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m Winter 1232/1233 saß König Leszek in seinem Arbeitszimmer im Königspalast zu Danzig und zog Bilanz. Zukünftige Herrscher sollten von seinen Erfahrungen profitieren können, also schrieb er sie auf. “Die konsequente Schonung aller übernommenen Siedlungen ist entscheidend”, schrieb der alte Leszek zu Papier. “Meiner Analyse nach sind die Einnahmen durch die Farmwirtschaft nahezu linear. Die Einnahmen durch die Händler variieren, sind aber in der absoluten Höhe nicht entscheidend. Wahrlich entscheidend hingegen ist vielmehr der Handel zwischen den Städten.”

Leszek legte den Federkiel beiseite und sann weiter vor sich hin: Zukünftige Herrscher, die gegen andersgläubige Siedlungen vorgehen wollen, werden zuvor das Christentum in diese Siedlungen bringen müssen. Außerdem dürfe man nicht auf Einnahmen durch Plünderung setzen, da ansonsten der Handel zu stark in Mitleidenschaft gezogen werden würde. Der Krieg zwischen Fraktionen muss die Ausnahme sein, nicht die Regel. Frieden und Einigkeit, nicht Krieg, dass ist die Botschaft.

Leszek zog einen Federstrich unter das letzte Kapitel.

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er Job ist erledigt. Schottland ist gefallen. Dem Manifestum Europa wurde genüge getan.

In zwei spektakulären Schlachten wurde in diesem Halbjahr Schottland von Polen unterworfen. Dabei kam erneut die von Ziemowit Banaszak entworfene Taktik zum Einsatz, den Gegner durch eine verlorene Schlacht aus der Defensive zu locken und anschließend mit der Hauptstreitmacht zuzuschlagen. Wie damals der alte Banaszak, fiel diesmal General Wenceslaus Miazga. Polen trauert um einen Helden – und ehrt sein Vermächtnis mit der Vernichtung des Schottischen Königreichs.

httpv://www.youtube.com/watch?v=gqBe2MkRLR4&feature=related

Der König von Polen bedankt sich bei allen Mitstreitern im Allianzrat für zahllose Monate des Amüsements. Ruhm und Ehre der Allianz! Bringen wir es zu Ende!

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m Jahre 1231 war klar: der Job ist erledigt. Die Welt ist weitgehend verteilt, die Allianz sorgt für Friede und Wohlstand, Götterdämmerung ist angesagt. So bereitet sich denn auch in Polen die politische Kaste auf eine Zeit der Ruhe vor, auf eine Politik der ruhigen Hand. Und ein letztes Mal rücken auch die Statistiker des Herren Leszek aus, um der Allianz ihre Erkenntnisse mitzuteilen.

Die gute finanzielle Ausstattung des Staates führen Experten auf die reduzierten Militärausgaben in den früher 1180’er Jahren sowie die konsequente Schonungs-Politik bei der Übernahme fremder Siedlungen zurück. Insbesondere die hohen, städtebasierten Handels-Einnahmen (“Trade”) führen dazu, dass sich Polen seit Jahren keine Sorgen ob seiner Finanzen machen muss.

Zu guter Letzt sollen in diesem Halbjahr auch die Geographen zu Wort kommen, ihre Sicht auf die Welt wollen sie ebenfalls nicht unerwähnt lassen.

Einmal noch will sich Polens guter König mit seinem Reich befassen, danach soll es gut sein. Neue Herausforderungen werden sich sicher bald finden.

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ährend Venedig den Iren auf der englischen Insel zusetzte, marschierten im Norden der Insel Polens Söhne. 2.000 Mannen waren aufgebrochen, um die Belagerung einer polnischen Stadt aufzulösen. 2.000 Polen gegen 2.000 Schotten standen sich unerbittlich gegenüber – und brachten es zu Ende. Über 1.800 Seelen fanden in der folgenden Schlacht Erlösung und es bleibt nur zu hoffen, dass die letzte verbliebene schottische Siedlung mit weniger hohem Blutzoll genommen werden kann. Hoffnung besteht zwar immer, doch die zahlreichen Familienmitglieder Schottlands werden sich Polen sicher nicht kampflos ergeben.

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olen frohlocke, Welt freue dich. Das Königshaus von Polen gibt bekannt, dass Prinzessin Sophia Luise in diesem Halbjahr das Licht der Welt erblickt hat. Trotz herber Niederlagen gegen Schottland, der Pest in drei Metropolen und allerlei rebellischen Umtrieben feiert das Königreich heute ausgiebig.

Freudestrahlend verpackte der König höchstselbst vier große Eichentruhen für seine Freunde im Allianzrat, jeweils gefüllt mit 25.000 goldenen Talern. Dazu übergab er mit jeder Kiste eine Botschaft an die Führer der Allianz. Dort stand geschrieben: “Sonderprägung aus Anlass der Geburt meiner jüngsten Tochter, Sophia Luise. Bitte baut von diesem Geld einen Gedenkturm in eurem Land.”

Abseits des Freudentaumels kam es am Ende des Halbjahres noch zu zwei Auseianndersetzungen. Die Spanier griffen Antiochia an und Schottland attackierte erneut eine polnische Seepatroullie.

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in Skandal ersten Ranges erschütterte das Königreich Polen in diesem Halbjahr. Trotz eindeutigem Verbot des Papstes hat es Schottland gewagt, am Ende des Halbjahres seine maritimen Streitkräfte gegen das friedfertige Polen zu hetzen. Dutzende gute Seeleute fanden den Tod ob dieses hinterhältigen Angriffs. Ob bei dem Angriff auch Truppentransporter betroffen waren, die friedliche Polizeitruppen nach Schottland bringen wollten, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigt werden. König Leszek tobt vor Wut.

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ie Nachricht aus Antiochia verhieß nichts gutes: Korruption allerorten machte dem Herrscherhaus das Leben schwer, die Finanzierung des Staates schien in Gefahr. König Leszek ordnete daher an, dass das Finanzministerium die Zahlen Polens veröffentlichen solle – auf das sie dem Rat zur Orientierung dienen sollten. Nach 100 Halbjahren blickte der König zufrieden in die Analyse seiner Finanzbeamten… und fiel (fast) tot vom Stuhl, als ihm offenbart wurde, dass das Land jedes Halbjahr rund 28.000 Goldstücke an Korruption verlor. Einzig die Tatsache, dass unterm Strich immer noch etwas übrig blieb, milderte den Schmerz des Königs ein wenig.

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n diesem Halbjahr konnte Polen planmäßig seine Eroberungen in Schottland fortsetzen. Zwei Schlachten wurden geschlagen – und zwar auf die neue Art, wie die Generalität mitteilte. Rund 800 Polen fanden bei der Schlacht um den Norden der englischen Insel den Tod, doch ist die Mission in Kürze vollbracht. Nur noch die schottische Siedlung Dumfries gilt es zu erobern, danach ist Polen in seinen geplanten Grenzen angelangt.

Kronprinz Bronisad gibt bekannt, dass er sich bis auf weiteres der bevorstehenden Niederkunft seines Nachwuchses widmen möchte und er somit Zepter und Reichsapfel vom Tempelberg nicht mehr zu führen vermag. Der Große Rat von Antiochia hat sich dankenswerterweise bereiterklärt, diese Bürde zu übernehmen. Polen dankt Antiochia und wünscht den Nachkommen Bohemunds allzeit eine gute Hand bei der Herrschaft im Heiligen Land.

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hwehemir, was ein schwarzer Tag. Polens letzter großer Volksheld, der ehrenwerte Andrew von Ungarn, ist von uns gegangen. Andrew, der Ehemann der Agnes von Polen, Begleiter von König Wladyslaw, Nahost-Experte, Expeditionsarmee-Kommandant und Statthalter Jerusalems, er ist nicht mehr. Seinen letzten Atemzug verlebte er auf der Krim, von wo aus er im Osten die Türme Jerusalems und im Westen Richtung polnisches Kernland schauen konnte.

Trotz des Kummers auf der Krim duldete der Militärapparat Polens keinen Stillstand. Der Angriff auf Schottland startete planmäßig, allerdings hielten sich die Schotten nicht an den Plan. Anstatt der geplanten drei bis vier Siedlungen konnten lediglich zwei Festungen geknackt werden. Dies gestaltete sich als umso schwieriger, da der oberste Feldherr meinte, er wolle die Festen “so knacken, wie wir es zukünftig machen werden.” Was auch immer er damit meinte… er brauchte jedenfalls allerhand Mannen, um die Aufgabe zu schaffen.

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ie Nachricht aus Italien breitete sich wie ein Lauffeuer in Polen aus. “Respekt, Respekt” dachte König Leszek bei sich im Stillen. Die Idee, eine handvoll englische Städte für immerhin 215.000 Goldstücke zu kaufen, hätte auch von Polen stammen können. Aber die Chuzpe zu besitzen, diesen Plan zu verhandeln und den Vertragspartner unmittelbar danach einfach auszulöschen, das trug wahrlich die klare Handschrift der italienischen Fraktion in der Allianz.

Da das englische Festland nun sowieso in Aufruhr ist, befahl Leszek umgehend die Invasion des schottischen Teils der Insel. Im kommenden Halbjahr ist die Übernahme von drei bis vier Siedlungen geplanten.

Darüber hinaus teilt die Admiralität Polens mit, dass der Zugang zur Ostsee dauerhaft für alle Nicht-Allianz-Schiffe gesperrt ist. Hiervon betroffen ist derzeit hauptsächlich eine schottische Flotte…

Leider muss Polen vermelden, dass die Iren sich offenbar auf einem Irrweg befinden. Jedenfalls platzierte Irland ohne Vorwarnung eine erhebliche Streitmacht vor den Toren von Kanalstadt.

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assungslos schnaubt König Leszek im Thronsaal zu Danzig hin und her. “Kann mir mal einer erklären, was mein mailändischer Freund eigentlich will” fauchte der erregte König seinen Beratern entgegen. Wortloses Schweigen. “Herrje, wenn er Probleme mit dem alten Mann hat, soll er ihm Geld geben. Oder noch besser: soll er seinen Feldzug doch einfach ordentlich zu Ende führen anstatt ihn jahrelang hinzuziehen. Wenn man’s gleich richtig macht, muss man es nicht zwei Mal machen.”

Zu guter Letzt einigte man sich im Thronsaal darauf, die Empfehlung “es doch gleich richtig zu machen” nicht an den Herzog von Mailand zu übermitteln. Stattdessen lies Polen ausrichten, dass man den Mailändern finanziell gegen Rom in jedweder Höhe aushelfen würde, wenn es denn nötig werden sollte. So mancher in Polen fragte sich allerdings, was von der italienischen Politik ob dieses Briefes zu halten sei… und es verwunderte niemanden bei Hofe, dass das Volk auf seine Weise auf dieses Schreiben reagierte:

httpv://www.youtube.com/watch?v=JgwmLtfutj0

Zum Ende des Jahres bleibt außerdem noch festzustellen, dass die spanische Stadt Granada den Mauren entrissen und an Antiochia gefallen ist. Der Rat der Allianz beglückwunscht Antiochia zum erfolgreichen Eintritt auf die iberische Halbinsel.

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n diesem Halbjahr nahm Kronprinz Bronisad ein Schreiben des Herren vom Tempelberg zur Kenntnis. In der Depsche teilte der hohe Herr mit, dass er von der Amtsführung seines ständigen Vertreters überzeugt seie und daher nicht gedenke, kurzfristig wieder zurückzukehren. Stattdessen möge Herr Bronisad an seiner Stelle über das Königreich Jerusalem herrschen. Gerührt ob des großen Vertrauens, stürzte sich der junge Pole erneut in die Arbeit…

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eben ist seliger denn nehmen, wusste der alte Priester des Herrn Leszek stets zu berichten. Die Worte des alten Mannes trugen Früchte, denn heute verfügte der König der Polen, dass die südamerikanische Stadt Fortaleza dem Papst übereignet werden solle. Zur Wahrung der Sicherheit ordnete der König außerdem an, dass das Heer der Operation Overlord nahe Fortaleza stationiert bleiben und fortan dem Papst als Wächtergarde zu dienen habe. Die Freundschaft der Polen zum Vatikan vertiefte sich einmal mehr.

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m Sommer 1226 AD kam König Leszek ans vorläufige Ende seiner Reise. Die 50. Siedlung wurde für Polen erobert, der Tatendrang war gestillt. Doch lest selbst…

Es geschah in Amerika

Das Expeditionsheer der Operation Overlord hatte endlich Südamerika erreicht. Obwohl Polen gemäß dem Manifestum Europa noch nicht alle Verpflichtungen in Nordeuropa erledigt hatte, erteilte der König trotzdem den Befehl zum Angriff – die 50. Siedlung sollte etwas Besonderes sein.

Wie die Borg

Der Widerstand in Amerika wurde rigeros unterdrückt, kein Erbarmen wurde den eingeborenen Kriegern zuteil. Das großherzige Polen wurde im Süden Amerikas als strenger Zuchtmeister bekannt gemacht.

Schottland – wir kommen

Die Generalität von Polen gibt bekannt, dass die Siedlungen nördlich von Dumfries in den nächsten Halbjahren verstärkt in den Fokus der polnischen Armee rücken. Handelsreisenden und Touristen wird empfohlen, dieses Gebiet weiträumig zu umfahren.

Freigekauft

“Heiliger Vater, wir wollen diese Exkommunikation loswerden. Wieviel kostet uns der Spaß?” fragte der polnische Botschafter nahe Rom den alten Mann an der Spitze der katholischen Kirche ganz direkt. Zu seiner Verwunderung bekam der Diplomat auch direkt eine Antwort: “19.450 Goldstücke”. Erstaunt ob dieser Direktheit fackelte der Pole nicht lange und zahlte direkt in bar.

All good things come to an end

Am Ende des Halbjahres war Polens Hof voll bestellt. Die Bonität war gut, das Volk satt, die Stimmung ausgelassen und die 50. Siedlung war erobert. Zeit für ein rauschendes Fest.

Antiochia putzt die Mauren weg

Am Ende des Halbjahres wurde außerdem noch eine Armee Antiochias von zwei maurischen Truppen überfallen. Der antiochische Feldheer lies jedoch keinen Zweifel daran, welche Armee auf dem Schlachtfeld die überlegenere war.

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s geschah im Jahre 1225 AD, dass die Vorhersage von vor wenigen Halbjahren wahr wurde: König Leszek hatte die Norweger angegriffen und auf breiter Front besiegt.

Der Papst sah das Ableben des norwegischen Königs deutlich engstirniger als erwartet. Er quittierte das polnische Handeln zunächst mit einer Exkommunikation.

Kurze Zeit darauf übergab ein polnischer Diplomat nahe Rom eine große, unförmige Holzkiste an den Heiligen Vater. Daraufhin quittierte dieser abermals, diesmal jedoch den Empfang von 50.000 Goldstücken. Das Meinungsbild des Papstes hellte sich merklich auf.

Fürs Protokoll wird somit festgehalten, dass Norwegen vernichtet und Polen in Besitz von 49 Siedlungen ist.

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önig Leszek saß in seinem Arbeitszimmer und grübelte. “Wie schnell doch alles vergeht. Der kleine Bronisad regiert in Antiochia, Agnes ist von uns gegangen, Zbigniew ist weg, Wladyslaw ist weg, herrje… wie lange will ich so noch weitermachen? Geld ist nicht mehr meine Sorge, Länder habe ich ebenfalls genug. Das Haus ist gebaut, der Baum ist gepflanzt, der Sohn ist gezeugt – ich bin fast fertig.”

Schwermütig in seinen Gedanken starrte der König auf die Karte der Welt. 47 Regionen nannte er nun sein Eigen, zwei weitere würden nächstes Halbjahr durch den Fall Norwegens hinzukommen. Bei 50 Ländern würde er sich zur Ruhe setzen.

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er Ruf aus Antiochia verhallte nicht ungehört. Kurz & gut: Prinz Andrew verfügte Hilfe auf zweierlei Art. Zunächst mal wurde ein großes Heer ausgesandt, dass Antiochia von Süden her betreten und die dortigen Straßen von Rebellen säubern wird.

Darüber hinaus schloß sich Andrew der venezianischen Hilfe an und lies Bronisad ausrichten, dass Jerusalem zu denselben Konditionen ebenfalls 15.000 Goldstücke in die Waagschale werfen würde. Diese Summe entsprach zwar gut 2/3 der liquiden Mittel, aber die Situation auf dem Tempelberg schien deutlich entspannter denn in Antiochia. In harten Zeiten musste die Allianz eben zusammen stehen.

Andrew schloß seine Regierungsgeschäfte in diesem Halbjahr mit einer Depesche an den Rat der Allianz. In dem Schreiben informierte er die Mitglieder, dass der Kreuzzug gegen die Mauren endgültig vorbei sei und Spanien das Kreuzzugsziel erobert hatte. Andrew weist darauf hin, dass ein Krieg gegen die Spanier somit zum Risiko wird, da sie in Afrika nun ein sicheres Refugium haben und somit lange durchhalten könnten, ehe sie endgültig vernichtet würden. In dieser langen Zeit könnte jedem katholischen Angreifer eine Exkommunkation blühen…

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rinz Bronisad konnte langsam nachvollziehen, wieso sein Vater gelegentlich ausrastete, wenn er mit den Bürokraten bei Hofe sprach. “Hört mal”, schnautzte der junge Herr den Obersten Baumeister an, “ich weiß ja nicht wie das bei eurem König läuft, aber bei mir ist jetzt Schluss. Ich habe in den letzten drei Halbjahren in 16 von 27 Siedlungen Stadtmauern bauen lassen und ihr erzählt mir, dass schon wieder zwei Siedlungen reif für einen Ausbau wären? HABT IHR EINE AHNUNG, WAS DAS ALLES KOSTET?!”

Der Prinz schnaubte wie ein Kampfross und verließ wütend den Thronsaal. Auf dem Weg nach unten reichte ihm sein Finanzberater einen Darlehnsvertrag des Dogen von Venedig. Bronisad überflog die Konditionen und segnete das Dokument ab. Er hatte keine Wahl, Antiochia musste investieren – sonst würde es kein Wachstum mehr geben.

Als sich einige Tage später das Gemüt des Herren Bronisad beruhigt hatte, wandte er sich einer diplomatisch pikanten Aufgabe zu. Es ging um Spanien, also um das Land, in dem drei antiochische Armeen im nächsten Halbjahr anlanden würden. Eine Armee kam nahe Valencia an – und nun würde es Zeit, dem Manifestum Europa Geltung zu verschaffen. So nahm der junge Herrscher den Federkiel und fragte in Mailand an, zu wann die Stadt übergeben werden könnte.

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ein lieber Bronisad, ich habe heute lange mit deiner Mutter über deinen Hilferuf aus Antiochia gesprochen. So vernimm denn unsere Entscheidung: du bist ein Prinz Polens, ein Nachkomme des großen Wladyslaw, ein Enkel des Großkönigs Zbigniew. Du bist berufen und auserwählt – und daher wirst du deine Prüfung fortsetzen. Deine Order lautet: halte die Stellung in Antiochia, bis der rechtmäßige König wieder an Ort und Stelle ist. Bis dahin tue alles was nötig ist, um das Land vor dem Zerfall zu bewahren.

Zur Unterstützung deiner Mission habe ich dir Truppen aus Jerusalem und Kutais zusenden lassen. Sie werden in zwei Halbjahren auf antiochischem Territorium eintreffen und dich gegen die Rebellen unterstützen.

Zu dem Treffen in Sarkel werde ich nicht persönlich erscheinen, dennoch wird es stattfinden. Bitte habe aber im Hinterkopf, dass deine Eskapaden im Südosten von den ehrlichen Steuerzahlern in Polen finanziert werden müssen. Wir sind eine Allianz und keine Transferunion; ich erwarte einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Geld.

Dein dich liebender Vater
Leszek

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rinz Andrew von Ungarn verweilte mal wieder in Jerusalem, um dort die Geschicke des Landes zu verwalten. “Himmel”, dachte sich der alte Mann, als er eine Depesche seines Königs Leszek empfing. Er überflog die Zeilen rasch “… sende Hilfe nach Antiochia … Bronisad braucht dich … Rebellen allerorten … Kutais soll ebenfalls marschieren …”. Der polnische Herrscher hatte offenbar vor, Antiochia auf breiter Front militärisch zu unterstützen. “Na gut”, sprach Andrew zu seinen Generälen. “Wir sind hier die Allianz also stehen wir auch zusammen. Auf geht’s, von Kerak aus soll eine ordentliche Streitmacht dem jungen Bronisad und seinen Freunden in Antiochia zur Seite springen. Zack zack!”

In Gedanken verloren diktierte Andrew noch ein paar Depeschen. Ein Marschbefehl für Kutais, ein Dankschreiben an Mailand für die priesterliche Unterstützung in Tunis und eine Aktennotiz für den Allianzrat, dass ebenfalls in Tunis ein halbes Kreuzfahrerheer desertiert ist. Letzteres war keine schöne Sache, aber leider unvermeidlich. Andrew konnte keine Truppen aus Tunis abziehen ohne das die Stadt sofort rebellisch würde. Eine Zwickmühle war es, dieses Nest namens Tunis.

Zu guter Letzt legte Andrew dem Allianzrat noch ein Dokument mit dem neuesten Stand aus Sijilmasa, dem Ziel des laufenden Kreuzzugs, vor. Die Spanier haben offenkundig das maurische Städtchen erreicht und belagern es. Aufgrund der militärischen Übermacht mag es sein, dass der Kreuzzug in einem Halbjahr vorbei ist.

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ieber Vater, liebe Mutter, ich schreibe euch diese Zeilen in meiner dunkelsten Stunde. Ich habe erneut Stadtmauern gebaut und versucht, den Menschen ein gutes Vorbild zu sein. Auch habe ich die Geheimpolizei angewiesen, das Land endlich einmal gründlich zu durchleuchten. Zu meiner großen Bestürzung stellten die Aufklärer fest, dass allein im heute sichtbaren Teil Antiochias sage und schreibe sieben Rebellenheere ihr Unweisen treiben. Da meine gesamten Kampftruppen im Westen gen Spanien unterwegs sind, bleiben mir hier nur ein bewaffnete Bauern und ein paar alte Ritter.

Vater, Mutter, ich bitte euch höflichst, mich von diesem Posten abzuziehen. Dieses Land kann nur ein echter Herrscher verwalten, ich fühle mich dieser Aufgabe nicht gewachsen.

Euer Sohn
Bronisad

P.S. Liebe Mutter, ich reise stets mit meiner Leibgarde und nutze auch diesen lustigen Vorkoster
P.P.S. Lieber Vater, leider ist die Staatskasse schon wieder leer… könnten wir uns noch einmal in Sarkel treffen?

M
ein lieber Sohn, deine Nachrichten aus Antiochia haben deine Frau Mutter und mich mit Bestürzung erfüllt. Bitte schreibe der Mutter beim nächsten Mal, dass du stets deine Leibwache mit auf Reisen nimmst und auch auf die Dienste des Vorkosters zurückgreifst, den du zum letzten Geburtstag erhieltest.

Leider muss ich dir heute auch mitteilen, dass deine Einschätzung ob des Rebellenheeres in Antiochia unvollständig ist. Unser Geheimdienst berichtet mir, dass ein weiteres Turkmenschen-Heer, geführt von einem Herrn Atilla, die Grenze überquert hat. Ich rate dir, während deines Praktikums noch ein paar Forts und Wachtürme bauen zu lassen.

Ebenso möchte ich dir sagen, dass die Zustände in Sarkel eines polnischen Heerschers unwürdig sind. Dieses kleine Nest in Sichtweite deines Heimatlandes rebelliert schon wieder – und ich kann dir auch sagen, woran das liegt. Dieser nichtsnutzige Guillemot Oudet ist ein illoyaler, pietätloser, möchtegern-Ritter, der sich am Tag mit Alkohol und des Nachts mit Mägden verlustiert. Dieser Mann wird dir kein Glück in Sarkel bringen.

Zum Abschluss lass mich dir noch sagen, wie stolz deine Mutter und ich auf dich und deine Taten sind. Ganz alleine in einem fremden Land regieren zu müssen ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Dein Urgroßonkel Andrew kann dir ein Lied davon singen. Zur Unterstützung deiner Pläne haben wir dir ein paar Kisten Goldmünzen zugesandt, die ein Diplomat bei Sarkel zu deinen Händen übergeben wird.

Pass gut auf dich auf!
Papa

P.S. Mama lässt ausrichten, dass du mit Skandinavien weiter machen kannst, wenn du in Antiochia fertig bist

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s war der alte Haudegen Andrew von Ungarn, seines Zeichens Nahost-Experte, Jerusalem-Kenner und trauernder Ehemann, der sich auf Geheiß des Herren Leszek nach Jerusalem aufmachte um dort abermals den König zu vertreten.

Als erstes stand die Akte “Arguin” auf der Agenda. Arguin war einst Jerusalem zugehörig, wurde rebellisch und anschließend maurisch. Kürzlich nun starteten die polnischen Kreuzfahrer vor Arguin eine Belagerung, um die Stadt für das Königreich Jerusalem zurückzugewinnen. Andrew höchstselbst beorderte einige Truppen unter dem Banner Jerusalems nach Arguin und lies diese dort mit den Polen gemeinsam angreifen. Kurzum: die Stadt wurde genommen und als warnendes Exempel wurde ein Exterminatus angeordnet. Eine Woche lang gingen die Schergen Jerusalems um und stachen jeden ab, der sich nicht zu Jerusalem bekennen wollte. Ein grausiges, aber dennoch notwendiges Vorgehen um die Region zu stabilisieren. Rund 70% der Einwohner wollten sich leider nicht mit der neuen Regierung arrangieren.

Andrew hoffte, dass das Exempel an Arguin die Rebellen in Tunis beeindrucken würde. Die dortigen Umtriebe machten dem polnischen Statthalter durchaus Sorgen, zumal auch schon erst Dessertationen im örtlichen Kreuzfahrerheer beobachtet wurden. Die Kreuzfahrer würden Tunis bald verlassen – und Andrew hoffte, dass die Stadt bis dahin wieder zur Ruhe kommen würde.

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ein lieber Vater, wie Ihr mir geheißen habe ich mich auf den Weg nach Antiochia gemacht, um dort an des Königs stelle zu herrschen, damit dieser sich von seiner Hochzeit erholen kann.

Ein erster Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, die blauen Heere konnten problemlos das nahezu unbesetzte Algier einnehmen. Ein feindliches Heer steht zwar noch vor den Toren der Stadt, doch das werden wir schaffen.

Leider habe ich in diesen Tagen auch mit Rebellen zu kämpfen. Es sind ehemalige Turk-Truppen, die in Kleinasien ohne Vorwarnung erschienen sind. Leider sind die örtlichen Schutztruppen zu schwach, um dem Heer der Rebellen den Garaus zu machen. Doch ich bin guter Dinge, dass wir in vier Halbjahren genügend Truppen beisammen haben um das Lumpenpack zu vertreiben.

Doch nun zu meinem größten Problem, lieber Vater.  Die Antiochianer sind ein seltsames Volk, müsst Ihr wissen. Sie leben in viel zu kleinen Städten und wundern sich, dass ihr Wachstum eingeschränkt ist. Wohlan denn, Ihr batet mich Antiochia so zu regieren, wie ich es mit Polen dereinst zu machen gedächte. Dies habe ich getan – und allein in diesem Halbjahr 9 Stadtmauern in Auftrag gegeben. Leider ist mit dieser Order der Bedarf an Stadtmauern lange nicht gedeckt, doch zu allem Unglück ist die Staatskasse nun leer. Darum bitte ich euch inständig, lieber Vater, sendet mir etwas Geld damit ich diesem Land weiter Gutes tun kann.

Euer Sohn
Bronisad

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um Jahreswechsel 1223/1224 verstarb sie, die Grande Dame der großen polnischen Nation. Agnes von Polen, die diplomatische Protagonistin des Königreichs, weilt nicht mehr unter uns. Sie war der letzte Nachkomme des großen Wladyslaw, jetzt ruht sie bei ihren Geschwistern Ziemowit Banaszak, Boleslaw und Zbigniew. Namen wie Donnerhall, eine Generation voller Macher, Polen trägt Trauer und verneigt sich vor diesen Heroen der Geschichte.

Gerüchteküche

Ob des Ablebens der polnischen Prinzessin ranken sich allerhand Gerüchte. In der Öffentlichkeit wird ein gewaltsamer Tod dementiert, der Verdacht einer Straftat bleibt jedoch weiter im Raume stehen.

Andrew von Ungarn, der Letzte der Alten Garde

Andrew ist zwar “nur” angeheiratet, ist aber nun der Letzte noch lebende polnische Führer, der direkt unter dem alten Wladyslaw gedient hat. Obwohl der Tod seiner Frau ihn schwer mitgenommen hat, ist er weiterhin bestrebt für Ruhe und Ordnung auf der Krim und im Osten zu sorgen.

Nachruf auf Agnes

In Gedenken an die große alte Dame der polnischen Nation hat Polens Hofbarde Nummer 1, der feine Herr Jutjub, eine Folklore verfasst.

httpv://www.youtube.com/watch?v=sxSMY_RT2NA

Unterstützung für Jerusalem

Trotz der traurigen Umstände lag die große Politik in Polen nicht brach. Polens Kreuzfahrerheer ging vor Arguin an Land und belagert nun die Stadt der Muslime. Ziel der Polen ist, die Stadt wieder zurück in den Schoß Jerusalems zu führen.

Die Akte Norwegen

Die Generalität teilt dem Dogen von Venedig mit, dass in vier Halbjahren ein vernichtender Schlag gegen die Norweger geführt werden wird. Zwar sind zwei von drei Siedlungen in direkter polnischer Nachbarschaft, die letzte Siedlung hingegen wird im Kanal zwischen England und der irischen Insel vermutet. Da Norwegen komplett in einer Angriffswelle fallen soll, bittet Polen seinen Verbündeten noch um etwas Geduld.