wien

Einer Absprache mit dem venezianischem Dogen folgend, übernahm Polen in diesem Jahr die deutsche Stadt Wien. Es war niemand geringeres als Polens Chefdiplomat Mieszko Marosz, der den Kaufpreis von gigantischen 60.000 Goldstücken auf überschaubere 20.000 Goldstücke herunterhandelte. Lebe lang und erfolgreich, Mieszko Marosz.

Pest in Kiev

Ein schwerer Schlag traf die Südostgrenze Polens. Die Metropole Kiev ist derzeit von der Pest betroffen. Gut 8% der Bevölkerung sterben pro Halbjahr, über 2.000 Menschen haben bereits den Tod gefunden. Die finanziellen Schäden lassen sich noch nicht beziffern.

Bündnis mit Portugal

Aus einem Akt der Barmherzigkeit heraus hat Prinzessin Rassia in diesen Tagen ein Bündnis mit Portugal herbeigeführt. Der Zwergstaat am Westrand Europas muss sich derzeit mit zwei Siedlungen und einer handvoll Stadtwachen begnügen – und das in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Mauren. Polen hofft, mit dem Bündnis die Region im Westen etwas zu stabilisieren.

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eszek, Sohn des Zbigniew, Enkel des Wladyslaw, hat im Winter 1200 AD den Osten Europas verändert. Was war geschehen?

Polen und Mongolia gegen Russland

Ja, richtig gelesen! Leszek der Teufelskerl hat es geschafft, seine mongolischen Alliierten in einen Kampf mit Russland zu verwickeln. In dem Gefecht fielen über 1.100 Russen, 700 Polen und 300 Mongolen. Danach war Russland zwar nicht geschlagen, aber militärisch soweit geschwächt, dass sie zu keinen eigenen Aktionen mehr fähig waren.

Polen: “Dann kommt doch zu uns”

Dass Russland am Boden lag, führte Zbigniew ihnen kurzfristig vor Augen. Mit über 500 Mann zog er vor Moskau auf und bereitete den Angriff vor. Kurz darauf nahm Polens Chefdiplomat Miszko Marosz mit Moskau Kontakt auf und brachte es auf den Punkt: “Wenn ihr, liebe Russen, nicht von mongolischen Hufeisen zertreten werden wollt, braucht ihr einen starken Freund an eurer Seite. Wir beschützen euch – und ihr habt sogar noch einen Wunsch frei.”

Gesagt getan. Russland wünschte sich Bargeld und begab sich in die Vasallenschaft zu Polen. Noch Tage danach feierte der Hofstaat Leszek, dessen Vater Zbigniew und den famosen Chefdiplomaten. Die hohen Herren aus Polen hatten die östliche Welt verändert.

Katharzina verhandelt Krieg gegen das Byzantinium

Ein weiterer Sprössling aus dem Hause des Heiligen Zbigniew trat in diesen Tagen aus dem Schatten des Vaters hervor. Die kleine Katharzina, von vielen als Nachfolgerin der Agnes von Polen gesehen, sprach in diesen Tagen mit Prinzessin Piroska von Ungarn. Die traditionell guten Beziehungen von Polen zu Ungarn führten zu einem recht offenen Dialog, an dessen Ende die Polen um militärischen Beistand gegen das Byzantinium gebeten wurden. Die junge polnische Prinzessin zögerte nicht, gegen einen kleinen Obolus der Bitte zuzustimmen.

Leszek bekommt Nachwuchs – Jadwigi ist da

Der Shooting-Star des polnischen Königshauses zog in diesem Jahr alle Register. Er tötete 300 alliierte Mongolen, warf Russland nieder, errichtete das erste offizielle europäische Protektorat und… gab seine guten Gene weiter. Trotz aller Schlachtenwirren kam Jadwigi sicher und wohlbehütet zur Welt.

Jadwigi – das Wunderkind

Die kleine Jadwigi war keine sechs Monate alt, als sie bereits mit der harten Wirklichkeit der europäischen Kriegswirren konfrontiert wurde. Während andere Kinder Blumen, die Sonne oder den Himmel malten, zeichnete Jadwigi ihre Wahrnehmung der Welt. Ein junger Mensch von großem Potenzial wächst heran.

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rieg! Prinz Zbigniew und des Königs Enkel Leszek waren sich einig – und zogen in die Schlacht. Die Militäroperation richtete sich gegen zwei russische Burgen, die beide Befehlshaber im Sturm erobern wollten.

Die Kriegserklärung

Während Wladyslaw noch auf der Rückreise von Venedig war, lies der Thronerbe die Russen wissen, dass es Zeit für eine Veränderung an der Ostfront sei. Zwischen Mongolia und dem Königreich Polen sei schlichterdings kein Platz mehr für die Russen, so der Thronfolger.

Der Angriff

Leszek und Zbigniew griffen gleichzeitig an verschiedenen Orten die Russen an. Sie zogen mit schwerem Gerät und blutrünstigen Mannen vor den Toren des Feindes auf – und stürmten sogar in Unterzahl eine der Russenfesten.

Sieg – aber knapp

Während Leszek seinen Auftrag mit nahezu keinen Verlusten und in kürzester Zeit erledigte, musste Zbiniews Truppe bluten. Nahezu die gesamte Streitmacht ging bei dem Angriff in Unterzahl verloren. Nicht ein Mann seiner Leibwache überlebte – er selbst kam mit zahlreichen Narben aus der Schlacht.

Andrew ist gelandet – das Byzantinium zittert

Andrew von Ungarn, seines Zeichens Ehemann der rebellischen Agnes von Polen, ist in diesem Halbjahr plangemäß an der Ostküste des Schwarzen Meeres gelandet. Zusammen mit seinen Mannen wird er voraussichtlich binnen zwei Halbjahren einen Stützpunkt an der Küste erobern und danach zum vereinbarten Treffpunkt mit Antiochia weiterziehen.

Polen und Mongolia vereinbaren militärischen Zugriff

In einer einsamen Entscheidung befahl Polens Thronfolger, dass der Spitzendiplomat Miszko Maraosz mit den Mongolen einen Pakt aushandeln solle. Gegen Zahlung einer nicht unerheblichen Summe und Gewährung militärischer Zugriffsrechte würde sich Polen im Gegenzug verpflichten, weitere Angriffe gegen die Russen zu unternehmen und Mongolia ebenfalls Durchmarschrechte einräumen. Mongolia willigte ein.

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erbittert nahm König Wladyslaw die Nachricht seiner Verbündeten hin. Kurzum: Mailand, Venedig und Jerusalem hatten ihm vornehm mitgeteilt, dass sei einen Kreuzzug gegen Mongolia nicht befürworten würden. Gründe dafür gab es zahlreiche, doch die waren letztlich egal. Der gute König musste sehen, wie er mit einem 240.000 Goldstücke schweren Gegner klarkommen konnte.

Noch tief in Gedanken versunken, erhielt er eine Depesche der Auslandsaufklärung. Die polnische Spionagetruppe hatte Novgorod erfolgreich infiltriert und erste Ergebnisse aus der Grenzstadt durchgegeben. Wie erwartet stand Mongolia mit einem Reiterheer vor Wladys Haustür.

Nicht nur militärisch, auch auf diplomatischem Terrain kam Mongolia in Bewegung. Unumwunden boten die schlitzäugigen Pferdekrieger Polens Top-Diplomaten Miszko Marosz eine große Summe Geld an, wenn Polen einen Angriff auf Russland durchführen würde. Auf diese List fiel natürlich niemand hinein, aber diese Vorgehensweise zeigte Wladyslaw nur einmal mehr, dass Mongolia besser nicht unterschätzt werden sollte.

Abseits aller mongolischen Umtriebe berichteten die polnischen Späher auch von einem teutonischen Truppenaufmarsch nahe Stockholm. Die Nachricht kam zur Unzeit, waren doch die polnischen Städte südlich von Stockholm derzeit nur mit Stadtwachen und leichten Infanteristen besetzt.

Es waren wahrlich keine leichten Zeiten, in denen Wladyslaw zu regieren hatte.

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m Jahre 1194 AD stand Europa am Abgrund. Die katholischen Mächte Norwegen und Teutonia bekämpften sich ohne Gnade, Sizilien griff Venedig an, die Mauren standen vor Mailand, die Mongolen belagerten die Russen. Es war furchtbar.

Der höfischen Gesellschaft zu Danzig kam es in diesen Tagen gerade recht, dass Prinz Banaszak endlich eine passende Braut freite. Trotz Krieg und Verderbnis schalteten die Menschen in Polen für einige Tage um – und freuten sich über das junge Glück. Möge es lang und kinderreich sein.

Im Osten Polens hätte man gerne mitgefeiert, wenn nicht der Truchsess der Ostburg die oberste Alarmstufe ausgerufen hätte. Die Mongolen hatten mit einem Spähtrupp die Grenze Polens überquert, offenbar um sich ein Bild von den örtlichen Gegebenbeiten zu machen.

Zu allem Überfluss hatte sich Prinz Andrew just in diesem Moment mit einem Gutteil der Truppen der Ostburg zur Unterstützung Antiochias aufgemacht. So stand die Ostburg nahezu ohne Besatzung dar, als der Pferdeherr seine Späher kreisen lies.

Während man im Osten gebannt auf die Grenze starrte, vollzog Prinz Zbigniew, Thronfolger des guten Königs Wladyslaw, die Umgestaltung der polnischen Nordost-Grenze. Zusammen mit seinem Sohn Leszek, General Przemysl und über 2.000 Soldaten erstürmte er die letzte Feste des Großherzogs Vaisvilkas von Lithuania.

Der Angriff auf Lithuania erledigte zwei Probleme mit einem Streich. Zum einen war das Dauerärgernis Lithuania vom Tisch – immerhin lagen zahlreiche Nationen der zivilisierten Welt mit diesem Volk im Krieg. Darüber hinaus war ein Schwachpunkt im Kampf gegen die Mongolen beseitig – ein toter Herrscher konnte nicht mehr Vasall des Pferdeherren werden. Großherzog Vaisvilkas starb gemeinsam mit seinen Männern.

Im Gefecht um die Dominanz an der Nordostgrenze ließen viele Männer auf beiden Seiten ihr Leben. Polen büßte an disem Tage fast 1.000 tapfere Soldaten ein. Diejenigen, die überlebten, trugen Narben an Knochen und Seele davon. Es waren keine schönen Zeiten, damals, in Nordeuropa.

Als sich der Schlachtenlärm senkte und die polnischen Truppen mit der Sicherung des Schlachtfelds begannen, entdeckten die Soldaten die zerschundene Leiche des tapferen Generals Przemysl. Er war der Anführer der zweiten Heeresgruppe und gehörte zur ersten Welle, die in die schwer befestigte Burg Lithuanias eindrang. Prinz Zbigniew sprach zu seinen Männern und sagte ihnen, dass Polen nun für alle Zeit dieses Land verteidigen müsse damit General Przemysl nicht umsonst gefallen sei.

Wenige Tage darauf übernahmen die polnischen Beamten das Ruder in der vormals letzten Provinz Lithuanias. Das Steuer- und Justizwesen wurde übernommen, Infrastrukturmaßnahmen geplant, eine Kirche beauftragt, Truppen aufgestockt und vieles mehr. Der Bevölkerung wurde klar: Lithuania war vernichtet, Polen ist jetzt an der Macht.

“Bürger Russlands, seht auf diese Stadt” rief Polens Chefdiplomat Miszko Marosz nahe Smolensk dem dortigen Stadtrat zu – und zeigte am Horizont auf die Rauchsäulen der ehemals letzten Provinz Lithuanias. Der findige Außenminister des guten Königs Wladyslaws machte keinen Hehl aus der Gewaltbereitschaft des ponischen Thronfolgers… und außerdem erinnerte er die Russen daran, dass sie mit den Mongolen bereits genügend Probleme hätten. Die Russen wiederrum wollten Frieden mit Polen, hatten sie doch ohne Not vor 4 Halbjahren dem guten König wegen einer ausgebliebenen Schutzgeldforderung den Krieg erklärt. Wladyslaw willigte nach langen Verhandlungen ein, mit den Russen seinen Frieden zu machen. Er gab ihnen sogar Kartenmaterial und Bargeld mit – im Tausch gegen gerade einmal zwei Städte, die die Russen über kurz oder lang sowieso an die Mongolen verloren hätten.

Auf dem Fuße folgte die Friedenserklärung der Russen. Formal hatte Wladyslaw an der Ostgrenze nun Ruhe – war er doch weiterhin mit den Mongolen verbündet und mit den Russen zumindest nicht im Krieg. Er war schon sehr gespannt, wie lange die Ruhe halten würde.

Nach all den schrecklichen Ereignissen und Schlachten nahm Wladyslaw mit dem Papst Kontakt auf. Wlady wollte wissen, wie der Heilige Stuhl zu den Verfehlungen Siziliens und Teutonias stand. Zu seiner Überraschung stellte der gute König der Polen fest, dass der Papst das Verhalten dieser beiden Aggressoren billigte – was ein nahezu unfassbares Zugeständnis des Papstes war. Fast hätte Wladyslaw selbst mit dem Papst gebrochen, hätte dieser ihn nicht auch darauf hingewiesen, dass ab sofort wieder die Möglichkeit zum Ausrufen eines Kreuzzugs bestehen würde. Wladyslaw nahm sich vor, diese Information in Kürze mit dem hohen Allianzrat zu besprechen.

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ein, es waren wahrlich keine einfachen Zeiten im Sommer 1194 AD. Der gute König Wladyslaw sah sich großem innenpolitischen Druck ausgesetzt. Immer wieder nörgelten seine Strategen, dass die Unterstützung Antiochias und der Schutzwall gegen die Mongolen Unsummen verschlang. Stattdessen solle sich der König lieber auf die Eroberung Norwegens konzentrieren, so flüsterten es ihm die Hofbonzen ins Ohr.

Der gute König kam sich dabei sehr alt vor. Keine 10 Jahre zuvor hätte er dererlei Gesocks noch eigenhändig mit seinem schottischen Claymore den Kopf vom Hals getrennt. Aber diese Zeiten waren vorbei. “Das Leben bei Hof macht weich”, dachte sich der Herr der Polen im Stillen.

Überhaupt nicht weich waren die harten Fakten des Geheimdienstes, der die Leistungsfähigkeit des Königreichs Polen mit der der Mongolen und Mauren verglich. Militärisch, Finanziell und sogar bei der Produktivität waren die Polen unterlegen.

Ebenfalls alles andere als weich ging es an der russischen Grenze zur Sache. Die Mongolen waren ernsthaft dabei, ein riesiges russisches Heer auszuhungern. Keine 3 Halbjahre mehr würde Novgorod dem Pferdeherren standhalten. Wladyslaw hoffte auf einen Ausfall der Russen, hatte aber wenig Hoffnung auf einen Sieg.

Aber es gab auch Hoffnung. Der eisenharte Prinz Zbigniew, Sohn des Wladyslaw, brach mit Wladys Enkel Leszek endlich auf um Lithuanias Hauptstadt dem Königreich einzuverleiben. Die Operation “Grenzsicherung”, bei der auch Polens Außenminister Miszko Marosz vor Ort war, würde binnen eines Halbjahres abgeschlossen sein – so die Planung.

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önig Wladyslaw war entsetzt. Der polnische Geheimdienst hatte zahlreiche neue Beweise vorgelegt, die auf mongolische Gräueltaten im russischen Hinterland schließen ließen.

Kiev, Tzernigov und Novgorod standen unter massiven Druck – und würden bald fallen. Als sei das nicht genug, hatten Wladyslaws Beamte auch noch ermittelt, dass Polen gerade mal 12% der mongolischen Finanzstärke und bescheidene 31% der monoglischen Militärmacht vorweisen konnte. Ein direkter Angriff gegen Mongolia war so nicht möglich.

Doch es kam noch schlimmer. Späher fanden heraus, dass die Mongolen bei der Belagerung von Städten absolut nichts dem Zufall überließen. Allein das Mongolenheer vor Novgorod führte 8 Rammböcke, 4 Einheiten Leiterträger und 4 Belagerungstürme mit sich. Das Novgorod nur einen Steinwurf vom polnischen Riga entfernt liegt, muss an dieser Stelle sicher nicht weiter erwähnt werden.

Als Konsequenz aus diesen Beobachtungen ließ unser guter König Polens Militärpräsenz an der Ostgrenze weiter gut sichtbar sein. Darüber hinaus sandte er ganze Heerscharen von Diplomaten, Spionen und kirchlichen Würdenträgern in die Tiefen Russlands.

Auf dem Weg zur “Ostfront” war auch der polnische Top-Diplomat und Außenminister Mieszko Marosz, von Kennern auch “der 10-Punkte-Mieszko” genannt. Während der Durchquerung des lächerlich kleinen Teutonen-Reiches rang er dem dortigen obersten Helmträger, Ordensmarshall Maximillian, einen mittelschweren vierstelligen Betrag für die beiderseitige Gewährung militärischer Durchmarschrechte ab. Tags darauf führte ihn sein Weg weiter Richtung Vilnius. Seine Mission ist gewagt, aber nicht minder wichtig: Er soll verhindern, dass die Mongolen über die letzte verbliebene lithauische Provinz weiter nach Westen vorrücken können. Zusammen mit Wladys Enkel Leszek und etwa 1.000 Soldaten will er diese Mission bewältigen.

Zu guter Letzt bleibt der Blick nach Antiochia, zur mächtigen Bergfeste Krak de Chevaliers. Das altehrwürdige Kalksteingemäuer im Fürstentum war erneut Schauplatz einer Begegnung von historischer Bedeutung. Die Sonne stand hoch am Himmel, als eine Abordnung des mongolischen Sultans durch das Tal hoch auf den Ausläufer des Alawitengebirges stieg und das mächtige Burgtor durchquerte.

Zur Überraschung Mongolias hatte Bohemund, der gute Herrscher der Christenritter, nur einen Truchsess in der Burg zurückgelassen. Kein Familienmitglied, kein General oder sonstiger Würdenträger stand bereit, um die schlitzäugigen Diplomaten zu empfangen. Außer sich vor Zorn ob dieser Missachtung ihres adligen Standes brachten die gelbstichigen kleinen Menschen ihre Forderung dem Truchsess vor. “Antiochia solle umgehend 220 Goldstücke zahlen oder die Mongolen würden ohne Gnade über die Christenritter herfallen.”

Der namenlose Truchsess wusste, was er zu tun hatte. Natürlich war die Summe von 220 Goldstücken eine Provokation! Wie konnte es sein, dass das mächtige Antiochia für ein Taschengeld vor der gelben Gefahr hätte bewahrt werden können? Nein, die Täuschung der Mongolen war zu leicht zu durchschauen. So antwortete der Truchsess mit fester Stimme: “Bestellt eurem hohen Herrn Sultan, dass unser König Bohemund ihn vor den Toren Krak de Chevaliers erwartet! Dort wird unser Herr sich vor euch tief bücken oder vielleicht sogar knien – denn so klein wie ihr seid ist es uns ja sonst kaum möglich, euch den Kopf abzuschlagen!”

Der rot erzürnte, schlitzäugige Mongolendiplomat stand noch eine ganze Weile verdattert im Audienzsaal, ehe er sich fasste und die Botschaft an seinen Herrn überbrachte. Oh Antiochia, sei stark.

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gnes von Polen war erfreut, sie kicherte. Gerade hatte sie Kunde erhalten von einem Mitarbeiter der Projektgruppe “Neue Welt”. Bei der Durchführung der Geheimmission waren ihre Leute auf einen schottischen Diplomaten getroffen.

Anstatt den Schotten links liegen zu lassen, machte die Gesandtschaft halt, guckte furchtbar Grimmig und sandte dann ihren besten Mann an Land. Miszko Marosz, ein Name wie Donnerhall, betrat die Bühne. Der diplomatische Tausendsassa, der Copperfield unter den Botschaftern, sprach mit erhobenem Zeigefinger und sonorer Stimme zu dem verängstigten Highlander.

Nach gut einstündiger Verhandlung einigten sich die Parteien dann auf die Gewährung von Handelsrechten – verbunden mit der Bitte der Schotten, von einem Angriff auf ihr Land abzusehen.

“Wenn die Schotten wüssten, dass wir ihre Insel nicht mal geschenkt nehmen würden, hätten sie bestimmt nicht so gewinselt” dachte Agnes im Stillen bei sich. In Gedanken sah sie abermals Miszko Marosz vor sich… und stellt sich vor, wie er den Schottenbotschafter angeknurrt haben musste. Agnes lächelte.